Header
Du bist Besucher Nr.

PSW

Listinus Toplisten

Ein neuer Anfang

von Yade 085

1. Kapitel

Tod gibt es nicht, die Macht gibt es. Wie oft hatte Qui-Gon das schon gesagt? Wie oft hatte er ihn auf Missionen gebraucht und wie oft hatte ihn dieser schlichte Satz schon getröstet? Doch jetzt, wo er diesen Trost am meisten brauchte, fand er ihn nicht! Qui-Gon stand auf dem Meditationsdeck des Jedi-Tempels. Die Sonne versank langsam am Horizont und der Luftverkehr über ihm nahm etwas ab. Qui-Gon atmete ein paar mal bewusst aus und ein, versuchte seine Gefühle unter Kontrolle zu bringen. Vor einer Stunde hatte er die Nachricht erhalten. Die Nachricht, die ihn aus der Bahn geworfen und ihm so viel Schmerz bereitet hatte. Obi-Wan war tot. Tot. Qui-Gon kämpfte gegen die Bedeutung dieses Wortes an. Sein Herz konnte diese Tatsache nicht akzeptieren. Er wollte es nicht akzeptieren. Obi-Wan war umgekommen als er für ihn unterwegs gewesen war. Dabei hatte alles so harmlos angefangen. Sie waren vor den Rat gerufen worden. Es war ein schöner Tag gewesen. Die Sonne hatte geschienen und alles war seinen gewohnten Lauf gegangen. So auch im Jedi-Tempel. Als sie vor den Rat getreten waren, hatte Qui-Gon sofort die ernste, fast bedrückte Stimmung wahrgenommen. Etwas sehr ernstes war geschehen. Mace Windu war auch gleich zur Sache gekommen: „Wir danken Euch für Euer Kommen. Leider haben wir schlechte Nachrichten mitzuteilen für Euch! Ihr kennt die Planeten Tralus und Talus?“ Qui-Gon hatte genickt. Die beiden Planeten lagen seit Jahren miteinander im Streit. Jeder beschuldigte den anderen Intrigen geplant zu haben, für die es nicht einmal einen vernünftigen Hinweis gab. Die Lage war sehr angespannt und kritisch. Die Gefahr für einen neuen Krieg in dieser Region war allgegenwärtig. Mace Windu fuhr fort: „Wir haben Hinweise erhalten, dass ein Mann namens Cu´gon Draci die ohnehin schon angespannte Lage ausnutzt, um Profit zu machen. Er gibt Informationen von Tralus an Talus weiter.“ „Daran ist nichts auszusetzen!“ hatte Qui-Gon erwidert. „Es ist in diesem Konflikt zwar nicht gerade hilfreich, aber auch nicht schädlich!“
„Doch Gerüchte in die Welt zu setzten über eine Aufrüstung von Tralus gegen Talus überaus schädlich ist !“sagte Yoda. Mace Windu nickte. „Die Lage war noch nie so schlimm! Die beiden Planeten stehen kurz vor einem Krieg, Qui-Gon und es würde ein gewaltiger Krieg sein, denn beide haben mächtige Verbündete.“ „Aufhalten diesen Mann Ihr müsst, Qui-Gon. Aufzuklären diese Gerüchte sind sonst beide Planten in einen Krieg fallen werden.“ Qui-Gon war erschüttert gewesen. Wie konnte man eine solch kritische Lage zum eigenen Profit nutzen?
„Ich werde tun was ich kann, Meister!“ hatte er gesagt. Yoda hatte genickt. „Doch vorsichtig sein Ihr müsst, Qui-Gon! Inoffiziell diese Mission ist. Jedi vielleicht werden nicht willkommen sein!“ „Möge die Macht mit dir sein!“ hatte Mace Windu zum Abschied gesagt.

Schnell hatten Qui-Gon und Obi-Wan herausgefunden, dass es sehr viel schwieriger war, an Informationen zu kommen als gedacht. In den großen Archiven der Jedi war weder über die Planeten Tralus und Talus noch über Cu´gon Draci besonders viel zu finden. Über Cu´gon Draci war nur bekannt, dass er einst ein Schmuggler gewesen war, bevor er das Handeln mit Informationen entdeckt und zu seinem Beruf gemacht hatte. „Hier kommen wir nicht weiter.“ hatte Qui-Gon gesagt. „Wir werden uns in der dortigen Szene umhören müssen, wenn wir mehr über Cu´gon Draci erfahren wollen. Er ist früher Schmuggler gewesen und muss daher einige Kontaktstellen haben.“ Obi-Wan war sofort bereit gewesen, dass zu übernehmen. Qui-Gon hingegen hatte die Vorstellung seines Padawans in den tiefen Ebenen von Coruscant überhaupt nicht gefallen. Aber Obi-Wan hatte ihm so lange in den Ohren gelegen, dass er schließlich nachgegeben hatte. Was solls? hatte er sich gedacht. Kann nicht schaden, wenn der Junge die anderen Gesellschaften von Coruscant kennenlernt! Hätte er doch nur besser auf sein Gefühl geachtet! Obi-Wan war sofort losgelaufen, um ein Lufttaxi zu rufen und Qui-Gon hatte versucht noch weitere Informationen über Tralus und Talus zu finden. Schließlich war es soweit gewesen. Obi-Wan war eingestiegen und davon gerauscht. Deutlich hatten sich die Umrisse des Taxis von der Sonne abgehoben. Obi-Wan hatte noch kurz gewinkt und sich dann dem Fahrer zugewandt um ihm zu sagen, wo er hinwollte. Diese letzten Bilder hatten sich unauslöschbar in Qui-Gons Gedächtnis gebrannt. Er seufzte schwer. Was sollte er jetzt tun? Er fühlte nur Leere in sich. Tiefe, nicht enden wollende Leere, die nur von dem Gefühl der Trauer überdeckt wurde. Und von Wut. Denn soweit er wusste, war das Taxi kurz nach dem Start ins Schlingern geraten, hatte sich ein paar mal um sich selbst gedreht, war dann abgestürzt und in einem riesigen Feuerball auf dem Boden explodiert. Nichts war mehr übrig geblieben. Nichts als ausgebrannte, rauchende Trümmer. Zunächst hatte man die Hoffnung gehabt, es wäre ein anderes Taxi gewesen, aber Augenzeugen berichteten, sie hätten einen jungen Jedi und den Fahrer gesehen, wie sie versucht hatten, das Fahrzeug unter Kontrolle zu bringen. Obi-Wan hatte noch versucht, sich und den Fahrer zu retten. Und er hatte es nicht geschafft. Qui-Gon schloss die Augen. Seine Hände ballten sich zu Fäusten. Es war Sabotage gewesen, dessen war sich Qui-Gon sicher. Er öffnete die Augen und richtete sich auf. Er würde denjenigen finden, der dafür verantwortlich war. Das war er Obi-Wan schuldig. Er würde ihn finden und ihn seiner gerechten Strafe überführen.

2. Kapitel

Langsam erlangte Obi-Wan das Bewusstsein wieder. Vorsichtig öffnete er die Augen, hob den Kopf... und bereute es sofort wieder. Scharfer, glühender Schmerz schoss durch seinen Kopf und ließ ihm schwindelig werden. Stöhnend legte er sich wieder hin und hielt sich den Kopf. Wo war er? Und was war passiert? Er entspannte sich etwas. Die Erinnerung würde zurück kommen, dass wusste er. Er brauchte sie nicht, um jetzt leben zu können. Bilder drangen in sein Bewusstsein. Ein Lufttaxi; strahlend helles Licht; Qui-Gon, dem er zugewinkt hatte; ein Lufttaxi... es hatte Probleme gegeben. Das Lufttaxi war ins Schlingern geraten und dann... Mit einem Mal war die Erinnerung wieder da. Plötzlich wusste er genau was geschehen war, konnte in seiner Erinnerung sogar Details erkennen. Das Lufttaxi war abgestürzt. Alle Versuche, es wieder unter Kontrolle zu bringen waren gescheitert. Im Sturz waren sie an einer Landebucht für kleine Frachter vorbei gekommen. Obi-Wan hatte nicht viel Zeit gehabt. Er hatte sein Seilkatapult aktiviert und das Geländer der Bucht gerade noch erwischt. Das Taxi war irgendwo unter ihm explodiert. Er hatte das grelle Licht und die Wärme wahrnehmen können. Mit letzter Kraft hatte er sich über das Geländer gezogen und war zusammengebrochen. Er musste sich irgendwie bei der Rettungsaktion verletzt haben, denn er spürte jetzt den stechenden Schmerz an Kopf und Schulter. Dann hatte sich Dunkelheit über ihn gesenkt und er war in tiefe Bewusstlosigkeit gesunken. Wo war er? Vorsichtig öffnete er die Augen ein weiteres Mal. Graue Wände, sehr schwaches Licht... Er versuchte den Kopf etwas zu drehen, um den ganzen Raum sehen zu können. Die einzige Sitzmöglichkeit bot ein alter, schäbiger Stuhl in einer Ecke des Zimmers. Er selbst lag auf einer alten Pritsche, die auch schon bessere Zeiten gesehen hatte. Ansonsten war das Zimmer vollkommen leer, sah man von dem zentimenter dicken Staub ab, der sich hier überall abgesetzt hatte. Eine kleine, nackte Glühbirne spendete das kärgliche Licht. Vorsichtig setzte Obi-Wan sich auf. Wenn er sich langsam bewegte waren die Schmerzen nicht ganz so schlimm. Viel Bewegungsfreiheit hatte er nicht. Hätte es noch mehr Möbel gegeben, wäre das Zimmer viel zu voll gewesen, um sich außerhalb der Pritsche bewegen zu können. Behutsam stand er auf und prüfte seine Beine. Sie trugen ihn. Er machte ein paar unsichere Schritte und spürte, wie er mit jedem Schritt stärker wurde. Sein Blick schärfte sich und er sah sich seine kleine Kammer genauer an. Es sah wirklich furchtbar aus. Als hätte man das Zimmer seit Jahren nicht mehr benutzt. Das einzige, was nicht alt und halb verrottet aussah, war die Tür. Obi-Wan fuhr mit der Hand darüber. Massiver Durastahl. Nun gut, sie würde seinem Lichtschwert nicht standhalten können. Automatisch griff Obi-Wan nach seinem Gürtel, wo sein Lichtschwert hing. Oder hängen sollte,denn man hatte es ihm abgenommen. Obi-Wans Herz schlug schneller. Ihm war nun klar, dass man ihn hier gefangen hielt und auch sicher gehen wollte, dass es so blieb. Aber wer? Er schloss die Augen und konzentrierte sich. Vielleicht würde er spüren können, wo er sich befand und ob jemand in der Nähe war. Doch die Macht entglitt ihm, wie ein Stück nasse Seife! Das überraschte ihn. So war es ihm nur ergangen, als er noch ein Schüler des Tempels gewesen war. Damals hatte er die Macht noch nicht einmal soweit verstanden, dass sie für ihn da gewesen war, wenn er sie gebraucht hatte. Doch das hatte sich verbessert, als er Qui-Gons Padawan geworden war. Er hatte gedacht, er würde sie besser beherrschen. Anscheinend hatte er sich geirrt. Er versuchte es noch einmal und achtete diesmal genauer auf seine Empfindungen. Es war, als würde er in einem Vakuum sitzen, als wäre er von einem Moment zum anderen blind geworden. Er konnte die Macht nicht einsetzen! Aber wie war das möglich? Frustriert lehnte Obi-Wan seinen Kopf gegen die kalte Tür. Qui-Gon machte sich sicher Sorgen um ihn. Er musste hier raus! Aber wie? Er konnte die Macht nicht nutzen, um sich zu befreien und sein Lichtschwert war auch verschwunden. Er überlegte: Die Jedi hatten sicherlich von dem Absturz des Taxis gehört und wussten dann auch, dass er an Bord gewesen war. Sie würden sich auf die Suche nach ihm machen und erst ruhen, bis sie wussten, was mit ihm geschehen war. Andererseits.... Das Lufttaxi war explodiert. Wenn sie nun gar nicht nach ihm suchten sondern ihn für tot hielten. Obi-Wan schüttelte ungeachtet des Schmerzes den Kopf. Sie würden nach ihm suchen. Sie mussten nach ihm suchen! Obi-Wan dachte an Qui-Gon. Wenn auch er glaubte, dass er tot war... Und Bant und Yoda und..... Er sträubte sich gegen diesen Gedanken. Die Vorstellung, dass sein Meister und seine Freunde um ihn trauerten, während er hier unten festsaß, schmerzte ihn. Sie würden ihn suchen. Und sie würden ihn finden.

3. Kapitel

Yoda schritt nachdenklich die Gänge des Tempels entlang. Die Nachricht über den Tod des jungen Kenobi hatte auch ihn getroffen. Das kam so überraschend. Niemand im Tempel war auf so etwas vorbereitet gewesen. Aufgrund der Zeugenaussagen war es unwahrscheinlich, dass es sich um einen Unfall gehandelt hatte. Aber war es ein Anschlag auf die Jedi gewesen oder war es ein Verrückter, dem es Spaß machte Lufttaxis zu sabotieren? Egal, was zutraf, ein Jedi war gestorben und dieser Sache musste nach gegangen werden. Plötzlich blieb Yoda stehen. Er hatte etwas gespürt. Er schloss die Augen und ergab sich der Macht. Jetzt war es deutlicher: Trauer, Wut, Zorn, Hilflosigkeit, Ohnmacht. Yoda öffnete die Augen. Er wusste genau woher diese Gefühle kamen. Er ging weiter und blieb schließlich vor der Tür des Sternenkartenraumes stehen. Leise öffnete er die Tür. Dort, zwischen des Abbildungen der unzähligen Planten, saß Qui-Gon. Yoda hatte ihn noch nie so gesehen. Selbst als sein früherer Padawan Xanatos zur Dunklen Seite gewechselt hatte war er nicht so niedergeschlagen gewesen. Seine Haut hatte an Farbe verloren, seine Hände waren zu Fäusten geballt und er starrte düster vor sich hin. Leise trat Yoda ein und blieb neben Qui-Gon stehen. Der schien vom Erscheinen des Meisters nichts mit zu bekommen. Statt dessen spürte Yoda eine neue Welle großer Trauer. „An Obi-Wan du denkst, hhhmmm?“ fragte Yoda vorsichtig. Obwohl er leise gesprochen hatte schrak Qui-Gon zusammen als hätte man ihn angeschrien. Er fuhr herum. „Meister! Ich habe Euch nicht kommen hören.“ „Nicht so viel grübeln du solltest. Nicht gut für dich das ist.“ sagte Yoda ruhig. Qui-Gon wusste die Ratschläge Yodas immer zu schätzen. In jedem seiner Worte klang Weisheit. Seinen Rat zu ignorieren war töricht und leichtsinnig, dass hatte Qui-Gon schon früh gelernt. Doch jetzt wünschte er, der Meister würde gehen. Er wollte allein sein. Allein mit seiner Trauer. „Ich.... habe über Verschiedenes nachgedacht.“ sagte er schließlich. „An denjenigen der verursacht hat diesen Unfall, hhhmmm?“ Es war eine Feststellung und keine Frage. Sinnlos es zu leugnen. Kaum jemand konnte seine Gefühle und Gedanken vor Yoda verbergen. Dennoch wünschte sich Qui-Gon, er könnte es in diesem Moment. Der Gedanke, dass der Attentäter dort draußen frei herumlief während Obi-Wan tot war, ließ unbändige Wut in ihm aufsteigen. Yoda sah, wie sich Qui-Gons Gesichtsausdruck veränderte. „Oh ja, im Zorn du an ihn denkst, Qui-Gon. Vorsichtig sein du musst! Im Zorn nicht nach ihm suchen du darfst! Wenn doch, der Dunklen Seite sehr nah du wirst sein.“ warnte Yoda. Qui-Gon versuchte sich etwas zu entspannen. Soweit durfte er es nicht kommen lassen, auf keinen Fall. Der Preis dafür war zu hoch! „Ich werde ihn finden, Meister.“ sagte er dann. „Er wird seine gerechte Strafe bekommen.“ „Gefunden werden er muss, Qui-Gon. Doch noch etwas anderes zu besprechen ich mit dir habe.“ Qui-Gon sah Yoda überrascht an. Er konnte an nichts anderes als an Obi-Wans Schicksal denken. „Die Mission, die dir und Obi-Wan übertragen wurde nicht vergessen werden darf! Nicht besser die Lage wurde.“ erklärte Yoda. Qui-Gon stand abrupt auf. „Ich kann diese Mission jetzt nicht übernehmen, Meister.“ sagte er. Yoda nickte. „Ein anderes Team wir werden schicken. Aber du ruhiger musst werden, Qui-Gon. Nachdenken du musst bevor du handelst. Lass dich von der Macht leiten.“ „Dass werde ich, Meister.“ „Möge die Macht mit dir sein.“ sagte Yoda. Qui-Gon verbeugte sich und verließ den Raum. Die Mission. Daran hatte er überhaupt nicht mehr gedacht. Er durfte nicht zulassen, dass seine Gefühle überhand nahmen. Er musste sich beherrschen. Das werde ich auch, dachte er grimmig. Ich kann mich kontrollieren und denjenigen finden, der dafür verantwortlich ist. Entschlossen lenkte er seine Schritte zu seinem Zimmer. Er hatte zu tun.

4. Kapitel

Obi-Wan war inzwischen fast am Ende seiner Kräfte. Seine Schulter brannte wie Feuer und ihm wurde immer wieder schwindelig. Er setzte sich auf die Pritsche. Er hatte keine Ahnung wie lange er schon hier war. Da kein Sonnenlicht in den Raum fiel, konnte er unmöglich die Tageszeit bestimmen und drohte jedes Zeitgefühl zu verlieren. > Du siehst nicht gut aus, junger Jedi. < Obi-Wan fuhr hoch. Wer hatte da gesprochen? > Bleib ganz ruhig. Es wird dir nichts geschehen. < „Wer sind Sie?“ fragte er die körperlose Stimme. Er bemerkte, dass die Stimme durch ein Micro übertragen wurde, konnte aber nicht mit Sicherheit sagen, woher sie kam. > Oh das tut nichts zur Sache < antwortete die Stimme. > An deiner Stelle würde ich mir nicht so viel Gedanken darüber machen wer ich bin. Sorg lieber dafür, dass du bei Kräften bleibst. < „Warum halten Sie mich hier fest?“ Obi-Wan war im Grunde genommen froh, dass er mit jemandem sprechen konnte. Die Stille war sonst sehr bedrückend. > Ach, das ist nichts Persönliches < lautete die Antwort. > Ich will nur, dass die Jedi ein bißchen beschäftigt sind, bis ich einige Vorkehrungen getroffen habe. < „Vorkehrungen?“ Was für Vorkehrungen?“ fragte Obi-Wan verwirrt. „Und warum brauchen Sie mich dafür?“ > So viele Fragen! Zerbrich dir darüber nicht den Kopf, junger Jedi. Ich werde die so wieso nichts verraten. Nur so viel: Es hat mit Tralus zu tun! So hilft dir das weiter? < Ein heiseres Lachen war zu hören. Obi-Wan lief es eiskalt den Rücken hinunter. Tralus. Dorthin hatte sie doch ihre Mission führen sollen und er war unterwegs gewesen , um etwas über Cu´gon Draci in Erfahrung zu bringen, bevor das alles passiert war. Wenn dieser Mann, seinem Lachen nach zu urteilen war es einer, nun ebenfalls mit Tralus in Verbindung stand, konnte es vielleicht sein...! Obi-Wan wusste, dass er ein hohes Risiko einging, aber er hatte keine Wahl, wenn er mehr über diesen Typ herausfinden wollte. „Cu´gon? Cu´gon Draci, sind Sie das?“ Der Mann antwortete nicht sofort. Als Obi-Wan schon glaubte keine Antwort mehr zu bekommen, sprach der Mann erneut. > Cu´gon Draci? Diesen Namen habe ich noch nie gehört.< Obi-Wan konnte sich ein leises Lächeln nicht verkneifen. Mit seiner zurückhaltenden Art hatte er Obi-Wan ungewollt genau die Information gegeben, die er brauchte. Der Mann war Cu´gon Draci oder kannte ihn zumindest. Dem Mann schien nun zu dämmern, dass er einen Fehler gemacht hatte, denn in seiner Stimme schwang nun ein ärgerlicher Ton mit. > Du legst dich besser schlafen, junger Jedi. Es ist spät und du brauchst Ruhe um bei Kräften zu bleiben. < „Wenn Sie sich solche Sorgen um meine Gesundheit machen, sollten Sie mich besser gehen lassen.“ erwiderte Obi-Wan herausfordernd. Doch dieses Mal bekam er keine Anwort.

5. Kapitel

Qui-Gon befand sich am Rand der Verzweiflung. Er hatte mit den leitenden Sicherheitsleuten gesprochen, die den Fall untersuchten, hatte Informationen zusammen getragen und hatte sich die halbe Nacht um die Ohren geschlagen. Aber alles was er tun konnte war warten. Warten auf den Bericht der Sicherheitskräfte, warten auf eine Nachricht aus seinen Informationsquellen, warten, warten, warten. Frustriert stützte er den Kopf in die Hände. Es könnte nicht schlechter laufen. Er hatte keine große Hoffnung, dass das Sicherheitsteam irgend etwas finden würde, was ihm weiterhalf. Aber er musste einfach alles versuchen. Das war er Obi-Wan schuldig. Obi-Wan. Er spürte, wie sich eine neue Welle tiefer Trauer in ihm zusammen braute und ihn zu überwältigen drohte. Der Junge war so wissbegierig gewesen, so eifrig. Er hätte noch so viel lernen können. Und noch etwas anderes beschäftigte ihn: Nachdem Xanatos zur Dunklen Seite gewechselt hatte, war Obi-Wan sein erster Padawan seit langer Zeit gewesen. Er hatte die Wunden geheilt, die die Erfahrungen mit Xanatos gerissen hatten. Und nun war Obi-Wan tot. Qui-gon fragte sich langsam, ob er zum Jedi-Meister taugte. Yoda würde ihm jetzt sagen, dass er einen Schüler nur führen konnte. Dass er nichts hätte tun können, um es zu verhindern, weder bei Xanatos noch bei Obi-Wan. Dennoch wurde er das Gefühl nicht los, dass er etwas hätte tun müssen um es zu verhindern. Wenn er nur auf sein Gefühl gehört hätte! Ihm war nicht wohl dabei gewesen, Obi-Wan unten in den tiefen Ebenen von Coruscant zu wissen. Auch wenn es vielleicht ein anderer Grund gewesen war, warum er so empfunden hatte, er hätte sich von Obi-Wan niemals umstimmen lassen dürfen! Meine Schuld! Wieder ist es meine Schuld! Diesen Gedanken konnte er nicht vertreiben.
Als er so seinen düsteren Gedanken nach hing, piepte sein Comlink. Sofort war er wieder bei der Sache und nahm das Gespräch entgegen. Eine junge Frau meldete sich. „Es tut mir leid, aber ich habe keine guten Nachrichten für Euch.“ sagte sie vorsichtig. Qui-Gon holte tief Luft. „Ja?“ „Wir haben einige Proben ins Labor geschickt und das gesamte Fahrzeug gründlich untersucht. Die Ergebnisse sind niederschmetternd. Wir können nicht mal mit Sicherheit sagen, dass Euer Padawan um Taxi saß, geschweige denn irgendwelche Informationen über den Saboteur finden.“ Qui-Gon war erschüttert. Dass die Ergebnisse so schlecht sein würden hatte er nicht erwartet. „Trotzdem vielen Dank.“ Selbst zu dieser einfachen Höflichkeitsbekundung musste er sich zwingen. Er unterbrach die Verbindung und versuchte klar zu denken. Was konnte er jetzt noch tun? Im Moment schien es nichts zu geben. Er konnte genauso gut schlafen gehen. Aber etwas in ihm sträubte sich dagegen, sich jetzt Ruhe zu gönnen. Ein unbestimmtes Gefühl nagte an ihm, so als hätte er etwas übersehen. Er versuchte sich zu entspannen. Wenn er versuchen würde es mit Gewalt zu erzwingen, würde es sich ihm entziehen. Er schloss die Augen und griff nach der Macht. Er rief sie zu sich, hüllte sich in sie wie in eine warme Decke. Die Mission, Tralus und Talus, Cu´gon Draci... Er riss die Augen auf. Sein Herz schlug schneller. Cu´gon Draci... konnte er etwas damit zu tun haben? Konnte er gewusst haben, dass er und Obi-Wan mit dieser Mission betraut worden waren und wollte die Ermittlungen in dieser Richtung verhindern? Qui-Gon runzelte die Stirn. Eigentlich war das unmöglich. Nein, dass hatte er sicher nicht gewusst. Dass hieß allerdings, dass er die Jedi im Allgemeinen treffen wollte und dass er dabei auch noch den Padawan des leitenden Meisters erwischt hatte, kam ihm wohl sehr gelegen; wenn er es überhaupt wusste. Obi-Wan war ihm also zufällig zum Opfer gefallen. Unbändige Wut kam in Qui-Gon hoch, geschürt von seinen eigenen Schuldgefühlen und seiner Trauer. Wenn das wahr sein sollte, dann... dann... was dann? Würde er ihn umbringen? Er schüttelte den Kopf und verdrängte den Zorn und seine Trauer an einen Ort, an dem ihm seine Gefühle nicht in die Quere kommen konnten. Er sah auf sein Chrono. Es mochte ihm vielleicht nicht gefallen, aber heute würde er nichts mehr herausfinden. Er seufzte und stand auf. Es hatte heute keinen Sinn mehr, noch weiter nach zu forschen. Aber er hatte immerhin eine Spur und war sie noch so schwach.

6. Kapitel

Obi-Wan konnte einfach nicht einschlafen. Immer wieder drehten sich seine Gedanken um die selben Probleme: Wie konnte er von hier entkommen? Und warum konnte er die Macht nicht einsetzen? Lag das an ihm oder hatte der fremde Mann, also vermutlich Cu´gon Draci, hier Verhältnisse geschaffen, die es ihm unmöglich machten die Macht zu nutzen? Egal wie er sich auch das Gehirn zermarterte, er kam zu keinem Ergebnis. Unruhig warf er sich hin und her. Der Schmerz in seiner Schulter war zu einem ständigen Begleiter geworden, was aber nicht hieß, dass er sich daran gewöhnt hatte. Manchmal war es so schlimm, dass er einfach nur da lag und versuchte nicht an den Schmerz zu denken, der ihn so quälte. Dazu kam noch die seltsame Blindheit, die ihn hier befallen hatte. Er drehte sich zur Wand und zog mit seinen Blicken die unzähligen Risse der Wand nach. Wenn er doch nur den Tempel kontaktieren könnte! Er hatte sich noch nie so sehr ein Comlink gewünscht wie in diesem Moment. Wieder versuchte er die Macht zu sich zu rufen. Aber er erreichte auch nicht mehr, als die unzähligen Male zuvor. Im Namen der Macht, was war denn das? Langsam ging es ihm auf die Nerven sich immer nur diese Fragen zu stellen und nie eine Antwort zu bekommen. Geduld! Ermahnte er sich selbst. Es würde nichts bringen, wenn er sich hier verrückt machte. Er hob eine Hand und berührte die Wand. In Gedanken versunken strich er über die feinen Risse, die er zuvor schon mit seinen Augen erkundet hatte. Plötzlich blieben seine Finger an einer Unebenheit hängen. Er hielt sie mit seinen Fingerspritzen fest und setzte sich vorsichtig auf. Seine Schulter protestierte mittlerweile gegen jede Art von Bewegung, aber er ignorierte die Schmerzen. Er untersuchte die Wand genauer. An dieser Stelle schien sie nicht sonderlich stabil zu sein. Jetzt fiel ihm auch auf, dass die Farbe der Wand an dieser Stelle etwas heller war als sonst. Hier hatte früher etwas gehangen. Er konnte noch das kleine Loch erkennen, in dem früher ein Haken gesteckt haben musste. Sein Herz schlug schneller. Wenn seine Vermutung stimmte, dann war es ihm vielleicht möglich, die Wand an dieser Stelle zu beschädigen und zu entkommen. Aber ehe er noch genauer darüber nachdenken konnte, hörte er das leise Knacken. Eine Verbindung wurde aufgebaut. Wahrscheinlich zu seinem Raum. Schnell schnell setzte er sich anders hin. Der Mann konnte ihn sicherlich auch sehen und er wollte ihm keinen Hinweis auf seine Gedanken geben. > Nun, wie geht es dir heute? < ertönte die Stimme. „Nicht besonders.“ antwortete Obi-Wan kurz angebunden. > Dann wird dich freuen, was ich dir mitzuteilen habe. < „Jetzt bin ich aber gespannt.“ sagte Obi-Wan und verschränkte die Arme vor der Brust, was ihm einige Mühe bereitete. > Wenn alles so läuft wie ich mir das vorstelle, dann kannst du bald hier raus! < antwortete die Stimme. Obi-Wans Herz schlug bei dieser Nachricht höher, aber äußerlich blieb er ruhig. „Wenn alles so läuft, wie Sie sich das vorstellen?“ fragte er pikiert. „Was heißt das im Klartext?“ > Das heißt, dass ich bald keine Vorkehrungen mehr zu treffen habe. Und stell mir nicht immer Fragen, auf die ich dir so wieso keine Antwort geben kann < Obi-Wan war zufrieden. Er ging ihm offensichtlich auf die Nerven. Vielleicht hatte er bald genug von ihm und ließ ihn früher gehen als geplant. Zugeben es war eine schwache Hoffnung, aber er hatte keinen bessere Idee. Er spürte das der Mann die Verbindung unterbrechen wollte. „Warten Sie!“ rief er. > Ja? < hörte er die Stimme genervt sagen. „Ich habe eine Frage, die Sie mir sicher beantworten können.“ > Und die wäre? < Die Stimme war nun etwas freundlicher. „Was haben Sie mit diesem Raum gemacht?“ fragte Obi-Wan. „Egal was ich versuche, ich kann die Macht nicht nutzen um mich zu heilen!“ Erst war überhaupt nichts zu hören. Dann brach der Mann in schallendes Gelächter aus. Er beruhigte sich nur sehr langsam und Obi-Wan bemühte sich nicht aus der Haut zu fahren. Jetzt machte sich dieser Typ auch noch über ihn lustig! Schließlich sprach der Mann wieder, immer noch mit Heiterkeit in der Stimme. > Dass hätte ich fast vergessen! Junger Jedi, dass hat nichts mit diesem Raum zu tun. < „Womit denn dann?“ fragte Obi-Wan verwirrt. Ein leises Kichern war zu hören. > Das liegt an meinen kleinen Haustieren. Ich habe eine Vorliebe für Ysalimiri und die sind in bestimmten Situationen überaus nützlich! < Wieder war das heisere Lachen zu hören. Obi-Wan war völlig perplex. Ysalimiri! Das erklärte natürlich alles! Er hatte über diese Tieren einiges im Unterricht erfahren. Sie hatten die einzigartige Gabe die Macht zu blockieren. Kein Wunder, dass er sich so blind fühlte! Sein Beobachter beruhigte sich allmählich wieder. > Nimm es nicht so schwer! Du hast es ja bald überstanden. < Für Obi-Wan war das ein schwacher Trost. Er hatte noch nie völlig ohne die Macht auskommen müssen. Er fühlte sich schwach und hilflos, beinahe nackt. > Ich bin überzeugt, du wirst die paar Tage auch ohne die Macht auskommen! < „Tage?„ platzte es aus Obi-Wan heraus. > Ein bißchen Zeit musst du mir schon lassen, verstanden? < Jetzt war die Wut in der Stimme deutlich wahrzunehmen. > Sei froh, dass ich dich hier unterbringe. In ein Kanalloch sollte ich dich stecken, dass wäre der richtige Ort für dich! < Damit war die Verbindung unterbrochen. Niedergeschlagen legte sich Obi-Wan wieder hin. Tage! Wie sollte er das nur überstehen? Inzwischen hatte er empfindlichen Hunger. Aber der Typ dachte wohl, ein Jedi bräuchte keine Nahrung. Sein Blick wanderte wieder zur Wand. Heute nacht würde er versuchen, hier raus zukommen. Dann würde er sicher nichts von Cu´gon Draci hören. Er war sich inzwischen sicher, dass er es mit ihm zu tun hatte. Leider half ihm das nicht sonderlich weiter. Er konnte weder einschätzen, wie er reagieren würde, noch was er überhaupt vor hatte. Aber jetzt spielte das so wieso keine Rolle mehr. Der Gedanke an die Freiheit vertrieb jede Vorsicht. Er war schon so lange hier drin, dass er an nichts anderes mehr denken konnte. Langsam schloss er die Augen. Da er die ganze Nacht nicht geschlafen hatte, war er sehr müde. Ein Lächeln huschte über sein Gesicht. Er würde es schaffen. Er würde hier raus kommen und wieder bei Qui-Gon sein. Ihm war nicht klar gewesen, wie sehr er an seinem Meister hing. Hoffentlich hatte Qui-Gon ihn nicht schon aufgegeben. Bald, bald bin ich wieder im Tempel! Mit diesem Gedanken sank er in einen tiefen Schlaf.

7. Kapitel

Für Qui-Gon war es ebenfalls eine unruhige Nacht gewesen. Sein Körper hatte um Erholung gebettelt, doch seine Gedanken hatten ihn wach gehalten. Als er am nächsten Morgen früh aufstand fühlte er sich wie gerändert, aber darauf konnte er keine Rücksicht nehmen. Er nahm sich zeit für ein schnelles Frühstück, wobei ihm auffiel, dass die Schüler ihn merkwürdig ansahen. Als er dann zum Saal der Tausend Quellen ging, um in Ruhe zu meditieren und seine Gedanken zu ordnen, kam ihm Adi Galllia entgegen. Sie war auf dem Weg zum Ratssaal der Jedi und sehr in Eile. Dennoch blieb sie verwundert stehen als sie Qui-Gon sah. „Meister Jinn!“ Qui-Gon wäre um ein Haar an ihr vorbei gelaufen. Er blieb überrascht neben ihr stehen. „Ja?“ „Meister Jinn, ist alles in Ordung?“ fragte sie. Qui-Gon war überrascht Besorgnis in ihrer Stimme zu hören. Adi Gallia ließ ihre Eindrücke und Gefühle normalerweise nicht so einfach durch blicken. „Es geht schon.“ sagte er. Dass schien sie nicht zu überzeugen, denn sie sah ihn weiterhin besorgt an. „Ihr solltet Euch etwas mehr Ruhe gönnen. Ihr seht sehr erschöpft aus.“ „Ich danke Euch für Eure Besorgnis aber ich komme zurecht. Wenn Ihr mich jetzt entschuldigen würdet. Ich habe zu tun.“ Adi Gallia nickte. „Selbstverständlich.“ Sie sah ihm nach bis er hinter der Ecke verschwunden war. Nachdenklich setzte sie ihren Weg fort, nun allerdings sehr viel langsamer. Qui-Gon hatte sich verändert. Sie hatte ihn noch nie so niedergeschlagen und zurückgezogen erlebt. Schließlich war sie am Ratssaal angekommen. Als sie eintrat waren bereits alle anderen Jedi-Meister anwesend. Mace Windu bedachte sie mit einer hochgezogenen Augenbraue. Ihr dämmerte, dass sie viel zu spät dran war. Sie verbeugte sich vor den Meistern. „Ich bitte meine Verspätung zu entschuldigen. Ich war in Gedanken.“ Mace ließ keine Gefühlsregung erkennen, als er sagte: „Und was war so wichtig um zu spät zu einer wichtigen Ratssitzung zu kommen?“ Adi Gallia begegnete seinem fragenden Blick mit völliger Ruhe. „Qui-Gon Jinn.“ sagte sie schlicht. Das hatte eine größere Wirkung als sie erwartet hatte. Alle im Saal tauschten Blicke aus. Adi war verwirrt. „Was ist los?“ fragte sie ohne sich ihre Verwirrung anmerken zu lassen. „In der Sitzung heute morgen soll es ebenfalls um Meister Jinn gehen.“ erklärte Mace Windu. „Aber bitte, setzt Euch!“ Adi nahm ihren Platz im Saal ein und sah sich verwundert um. Alle im Raum schienen sich ernsthafte Sorgen zu machen. Aber im Grunde genommen war das auch kein Wunder, sagte sie sich; so wie Qui-Gon ausgesehen hatte bestand wirklich Grund zur Sorge. Mace verlor auch keine Zeit mehr. „Wie Ihr ja alle wisst, hat sich inne halb unserer Reihen eine Tragödie ereignet. Obi-Wan Kenobi, der Padawan von Meister Qui-Gon Jinn, ist verstorben. Wem Meister Jinn in den letzten Stunden begegnet ist, weiß in welchen Zustand er sich nun befindet.“ „Kaum schlimmer es sein könnte.“ fügte Yoda sorgenvoll hinzu. Mace nickte. „Wir müssen nun beratschlagen, was wir in dieser Sache unternehmen können.“ „Qui-Gon hat sich sehr verändert!“ stimmte Adi Gallia zu. Mace sah sie interessiert an. „Was ist Euer Eindruck?“ fragte er. „Nun, es scheint mir so, als hätte er sich inzwischen gefasst. Er scheint etwas vor zu haben. Etwas, was er mit niemandem teilen möchte.“ Sie dachte einen Moment nach. „Etwas, von dem er glaubt, dass es nur ihn etwas angeht.“ endete sie schließlich. „Die Suche nach dem Täter Ihr meint.“ sagte Yoda. „Könnte sein.“ gab Adi zurück. „Sicher es ist. Mir gesagt er es hat!“ Mace sah Yoda verwundert an. „Er hat Euch gesagt, er würde den Täter finden?“ Yoda nickte. „Dann ist die Lage wirklich nicht einfach.“ „Er könnte der Dunklen Seite verfallen, wenn er im Zorn nach ihm sucht.“ sagte Ki-Adi Mundi nachdenklich. „Beobachten wir ihn müssen. Aufmerksam sein, dass einzige ist, was tun wir können in dieser Lage.“ sagte Yoda. Die anderen Meister nickten. Adi Gallia war besorgt. Hoffentlich würde beobachten ausreichen, um sicher zu gehen, dass Qui-Gon den rechten Weg nicht verlor. Sie hatte das unheilvolle Gefühl, als würde es das nicht. Aber sie konnte auch nicht mehr tun, als auf die Weisheit Yodas zu vertrauen. Das mussten sie alle. Aber es wurde dadurch nicht leichter.

8. Kapitel

Obi-Wan schreckte aus tiefen Schlaf hoch und war sofort hellwach. Hoffentlich hatte er nicht zu lange geschlafen! Vorsichtig setzte er sich auf und stöhnte. Seine Schulter musste sich entzündet haben. Es fühlte sich an, als hätte jemand ein Lichtschwert in seine Schulter versenkt und vergessen es raus zu ziehen. Es half nichts; vielleicht würde er nie wieder so eine Chance bekommen! Jetzt oder nie! Er tastete mit den Fingern bis er die kleine Rille wieder zwischen den Fingern spürte. Er legte sich ritt links auf die Pritsche ohne den Blick von der Stelle zu nehmen und holte mit den Beinen aus. BUMM! Er spürte wie sich der Schock des Aufpralls durch seinen Körper fortsetzte und in seiner Schulter einen Vulkanausbruch hervorrief. Er biss die Zähne zusammen, um nicht laut auf zu schreien. Nachdem der Schmerz etwas abgeklungen war, holte er erneut aus. BUMM! Wieder traf ihn eine Welle aus Schmerz und ließ ihn einen Moment schwindelig werden. Wenn er sich nun geirrt hatte? Wenn er hier überhaupt nichts erreichte außer dass er sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen konnte? Nur nicht dran denken! Noch einmal! BUMM! Dieses Mal hörte er, wie der alte, brüchige Mörtel durch die Ritzen rieselte. Sein Herz machte einen Salto. Bald hatte er es geschafft. Bald würde er draußen sein! Dieser Gedanke gab ihm neue Kraft und er holte erneut aus. BUMM! Dieses Mal gab die Wand ein Stück nach. BUMM! Einzelne, kleine Steine lösten sich und vielen zu Boden. So ging es weiter, bis er ein kleines Loch in die Wand geschlagen hatte. Dann drehte er sich um und begann die Steine aus dem Weg zu räumen. Da er nur einen Arm einsetzen konnte, dauerte es länger. Obi-Wan begann nervös zu werden. Dass alles hatte schon viel zu lange gedauert. Wenn er jetzt erwischt wurde.... Fieberhaft arbeitete er weiter. Seine Schulter fühlte sich an, als würde sie gleich von innen verglühen und sein Atem ging schnell. Schließlich war das Loch groß genug und er zwängte sich hindurch. Auf der anderen Seite krabbelte er hinaus und stand sofort auf. Wenn sein Zimmer schon dreckig gewesen war, war es dennoch nicht mit diesem zu vergleichen: Überall lagen Büchsen und Dosen von Notrationen, ein altes Datapad lag auf dem Boden zusammen mit einer Unmenge an Staub und anderem Abfall, den Obi-Wan nicht identifizieren konnte. Er rümpfte die Nase. Wo war er hier bloß gelandet? Er wühlte sich durch all den Schmutz und gelangte zu einer Tür. Sein Herz schlug schneller. Wenn diese Tür jetzt verschlossen war, dann war alles umsonst gewesen! Er berührte sie.. und die Tür öffnete sich mit einem leisen Zischen. Grenzenlose Erleichterung überkam ihn. Vorsichtig trat er auf den Gang, der sich hinter der Tür befand und folgte ihm. Dabei kam er an unzähligen Türen vorbei, die sich alle rechts und links von ihm befanden und gelangte schließlich zu einer Treppe, die ihn nach oben führte. Am oberen Ende blieb er stehen und sah sich verwundert um: Eine kleine Anlage war zu sehen, die mit einem altmodischen Micro verbunden war. Er überlegte; sicher hatte der Typ von hier aus mit ihm gesprochen. Dann könnte es doch sein, dass sich der Ausgang ganz in der Nähe befand! Er sah sich genauer um, konnte aber auf den ersten Blick nichts erkennen, was wie eine Tür aussah. Frustriert hieb er mit der Hand auf das Kontrollpult der Anlage. Das konnte doch nicht wahr sein! Jetzt war er schon so weit gekommen und nun sollte alles umsonst gewesen sein? Plötzlich drang ein Geräusch in sein Bewusstsein. Ein leises Summen, dass immer lauter wurde. Er blickte nach oben und hätte vor Freude beinahe aufgeschrien. Eine Rampe senkte sich von der Decke hinab und setzte genau vor seinen Füßen auf. Er musste diesen Mechanismus ausgelöst haben, als er mit seiner Hand auf das Kontrollpult geschlagen hatte. Er rannte die Rampe hinauf, die sich gleich wieder schloss, als er oben angekommen war. Seine Freude erhielt allerdings einen ziemlichen Dämpfer als er feststellen musste, dass er sich in einem weiteren Raum befand. Er spürte Zorn in sich aufflammen und besann sich zur Ruhe. Geduld! sagte er sich. Ich werde den Ausgang sicher bald finden! Dieses Gebäude war der reinste Irrgarten! Wenigstens führte ihn sein Weg nach oben und da wollte er schließlich hin. Dennoch viel es ihm immer schwerer Ruhe zu bewahren. Das ist die beste Geduldsprobe die ich je hatte dachte er grimmig. Er sah sich das Zimmer an und stellte überrascht fest, dass es sehr viel sauberer war als die, die er bisher kennen gelernt hatte. Es sah fast so aus, als würde es regelmäßig gesäubert werden. Außerdem schien derjenige er hier wohnte nicht zu den Ärmsten zu gehören. Ein Schrank in einer Ecke des Zimmers sah aus, als wäre er nicht der billigste und auch die Bilder, die hier an den Wänden hingen gehörten wohl zu der teureren Sorte. Er ging zum Tisch und öffnete probe halber eine Schublade. Vielleicht würde er hier etwas finden mit dem er seine Wunde behandeln konnte oder etwas, dass ihm einen Hinweis gab wo er jetzt war. In den Schubladen lag allerlei Plunder, Datapads und einige andere Dinge aber nichts was ihm weiterhalf. So sah er in jede Schublade und durchsuchte sie rasch. Dabei achtete er darauf, dass die Sachen alle wieder an ihren Platz kamen, bevor er die Schublade schloss. Er wollte niemandem einen Hinweis darauf geben, dass jemand sich an den Schubladen zu schaffen gemacht hatte. Dennoch konnte er nichts finden, was ihm irgendwie geholfen hätte. Er schluckte seine Enttäuschung hinunter und ging zum Schrank. Hoffentlich würde sich hier etwas finden lassen! Er durchsuchte auch hier alle Fächer. Als er die Hoffnung schon fast aufgeben wollte, entdeckte er unter einem Stapel Tuniken einen länglichen Gegenstand, der fast aussah wie... Aufgeregt griff er danach und... hielt sein Lichtschwert in den Händen! Eine Welle tiefer Befriedigung erfasste ihn. Er fuhr mit den Händen die Umrisse des Schwertes nach und hängte es dann an seinen Gürtel. Sofort fühlte er sich besser. Jetzt war er sich sicher, dass er es schaffen würde zurück zum Tempel zu kommen. Plötzlich hörte er Stimmen. Sie kamen von draußen und schienen näher zu kommen. Im Stillen verfluchte er sich. Er hatte nicht daran gedacht, dass ihn jemand suchen würde. Er hatte sich zu viel Zeit gelassen! Jetzt hörte er auch Schritte und die Stimmen wurden deutlicher. Schnell versteckte er sich hinter der Tür. Wenn die jetzt in dieses Zimmer wollte, dann war alles umsonst. Wie sollte er denn erklären, dass er sich in einem fremden Zimmer aufhielt? Er hielt die Luft an. Doch dann hörte er, wie die Schritte langsam leiser wurden und schließlich verstummten. Erleichtert atmete er aus. Das war gerade noch mal gut gegangen! Er schwor sich, nie wieder so unüberlegt zu handeln. Vorsichtig öffnete er die Tür und horchte genau, ob sich irgend jemand näherte. Er konnte nichts wahrnehmen, aber das hieß gar nichts. Wenn er doch nur die Macht nutzen könnte! Dann würde er sich wohler fühlen. Aber wer sagt denn, dass ich es nicht kann? dachte er dann. Vielleicht befinde ich mich schon längst nicht mehr in der Reichweite der Ysalimiri! Er schloss die Augen öffnete sich der Macht. Aber noch immer spürte er, wie sie sich ihm entzog. Dennoch... es fiel ihm nicht mehr ganz so schwer, sich mit ihr zu verbinden. Immerhin ein Fortschritt. Vielleicht würde es besser sein, wenn er erst einmal das Gebäude verlassen hatte. Ein weiterer Grund hier so schnell wie möglich zu verschwinden! dachte er. Schnell lief er in die Richtung, in der auch die beiden Stimmen verschwunden waren. Vielleicht führten sie ihn ja direkt zum Ausgang. Wenn ihn Qui-Gon nur sehen könnte! Er würde ihn anlächeln und eine spitze Bemerkung über seine Fähigkeiten machen. Obi-Wans Blick verfinsterte sich. Bald würde er wieder bei ihm sein. Dann würde er endlich all dies erklären können. Plötzlich wünschte er sich nichts sehnlicher, als mit Qui-Gon zusammen zu sitzen und ihm alles zu erzählen. Später dachte er und zwang sich, sich wieder auf die Gegenwart zu konzentrieren. Er hatte nichts davon, wenn er jetzt Cu´gon Draci in die Arme lief. Er bog um eine Ecke und tatsächlich: Eine weitere Tür stand offen und gab den Blick frei auf das rege Treiben Coruscants. Obi-Wan zwang sich langsam zu gehen. Am liebsten wäre er hinaus gerannt, hätte sich in die Sonne gestellt und dem ganzen Planeten zugerufen, wie froh er war endlich draußen zu sein. Langsam trat er hinaus und stellte fest, dass er sich in dem nobelsten Bezirk Coruscants befinden musste. Überall liefen Dienstboten umher, Droiden waren damit beschäftigt Gepäckstücke zu verladen und einige Sicherheitsleute beobachteten das Treiben. Langsam ging Obi-Wan auf die Menge zu und verlor sich schließlich im Getümmel. Etwas besseres hätte ihm gar nicht passieren können! Selbst wenn Cu´gon Draci sein Veschwinden inzwischen bemerkt hatte und nach ihm suchte, würde er ihn in diesen Massen sicher nicht finden. Einige Passanten sahen in merkwürdig an und Obi-Wan fiel ein, dass er sicher sehr seltsam aussah mit seiner zerfetzten Tunika und einer tiefen Wunde an der Schulter. Er versuchte sich an den Rand der Menge zurück zu ziehen und sich erst einmal zu orientieren. Als er sich vorarbeitete, wurde er von jemandem angerempelt, der es offensichtlich eilig hatte. Ein Ellenbogen traf seine Schulter und jagte eine Welle aus Schmerz durch seinen Körper. Seine Beine gaben nach und er sank auf die Knie. Er rang nach Luft; anscheinend war er doch noch nicht wieder so gut in Form wie er angenommen hatte. Auf seiner Flucht hatte er die Schmerzen kaum wahr genommen. Warum waren sie gerade jetzt wo er es fast geschafft hatte, wieder so heftig? „Ist alles in Ordnung mit Euch?“ Obi-Wan sah auf. Eine junge Senatorin hatte sich über ihn gebeugt und sah ihn besorgt an. „Danke, es geht schon.“ sagte Obi-Wan und versuchte aufzustehen. „Ich brauche nur etwas Zeit, bis ich....“ Der Schmerz nahm ihm den Atem und er sank zurück auf den Boden. „Schnell, wir brauchen ein Medteam!“ hörte er die Senatorin rufen. „Es wird dir gleich besser gehen, junger Jedi.“ sagte sie dann sanft zu ihm. Also wusste sie, wer er war. „Bitte.... ich.... ich muss dringend zum Tempel.“ brachte er mühsam heraus. „Alles zu seiner Zeit. In diesem Zustand können wir dich nicht gehen lassen!“ hörte er eine andere Stimme sagen. Er blickte sich um und sah, dass einige Sicherheitsleute hinter ihm aufgetaucht waren. Ein Mann von ungefähr 25 Jahren hockte sich neben ihn hin. „Kann ich mir mal deine Wunde ansehen? Das Medteam wird jeden Moment da sein.“ sagte der Mann mit ruhiger Stimme. Obi-Wan nickte nur stumm. Er konnte kaum noch klar sehen, ein dichter Nebel hatte sich über seine Augen gesenkt. Er spürte, wie der Mann vorsichtig die Fetzen seiner Tunika zur Seite schob und die Wunde sanft berührte. Es reichte jedoch aus, um ihn aufstöhnen zu lassen. „Das ist eine böse Verletzung. Wie hast du dir die eingefangen?“ fragte der Mann. „Wann ist das Medteam da?“ fragte Obi-Wan, ohne auf die Frage einzugehen. Der Mann war zwar freundlich, aber etwas zu neugierig. Durch den Nebel sah er den Mann lächeln. „Es wird sicher gleich da sein. Du musst dich noch etwas gedulden, junger Jedi. Wie heißt du eigentlich?“ „Obi-Wan Kenobi.“ antwortete er wahrheitsgemäß. Er sah, wie das Lächeln des Mannes einfror und Sorge machte sich in ihm breit. Hatte er jetzt zu viel verraten? Hatte er gerade einen Fehler gemacht? Aber dann brandete der Schmerz wieder auf und er konnte nicht mehr klar denken. Er versuchte die Macht einzusetzen, aber noch immer konnte er sie nicht erreichen. Wage nahm er wahr, wie der Mann neben ihm aufstand und etwas zu einem anderen Wachmann sagte. Dann verschwand er in der Menge. Das Medteam traf ein und Obi-Wan hatte keine Zeit mehr sich Gedanken zu machen. Sie gaben ihm ein Mittel gegen die Schmerzen und versorgten seine Wunde so gut es ging. „Da hast du aber wirklich Glück gehabt!“ sagte einer von ihnen. „Noch ein paar Stunden und du hättest einen schlimmen Wundbrand gehabt.“ „Vielen Dank.“ sagte Obi-Wan und versuchte auf zu stehen, aber sofort wurde ihm schwindelig. „Du solltest dich noch etwas ausruhen.“ sagte die junge Senatorin neben ihm. Obi-Wan sah sie überrascht an. Er hatte nicht bemerkt, dass sie immer noch bei ihm war. Jetzt konnte er sie zum ersten Mal richtig betrachten. Sie hatte lange blonde Haare, die sie zu einer kunstvollen Frisur zusammen gebunden hatte und trug ein schlichtes Kleid, dass ihre grauen Augen hervorhob. „Sie haben schon so viel für mich getan. Sie brauchen sich nicht mehr um mich zu kümmern.“ sagte er dankbar. „Ach zu der Besprechung komme ich eh schon zu spät, da kann ich ruhig noch etwas bleiben.“ erwiderte sie und ihre Augen blitzten vergnügt. Obi-Wan lächelte. Er hatte sie gern. Sie lächelte zurück und half ihm sich wieder hinzusetzen. „Übrigens... ich bin Aria Kusakawe.“ stellte sie sich vor. Bevor Obi-Wan antworten konnte kam eine junge Frau auf sie zugerannt und blieb vor ihm stehen. Obi-Wan sah, dass auch sie zu den Sicherheitsleuten gehörte. „Du hast recht, Morgan.“ sagte sie aufgeregt. „Dass muss er sein!“ „Von wem reden Sie?“ fragte Aria neben Obi-Wan irritiert. Die junge Frau hockte sich neben Obi-Wan ohne die Frage zu beantworten und fragte: „Bist du Obi-Wan Kenobi?“ Obi-Wan nickte. Was hatte das alles zu bedeuten? „Wunderbar!“ rief die Frau in plötzlicher Freude. Obi-Wan war nun vollkommen verwirrt. Was ging denn hier vor? „Hätten Sie vielleicht die Güte uns zu erkläre, was das alles hier soll?“ fragte Aria gereizt. „Dieser Junge wird schon seit langem von den Jedi gesucht. Ein Jedi-Meister namens Qui-Gon Jinn hat uns den Auftrag gegeben.“ erklärte die Frau hastig. Sie griff nach ihrem Comlink und wandte sich ab. Obi-Wan entspannte sich. Qui-Gon hatte nach ihm suchen lassen! Er hatte ihn noch nicht aufgegeben.

9. Kapitel

Qui-Gon saß meditierend im Saal der Tausend Quellen und versuchte seine Gedanken zum Schweigen zu bringen. Doch immer wieder tauchten die letzten Bilder Obi-Wans vor seinen Augen auf und erfüllten ihn mit tiefen Schmerz. Er konnte jetzt nicht mehr für den Jungen tun, als seinen Mörder zu finden und selbst das schien man ihm verwehren zu wollen. Die Spur zu Cu´gon Draci war im Sande verlaufen, überall war er zu dem selben Ergebnis gekommen: Cu´gon befand sich nicht auf Coruscant! Wenn er hier war dann sicherlich unter falschen Namen, aber Qui-Gon hatte alle verdächtigen Personen überprüft und nichts war dabei herausgekommen. Die Suche hatte ihn nur frustriert und aufgewühlt. Sie hatte an seinen Nerven gezerrt und ihn so sehr belastet, dass er schließlich unverrichteter Dinge in den Tempel zurück gekehrt war. Er wusste einfach nicht mehr weiter. Selbst die Suche nach einer Person, die mit Cu´gon Kontakt gehabt haben könnte, hatte zu nichts geführt. Qui-Gon senkte den Kopf. Er musste es sich eingestehen, auch wenn es ihm nicht gefiel. Er konnte den Mörder seines Padawans nicht finden! Er konnte nicht einmal nachweisen, dass sich der mutmaßliche Täter auf Coruscant befand! Er hatte versagt. Verloren starrte er in die Gischt des Wasserfalls. Nie wieder! dachte er müde. Nie wieder werde ich einen Padawan erwählen! Es ist sowohl für mich als auch für die Schüler das Beste. Er würde Yoda bitten ihn auf eine Mission zu schicken. Es würde ihn vielleicht ablenken, wenn er mit einer wichtigen Aufgabe zu tun hatte. Traurig sah er den Wellen zu, wie sie ans Ufer platschten. Ja, es würde ihn gewiss ablenken.

Der Rat hatte gerade eine Sitzung als Miro Daroon, der für die Technik zuständige Jedi, um Einlass bat. Die Tür öffnete sich mit einem Zischen und Miro trat ein. „Was ist der Grund für diese Unterbrechung?“ fragte Mace Windu. „Ich bitte um Entschuldigung,“ sagte Miro und verbeugte sich, „aber ich habe gerade eine Nachricht von einem der Sicherheitsleute erhalten. Sie sagte, es sei von äußerster Wichtigkeit.“ erklärte Miro. Mace und Yoda sahen sich an. Was wollten die Sicherheitsleute jetzt noch? Schließlich nickte Mace. „Zeig sie uns!“ sagte er. Miro nahm sein Comlink und aktivierte es. Das Hologramm einer Frau erschien im Ratssaal. Sie war noch sehr jung und wirkte etwas nervös. Mace lehnte sich vor. Die Frau verbeugte sich. „Ich habe wichtige Nachrichten für den Rat der Jedi.“ sagte sie bedeutungsschwer. Mace nickte freundlich. „Bitte, was habt Ihr uns zu sagen?“ „Meine Kollegen und ich haben den jungen Jedi Obi-Wan Kenobi gefunden! Es geht ihm, abgesehen von einer schweren Schulterverletzung, gut!“ Das schlug ein wie eine Bombe. Alle im Saal sahen sich untereinander an. „Gefunden worden er ist?“ fragte Yoda nach. Die Frau nickte. „Und wie gesagt, es geht ihm recht gut.“ „Können wir kurz mit ihm reden?“ fragte Mace Windu. „Einen Moment bitte.“ sagte die Frau und rief in den Raum hinter ihr nach einem Kollegen, der Obi-Wan holen sollte. Bald darauf trat Obi-Wan in den Aufnahmebereich. Er verbeugte sich vor dem Rat, obwohl man ihm anmerken konnte, dass es ihm etwas schwer fiel. „Obi-Wan.“ sagte Yoda erfreut. „Was mit dir geschehen ist? Nicht erwartet wir hatten, dass vor uns treten du würdest ein weiteres Mal!“ Obi-Wan sah überrascht aus. „Warum nicht?“ fragte er irritiert. „Weil alle dachten, du seist bei dem Absturz ums Leben gekommen.“ sagte Mace Windu. Das schien den Jungen zu treffen. „Auch Qui-Gon?“ fragte er zögernd. Yoda nickte. Der Junge senkte den Kopf und für einen Moment konnten die Ratsmitglieder die tiefe Müdigkeit des Jungen erkennen. Dann fasste er sich wieder. „Ich komme so schnell es geht zum Tempel.“ sagte er und verbeugte sich. Mace nickte. „Wir werden Qui-Gon bescheid geben.“ Damit war die Verbindung unterbrochen. Mace lehnte sich zurück. Das war eine unerwartete Wendung der Ereignisse. Er sah Miro offen an, der sich noch nicht gerührt hatte. Auch ihm war die freudige Überraschung deutlich anzumerken. „Würdet Ihr Qui-Gon bescheid sagen, dass sein Padawan bald hier eintreffen wird?“ fragte er. Miro verbeugte sich. „Es wird mir ein Vergnügen sein.“ sagte er und schritt hinaus. Als er draußen war atmete er erst einmal tief durch. Der Macht sei Dank, der Junge lebte! Auch er hatte Qui-Gon in den letzten Tagen beobachtet und es hatte ihn zutiefst erschüttert wie sehr sich Qui-Gon verändert hatte. Wie würde er reagieren, wenn er jetzt erfuhr, dass sein Padawan lebte und hierher unterwegs war? Miro überlegte kurz. Wo mochte Qui-Gon jetzt sein? Richtig! Sicher im Saal der Tausend Quellen. Er rannte los. Qui-Gon musste diese Nachricht so schnell wie möglich bekommen.

10. Kapitel

Obi-Wan war so aufgeregt wie schon lange nicht mehr. Qui-Gon hatte wirklich gedacht, er wäre gestorben! Er versuchte sich vorzustellen, wie es wohl wäre, wenn er erfahren würde, Qui-Gon wäre gestorben. Unwillkürlich lief ihm ein Schauer über den Rücken und ließ ihn frösteln. Lieber nicht dran denken! sagte er sich. Die junge Frau vom Sicherheitsdienst hatte für ihn zu einem Lufttaxi gerufen, dass ihn direkt zum Tempel bringen sollte. Es war eine völig andere Situation als beim letzten Mal, aber trotzdem hatte er ein mulmiges Gefühl, als er jetzt einstieg. Sofort hob es ab und flog über die Gebäude hinweg Richtung Jedi-Tempel. Obi-Wans Herz schlug schneller. Qui-Gon, ich bin unterwegs! dachte er. Seit er das Gebäude verlassen hatte, konnte er die Macht wieder einsetzen, als wäre nichts gewesen. Dennoch war es jetzt ein komisches Gefühl sie wieder zu gebrauchen. Er hatte so lange ohne sie auskommen müssen, dass es jetzt richtig ungewohnt war. Er griff hinaus in ihre gewaltige Energie und streckte seine Fühler aus. Er hoffte, Qui-Gon durch sie erreichen zu können. Ich bin unterwegs! dachte er wieder.

Qui-Gon hörte wie jemand eintrat. Durch die Macht spürte er, dass es Miro war. Was wollte er von ihm? Er wollte einfach nur allein sein. War das so schwer zu verstehen? Er drehte sich um und sah Miro kommen. Qui-Gon spürte Miros Freude und gespannte Erwartung und fragte sich, was vorgefallen war. Schließlich war Miro bei ihm angekommen und verbeugte sich. „Meister Jinn, ich weiß, Ihr wolltet nicht gestört werden, aber...“ „Wenn Ihr es wisst, warum tut Ihr es trotzdem?“ fragte Qui-Gon spitz. Miro ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. „Weil ich wichtige Nachrichten für Euch habe.“ erwiderte er. Qui-Gon seufzte. „Was für Nachrichten?“ fragte er und Miro konnte den leichten Ärger in seiner Stimme hören. „Eurer Padawan ...“ bagann er, wurde aber jäh unterbrochen. „Ich will davon nichts mehr hören!“ sagte Qui-Gon bestimmt. „Aber..“ begann Miro von neuem. „Nein!“ sagte Qui-Gon bestimmt. Miro atmete einmal tief durch, um sich zu beruhigen. „Euer Padawan ist am Leben und auf dem Weg hierher!“ sagte er dann. Eigentlich hatte er es schonender sagen wollen, hatte Qui-Gon auf diese Nachricht vorbereiten wollen, aber er ließ ihm keine Wahl. Er sah Qui-Gon an. Der schien zu Stein erstarrt zu sein. „Meister Jinn, geht es Euch gut?“ fragte er besorgt.

„Euer Padawan ist am Leben und auf dem Weg hierher!“ Das konnte nicht sein! Obi-Wan war tot. Er wusste es. Er hatte immer wieder versucht, Obi-Wan durch die Macht zu finden, aber es war ihm nicht gelungen. Obi-Wan musste tot sein! Und wenn nicht? Er wagte es kaum zu hoffen. „Meister Jinn, geht es Euch gut?“ hörte er Miro wie aus weiter Ferne fragen. Ob es ihm gut ging? Er wusste es selbst nicht. Er fühlte nichts in sich. Nichts außer der plötzlich wieder aufkeimenden Hoffnung Obi-Wan könnte am Leben sein. „Seid... seid Ihr Euch da sicher?“ fragte er zögernd. „Ja,“ sagte Miro, offensichtlich erleichtert, dass er wieder sprach. „Eine Gruppe von Sicherheitsleuten hat ihn gefunden. Es geht ihm gut, sieht man von einer schweren Schulterverletzung ab. Aber auch die wurde schon behandelt.“ Qui-Gon konnte es noch immer nicht glauben. „Das Team muss einer Verwechslung unterliegen.“ sagte er. „Obi-Wan ist tot.“ Jetzt wurde es Miro zu bunt. „Nein, es hat sich nicht geirrt!“ sagte er und Qui-Gon spürte Ärger in seiner Stimme. „Obi-Wan hat schon per Hologramm mit dem Rat gesprochen.“ Der Rat hatte Obi-Wan also auch schon gesprochen. Er war am Leben! Sein Padawan war am Leben! Er wirbelte so schnell herum, dass Miro einen Satz zurück machte. „Wo wird er ankommen?“ fragte er wild. „Vermutlich an der Landeplattform für die Lufttaxis.“ antwortete Miro, überrascht von dem plötzlichen Stimmungswechsel des Meisters. „Er kommt mit einem Lufttaxi?“ hakte Qui-Gon nach. Er hatte seinen Padawan noch nicht wieder gesehen und schon sah er wieder einen Weg wie er ihn wieder verlieren könnte. „Ja,“ sagte Miro, der Qui-Gons Befürchtungen bemerkte, „aber keine Sorge. Er wird sicher gleich...“ Er wurde von dem Piepsen seines Comlinks unterbrochen. Er meldete sich. „Ja, was gibt es?“ „Das Lufttaxi wird jeden Moment landen!“ meldete ein anderer Jedi. „Vielen Dank für die Auskunft.“ gab Miro zurück. Mit einem Lächeln wandte er sich um. „Seht Ihr, ich habe es Euch ... „ Weiter kam er nicht. Qui-Gon war schon los gelaufen und hatte bereits die Tür erreicht.

Obi-Wan sah den Tempel vom Taxi aus und war von dem Anblick sehr beeindruckt. Er hätte sich nicht träumen lassen, dass der Tempel für ihn einmal so schön aussehen könnte. Er fühlte eine Welle des Glücks in sich aufsteigen. Ein wundervolles Gefühl wieder nach hause zu kommen! dachte er glücklich. Er sah aus dem Fenster und beobachtete wie die Landeplattform langsam näher kam.

Qui-Gon verband sich im Lauf mit der Macht und versuchte Obi-Wan zu erreichen. Er bog um die Ecke und rannte an eine paar verdutzten Jedi vorbei. Dann, endlich, sah er die Landeplattform. Er rannte nur noch schneller, ließ die Macht fließen um mit jedem Schritt größere Strecken zurück zu legen.

Obi-Wan fühlte wie Qui-Gons Geist den seinen berührte. Er streckte seine Fühler aus und empfing Qui-Gons Geist mit einer Decke aus Wärme. Einen Moment später sah er wie Qui-Gon auf die Plattform stürmte. Gerührt über diesen Anblick traten ihm Tränen in die Augen.

Qui-Gon spürte, wie Obi-Wan seinen Geist empfing. Um ein Haar wäre er stehengeblieben um dieses Gefühl zu genießen doch er wollte seinen Padawan endlich in die Arme schließen. Er rannte hinaus auf die Plattform und sah das Lufttaxi, dass kurz davor war aufzusetzen und Obi-Wan. Ironie durchzuckte ihn: Ein Lufttaxi hatte ihm seinen Padawan genommen und ein Lufttaxi brachte ihn ihm wieder. Er sah, wie Obi-Wan eine Hand ausstreckte und ihm zu winkte.

Obi-Wan sah Qui-Gon auf der Plattform stehen und konnte es nun kaum noch erwarten endlich zu landen. Er streckte eine Hand aus und winkte ihm zu. Qui-Gon erwiderte die Geste und Obi-Wan konnte spüren, dass Qui-Gon genauso ungeduldig war wie er. Als das Lufttaxi fast aufgesetzt hatte, sprang er auf und hüpfte aus Taxi. Er wusste dass das gefährlich war, aber er konnte einfach nicht länger warten.

Als Qui-Gon sah, wie Obi-Wan aus dem Taxi sprang rannte er los. Obi-Wan tat es ihm nach. Auf der Mitte der Plattform trafen sie aufeinander und fielen sich in die Arme. Obi-Wan krallte sich in seine Tunika und Qui-Gon drückte ihn vorsichtig an sich, um seine Verletzung nicht zu berühren. „Mein Junge!“ Das war alles was er herausbringen konnte. Er sank auf die Knie ließ es zu, dass ihn seine Gefühle überwältigten. „Qui-Gon!“ hörte er Obi-Wan sagen. „Qui-Gon!“ „Ich bin da, Obi-Wan! Jetzt wird alles gut!“ sagte er. Und zum ersten Mal seit Tagen glaubte er es selbst.

Der Rat hatte von der Ankunft des Taxis erfahren und war nun auch zur Plattform gekommen, allerdings um einiges langsamer als Qui-Gon. Jetzt sahen sie zu, wie sich Meister und Padawan begrüßten und alle erkannten, wie stark die Verbindung zwischen den beiden war. „Erleichtert ich bin das zu sehen!“ sagte Yoda und alle Meister nickten. „Er wird uns erzählen, was ihm zugestoßen ist. Dann werden wir klären können, ob Cu´gon Draci etwas damit zu tun hat.“ sagte Mace Windu. Sie beobachteten, wie Qui-Gon und Obi-Wan sich voneinander lösten und auf sie zu kamen. Sie verbeugten sich, wobei Obi-Wans Bewegungen etwas hölzern waren. „Nun Obi-Wan du hast uns sicher eine Menge zu erzählen!“ begrüßte ihn Mace Windu. „Oh ja, Meister. Sehr viel. Aber im Moment bin ich einfach nur froh hier zu sein!“ „Das glaube ich dir.“ sagte Qui-Gon und lächelte. Yoda und Mace sahen sich an. Zum ersten Mal seit Tagen wirkte Qui-Gon wieder wie er selbst, wie der Mann den sie kannten. Obi-Wan lächelte zurück. Er war so glücklich wieder hier zu sein. Sicher... es gab noch einiges zu klären, aber im Moment war das nicht so wichtig. Er brauchte nur Qui-Gon anzusehen und wusste, dass er genauso dachte. Gemeinsam blickten sie in eine Zukunft voller Vertrauen und Zuneigung, voller Verständnis und Nachsicht.

Er und Qui-Gon hatten wieder zueinander gefunden und sie hatten alle Zeit der Galaxis, bis ihre Wunden verheilt waren. Bis sie wieder von neuem anfangen konnten.

Ende