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Benommenheit

von Yade 085

Langsam schloss Qui-Gon die Tür seines Quartiers hinter sich und ließ sich auf sein Bett sinken. Kurz zuvor hatte er den Rat benachrichtigt: Sein Padawan hatte ihn verraten. Hatte sein Vertrauen gebrochen und ihn bis auf den Grund seiner Seele erschüttert. Der Schock saß noch tief und er musste immer wieder gegen ihn ankämpfen. Es klopfte leise an seiner Tür. Qui-Gon seufzte. Die Fragen des Rates waren schon schwer genug für ihn gewesen. Er brauchte jetzt nicht noch jemanden der ihn bedauerte und fragte ob er irgend wie helfen könnte. „ Herein!“ rief er. Wer auch immer es war, er hatte kein Recht unhöflich zu sein. Er war ein Jedi und er würde auch so handeln. Die Tür öffnete sich und Yoda betrat den Raum. „Meister.“ Sagte Qui-Gon überrascht, stand auf und verbeugte sich vor dem kleinen Meister. Yoda blinzelte zu ihm hinauf, sagte aber nichts. Qui-Gon schloss die Tür und bedeutete Yoda sich hin zu setzen. Das würde er auch noch überstehen. Er wusste, dass Yoda nicht eher gehen würde ehe er seine Meinung gesagt hatte. Yoda humpelte zum Bett und seufzte. „Ein schwerer Schlag für dich das war, Qui-Gon!“ Qui-Gon antwortete nicht sondern starrte nur geradeaus. Was sollte er auch sagen? Yoda blickte auf, genau in seine Augen. „Alle Jedi betroffen sind von diesem Verrat, Qui-Gon. Nicht allein du bist mit deinem Kummer.“ Qui-Gon erwiderte überrascht Yodas Blicke. Er hatte nicht damit gerechnet, dass er so klare Worte finden würde. Aber er spürte, dass sie ihre Wirkung nicht verfehlten. Ein winziger Teil seines Schmerzes, des Schocks und der Selbstzweifel fiel von ihm ab. Yoda bemerkte den winzigen Unterschied. „Nein,“ wiederholte er, „niemals allein du bist.“ Er schüttelte traurig den Kopf und seufzte wieder. „Stark er war im Umgang mit der Macht. Doch nun verloren er ist.“ Er sah Qui-Gon wieder in die Augen. „Nicht glauben du darfst, dass allein du trägst die Schuld an seinem Schicksal.“ Qui-Gon starrte Yoda völlig verständnislos an. Wer sollte sonst die Schuld tragen wenn nicht er? „Auch ich es hätte sehen müssen.“ Fuhr Yoda fort. „Stark er war, aber zu viel Dunkelheit es herrschte in ihm. Das auch mein Fehler war.“ Qui-Gon konnte es nicht glauben. Yoda? Einen Fehler gemacht? „Nein, Meister!“ sagte er. „ Es wäre meine Pflicht gewesen all dies zu erkennen. Durch unsere Verbindung hätte ich die Dunkelheit spüren müssen, aber ich war blind. Das war nicht Euer Fehler oder der eines anderen Jedi. Es ist mein eigenes Versagen,“ „Nein!“ donnerte Yoda und hieb mit seinem Stock auf den Boden. Qui-Gon fuhr zusammen. Yoda sah ihn unverwandt an und fuhr mit sanfterer Stimme fort: „Niemals glauben du das darfst. Als Jedi eine Gemeinschaft wir sind. Wenn jemand in unserer Mitte Gefahr läuft über zu laufen auf die Dunkle Seite der Macht, die Aufgabe aller es ist ihn zu schützen. Nicht allein die Aufgabe seines Meisters das ist.“
Qui-Gon sah zu Boden. Wie sehr er sich wünschte das zu glauben! Aber in seinem Inneren sah es anders aus. Jede Faser seines Herzens schrie ihm zu, dass es allein sein Versagen war, dass er Xanatos besser hätte unterrichten müssen, dass er... Er schloss die Augen, als der Schmerz erneut wie eine alles verschlingende Flamme in ihm aufstieg. Er spürte wie Yoda neben ihn trat. Er kämpfte gegen die Wucht seiner Gefühle an, schluckte sie herunter, doch sie kamen wieder hoch und drohten ihn zu ersticken. Wie ein schweres Gewicht drückten sie auf sein Herz und raupten ihm den Atem. „Nicht verdrängen sich Gefühle lassen.“ sagte Yoda leise neben ihm. Qui-Gon öffnete langsam die Augen und sah in Yodas von Mitleid erfüllten Augen. „Ich weiß.“ Sagte er leise. Er wusste es wirklich aber er konnte auch nicht anders. Er wollte diese schmerzliche Erfahrung einfach vergessen und nie wieder das empfinden was er gerade durch machte. Nie wieder! Und das ließ nur eine Konsequenz zu... „Ich werde keinen Padawan mehr annehmen.“ sagte er, nun mit Entschlossenheit in der Stimme. Yoda blinzelte überrascht. „Keinen Padawan du mehr haben willst?“ hakte er nach. „Nein!“ sagte Qui-Gon bestimmt und schritt an dem kleinen Meister vorbei in die Küche um sich etwas Tee zu machen. Er spürte wie Yoda ihm nach lief. „Noch einmal darüber nachdenken du solltest.“ Hörte er den kleinen Meister sagen. „Nicht voreilig du solch eine wichtige Entscheidung treffen darfst!“ „Mein Entschluss steht fest, Meister Yoda!“ sagte Qui-Gon. „Ich werde keinen neuen Schüler mehr annehmen.“ Traurig senkte Yoda seinen Kopf und schloss für einen Moment die Augen. Als er sie wieder öffnete, glaubte Qui-Gon so etwas wie Resignation in Yodas Augen zu sehen. „Noch einmal darüber nachdenken du solltest. Zeit du brauchst, das niemand in Frage stellt. Doch Zeit nicht alle Wunden heilt. Und viele junge Schüler auf ihre Chance hoffen.“ Qui-Gon wandte sich ab. Wie Yoda gerade gesagt hatte: Er brauchte Zeit. „Ich werde darüber meditieren, Meister.“ sagte er schließlich. Yoda schien damit vorerst zufrieden zu sein. Er nickte und wandte sich zur Tür. „Genau abwäge. Freunde du hast, die bereit sind dir zu helfen in dieser schweren Zeit. Nur helfen lassen du dir musst“ In diesem Moment klopfte es leise an der Tür. „Herein!“ rief Qui-Gon. Die Tür öffnete sich und ein kleiner Junge von höchstens sieben Jahren stand offensichtlich unsicher im Türrahmen. „Meister.“ Sagte er und verbeugte sich vor den beiden Jedi-Meistern. Er hatte rabenschwarzes Haar und tiefgrüne Augen. Qui-Gon spürte den Schock als er die Ähnlichkeit des Jungen mit Xanatos feststellte. Nur äußerlich Qui-Gon und äußerlich! rief er sich zur Ordnung. „Was gibt es?“ fragte Yoda neben ihm. „Meister Yoda, Meister Windu schickt mich. Er lässt fragen wann ihr im Meditationsraum seit. Er sagte, er hätte noch etwas wichtiges mit Euch zu besprechen.“ „Sag ihm, dass gleich da sein ich werde.“ Der Junge verbeugte sich, rannte den Gang hinunter und war verschwunden. Yoda drehte sich noch einmal um. „Niemals vergiss, dass Freunde du hast, die mit dir leiden an deiner Seite.“ Damit verließ auch er Qui-Gons Quartier und schloss die Tür hinter sich. Qui-Gon setze sich erschöpft auf einen Stuhl. Das Bild des kleinen Jungen hing ihm vor den Augen. Der Schock verhallte in seinem Inneren und verschwand fast völlig. Aber nicht ganz. Ja, er würde noch einige Zeit brauchen. Aber wie Yoda schon sagte: Er war nicht allein. Er würde zur Ruhe kommen und dann entscheiden, was zu tun war. Mit einem Seufzer stand er auf und holte seinen Tee.

Ende