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Grab der Verdammnis

von Obi-Fan-Nobi

Seit drei Tagen befanden sich Jedi-Meister Qui-Gon Jinn und Obi-Wan Kenobi auf einem Transporter, der sie nach Korriban bringen sollte. Es war eine riskante Reise. Korriban war der Heimatplanet der Sith. Viele Reisende wichen Korriban aus Angst aus. Schon seit Jahren betrat kein Fremder mehr den Planeten. Nur widerwillig hatte Qui-Gon Obi-Wan gestattet, ihn zu begleiten. Der Jedi fürchtete, seinen Schüler an die dunkle Seite zu verlieren gerate er einmal in ihren Bann. Der Rat war jedoch der Meinung, dass dies eine weitere Prüfung für den Padawan sei.

Qui-Gon hatte seine Hände in den Ärmel seiner Robe versteckt. Ruhig und passiv stand er in der Pilotenkanzel. Vor seinen Augen baute sich der abtrünnige Planet Korriban auf. Qui-Gon wandte sich leicht zur Seite und begutachtete seinen Schüler, der ruhig neben ihm stand. Als das Schiff mit dem Landeanflug auf den Planeten begann, ging Qui-Gon zurück in die Passagierkabine und sah aus dem Sichtfenster. Nach weiteren Minuten erschien auch Obi-Wan. Seit ihrem Abflug hatten sie nichts miteinander gesprochen. Obi-Wan war es mittlerweile gewöhnt mit Schweigen behandelt zu werden. Doch nie war die Zeitspanne so lang wie bisher gewesen. Dem jungen Jedi begann unbehaglich zu werden. Mit leiser Stimme begann er zu sprechen. „Meister, ich ähm, weiß wie ungern ihr mich auf diese Mission mitgenommen habt. Ich werde auf eurer Seite bleiben. Ihr habt mein Wort darauf.“ Qui-Gon sah in tadelnd an. „Dein Wort. Was bedeutet mir dein Wort. Wenn du beschlossen hast, einer von ihnen zu werden, dann istesvorbei. Jetzt hör mir gut zu Padawan Kenobi“, Qui-Gons Stimme war hart und schneidend und ließ Obi-Wan innerlich zu Eis gefrieren. „Das du an meiner Seite bleibst, ist kein Vorhaben deinerseits. Es ist ein Muss an das du dich gebunden fühlen solltest. Du wirst mir auf Schritt und Tritt folgen, damit ich dich im Auge behaltenkann. Hast du mich verstanden?“ Die letzten Worte zischten aus Qui-Gons Munde. Obi-Wan erinnerte sich an die schmerzende Ohrfeige, die er einst von Qui-Gon bekommen hatte. Dieses Gespräch hatte denselben Effekt, nur ohne äußerliche Schmerzen. Niedergeschlagen senkte der junge Jedi den Kopf. Es war nicht das erste mal, dass Qui-Gon ihn tadelte oder zurechtwies, doch heute hatte der große Jedi übertrieben. Ohne den Kopf zu heben, ging Obi-Wan an Qui-Gon vorbei. Der Meister wandte sich leicht um. Er sah wie sein Schüler in die andere Ecke der Kabine ging und dort verharrte. Qui-Gon ließ seinen Blick auf ihn ruhen. Der junge Jedi stand mit dem Rücken zu ihm, dennoch konnte der große Jedi erkennen, dass sich Obi-Wan mit dem Ärmel seiner Robe über das Gesicht wischte. Plötzlich nahm er die Präsenz seines Schülers wahr. Vorsichtig und leise näherte er sich Obi-Wan. Ein leises Schluchzen drang an des Meisters Ohr. Nun wurde Qui-Gon bewusst, wie tief er seinen Schüler verletzt hatte. Es gab so viele Situationen, wo er die Stärke seines Padawans bewunderte. Ja, Obi-Wan hatte immer des Meistes Schwächen mit Erfolg gedeckt. Nun kam Qui-Gon zu der Erkenntnis, dass er Obi-Wan zutiefst verletzt hatte. Eine tiefe Wunde in ihrer Beziehung die nur schwer heilen würde. Qui-Gon griff ihm auf die Schulter. Der Padawan zuckte zusammen. Der große Jedi holte tief Luft. „Padawan. Du weißt, dass ich immer stolz auf dich war und bin. Auch wenn ich meinen Stolz nicht immer offen zeige, ist er da. Ich baute meine Besorgnis um dich in Wut um. Doch ich war immer nur wütend auf mich. Auch wenn ich noch immer der Meinungbin, dass es für dich besser wäre, wenn du im Tempel auf warten mich würdest.“ Obi-Wan wandte sich langsam um. Qui-Gon bemerkte, dass der Junge noch immer verkrampft auf den Boden starrte und leise schluchzte. „Dennoch Padawan, hast du meine Besorgnis gestillt, indem du mir dein Wort gegeben hast, bei mir zu bleiben. Glaub mir, ich wollte dich nicht so sehr verletzen und schon gar nicht an deiner Stärke zweifeln.“ Qui-Gon wartete bis Obi-Wan ihn ansah. Er trocknete behutsam die Tränen seines Schülers mit seiner Robe und schaute Obi-Wan in die roten Augen. „Nun habe ich eine weiteren Grund, auf dich stolz zu sein Obi-Wan.“ Der junge Jedi schaute in verwirrt an. „Wie könnt ihr stolz auf mich sein Meister, wo ich doch zu weinen begannund ich eure Kritik verdiente.“ Qui-Gon schmunzelte. „Ich hätte niemals an dir Kritiküben dürfen. Der Rat hat dir die Erlaubnis erteilt, mich zu begleiten. Wenn dies der Wunsch des Rates ist, so hab ich mich danach zu beugen und nachzugeben. Was den Stolzangeht Padawan, nun du hast mir gezeigt, dass auch die Starken, die fast nie Schwäche zeigen, einen viel verletzlicheren Kern haben, als die scheinbar Schwachen.“ Obi-Wan runzelte die Stirn. „Das verstehe ich nicht. Ich meine, ichbin weder stark noch sonst was?“ Qui-Gon umarmte seinen Schüler. „Doch Obi-Wan. Du bist in manchen Situationen stärker als ich. Deine Geduld und Ausdauer lassen vielleicht noch zu wünschen übrig, doch in vielen Kämpfen hast du Wut und Zorn schneller beiseite geschoben, als ich es je könnte. Du verbindest Schmerzen mit deiner Kraft. Das alleine ist schon eine enorme Leistung. Nicht alle Jedi-Anwärter können das. Viele lernen es erst als Meister. Manche lernen es nie. Verstehst du Padawan.In so vielen Momenten hast du mir nur Stärke bewiesen. Wie konnte ich ahnen, dass hinter alledem so ein verletzlicher Kern wäre.“ Qui-Gon ließ Obi-Wan los. Der Pilot trat in die Passagierkabine. „Wir sind gelandet.“ Qui-Gon nickte. „Sehr gut. Wie viel schulden wir ihnen?“ Der Pilot schien äußerst nervös zu sein. „Ähm, ich unterbreite ihnen einen Vorschlag. Sie verlassen mein Schiff sofort und lassen mich gleich wieder startenund wir sind quitt.“ Obi-Wan musste sich wegdrehen, sonst wäre er in einem Lachanfall wohl erstickt. Qui-Gon neigte würdevoll den Kopf. „Dann werden wir ihr Schiff wohl am besten jetzt verlassen, dass wir sie beim sofortigen Start nicht mehr störenkönnen.“ Die Erleichterung war dem Piloten anzusehen und die beiden Jedi schulterten ihre Survival-Packs und verließen das Schiff.

Korriban war typisch für seine großen Wälder und klaren Seen. Auf den ersten Blick würde man hier nie etwas Böses Vermuten. Dennoch blies ein kalter Wind über die Ebene. Qui-Gon bedachte seinen Schüler. „Wir sollten in die Wälder gehen und versuchenden Tempel zu finden. Die Ruhe gefällt mir nicht.“ Obi-Wan nickte und folgte Qui-Gon in den nahen Wald. „Meister. Wie wollen wir den Tempel finden? Wo erdoch im Nirgendwo steht?“ Qui-Gon beschleunigte seine Schritte. „Merke dir Padawan, kein Ort ist unauffindbar und kein Rätsel ist ohne Lösung. Wenn man was Verstecktes sucht, dann muss man nach Hinweisen außerhalb des Gesuchten suchen.“ Obi-Wan verzog das Gesicht. Was sollte an Qui-Gons Worten logisch sein? Der junge Jedi war so in Gedanken, Qui-Gons Hinweis zu verstehen, dass er nicht merkte, wie sein Meister abbremste. Qui-Gon bedeutete ihm still zu sein. „Sieh nur Padawan.Vor uns liegt der Tempel. Es war wohl eher Routine.“ Obi-Wan stutze. „Aber Meister, wie konntet ihr den Tempel so schnell finden, wo er doch schwer zu finden sein soll.“ Qui-Gon lächelte. „Stimmt, wir haben ihn schnell gefunden. Ich bin den Schatten der Blätter gefolgt. Ein Tempel steht immer auf einer Lichtung und die Sonneneinstrahlung ist fast senkrecht. Will heißen, dass nur Büsche und Sträucher dann Schattengeben, wenn in der Nähe der Wald unterbrochen wird.“ Obi-Wan nickte bedächtig, dennoch fühlte sich der Padawan nicht wohl. „Ich bewundere eure Suchstrategie Meister, dennoch bin ich der Meinung, dass dies einfach zu schnell ging. Diesen Tempel hätten die Sith doch hundert Mal gefunden. Ich bin derMeinung, wir sollten weiter suchen.“ Qui-Gons Blick wurde glasig. „Nein Padawan. Ich bin der Meinung, dass wir hingehen sollten. Wie gesagt, du bist alt genug, umselbstzu entscheiden. Du kannst mich begleiten oder hier auf mich warten.“ Obi-Wan blieb wie angewurzelt stehen und sah wie sein Meister seine Schritte gen Tempel lenkte. Der junge Jedi wusste, wie sehr Qui-Gon an etwas glauben konnte. Kopfschüttelnd jagte er ihm nach. Obi-Wan spürte seines Meisters Anspannung. Der große Jedi war es bisher gewohnt gewesen, dass ihm jemand die Flanke deckte. Doch nun stand er alleine vor der steinernen Tür.

„Vielleicht können wir sie gemeinsam öffnen.“ Qui-Gon wandte sich um. Unweigerlich musste er lächeln. Wie konnte er nur die Präsenz seines Schülers nicht gespürt haben. „Ich bin froh, dass du deine Meinung geändert hast Padawan.“ Gemeinsam ließen sie ihre Macht auf die Türe wirken. Nach ein paar Minuten öffnete sich ein Spalt in der steinernen Türe. Groß genug um hindurchzuschlüpfen. Qui-Gon gab seinem Padawan ein Zeichen vorauszugehen. Obi-Wan zwängte sich durch die enge Spalte. Gestank fuhr ihm in die Nase und ließ in husten. Er hörte Qui-Gons besorgte Stimme. „Padawan? Was ist passiert? Geht es dir gut?“ Obi-Wan ließ seine Augen an die Dunkelheit gewöhnen. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Der Mief war unerträglich. Sein Meister zwängte sich ebenfalls durch die Öffnung. Wie angewurzelt erstarrten die beiden Jedi am Stand. Sie waren in einem Massengrab gelandet. Skorpione und Schlangen krochen am Boden vor ihnen her. Obi-Wan schloss die Augen. Qui-Gon kniete sich zu der Grube und beäugte die Leichen. Er bemerkte, dass sein Schüler mit sich zu kämpfen schien, ob er zu Qui-Gon gehen sollte oder nicht. „Dumusst dir diesen Anblick nicht antun, Padawan. Aber du sollst wissen, dass diese Leichennoch frisch sind.“ Obi-Wan näherte sich Qui-Gon. „Ihr meint, es hat sie wer hergebracht?“ Qui-Gon betrachtete die anderen Leichen, die schlimm zugerichtet waren. „Oder sie starben hier eines schrecklichen Todes. Sieh dir ihre Gesichter an.“ Der junge Jedi betrachtete die Gesichter der Toten. Alle hatten den Ausdruck des Schreckens in ihren Gesichtern. Obi-Wan sprang plötzlich aus der Hocke auf und wich entsetzt zurück und griff sich auf den Magen. Qui-Gon erhob sich und zerrte seinen Schüler aus dem Tempel. Der junge Jedi hechtete ins Gestrüpp. Qui-Gon wartete etwas abseits. Nach kurzer Zeit drang der Laut des Erbrechens an Qui-Gons Ohr. Langsam nährte er sich seinem Padawan und strich ihm über den Rücken. „Alles in Ordnung?“ Obi-Wan war bleich und zitterte leicht. „Ja, es geht schon wieder.“ Qui-Gon wühlte in seinem Survival-Pack und holte einen Wasserbeutel hervor. „Hier trink was.“ Dankend nahm der Anwärter den Wasserbeutel an. Qui-Gon schaute gen Himmel. „Ich werde dennoch noch mal in den Tempel gehen und sehen was ich herausfinden kann. Du solltest dich beruhigen und auf mich warten. Ich werde bald wieder hier sein.“ Obi-Wan nickte langsam. „Ich werde nicht weglaufen.“ Qui-Gon lächelte, stellte sein Survival-Pack neben seinen Schüler und ging noch einmal in den Tempel. Obi-Wan lehnte sich an einen nahen Baumstamm und winkelte die Beine an. Müde schloss er die Augen. Was hatte sich Qui-Gon nur von ihm gedacht. Wie ein Schüler des Tempels, der zum ersten Mal auf Mission geht, ist er aus dem Tempel gestürzt und hatte sich übergeben. Mehr hatte Obi-Wan nicht gebraucht. Der junge Jedi verstand die Welt nicht mehr. Zuerst fing er wie ein Kind, wegen eines Tadels, zu weinen an und dann hielt er nicht einmal den Anblick von Leichen aus, ohne sich im Nachhinein zu übergeben. Obi-Wan schaute in die Ferne. „So viel zum Thema Stärke“, murmelte er. Der junge Jedi streifte seine Robe ab und packte sie in sein Survival-Pack. Gerade als er dabei war, seinen Rucksack zu schließen, spürte er Gefahr. Er ließ den Rucksack fallen und sprintete zum Tempel los. Die Wellen der Macht wurden größer und immer heftiger. Obi-Wans Herz raste. Er hatte Qui-Gon alleine ziehen lassen. Des Jedi-Meisters Worte drangen in seinen Kopf. Was, wenn seinem Meister ein ähnliches Schicksal ereilte. Elegant schlüpfte er durch den Spalt der steinernen Tempeltüre. Der Anwärter erkannte, dass sein Meister verwundet am Boden lag. Der große Jedi rührte sich nicht. Mehrere Skorpione krabbelten auf Qui-Gons Robe. Obi-Wan hechtet mit aktiviertem Lichtschwert auf Qui-Gon zu. Geschickt sprang er mit einem Salto über seines Meisters Körper und töte dabei zwei der Skorpione. Ohne weiteren Tierleben zu vernichten, griff der junge Jedi nach seinem Meister und schleifte ihn unter größter Anstrengung zum Ausgang. Auf dem feuchten Waldboden tat sich Obi-Wan um einiges leichter, seinen Meister zu ziehen. An dem Baum wo ihre Survival-Packs lagen, machte der Padawan Rast. Er bemerkte, dass seines Meister Oberarm mit Blut getränkt war. Langsam kam Qui-Gon zu sich. „Padawan. Was machst duhier? Was mache ich hier?“ Obi-Wan ließ ein tiefes Ausatmen vernehmen. „DieMacht warnte mich vor einer Gefahr. So bin ich in den Tempel und habe euch Besinnungslosaufgefunden. Außerdem wart ihr verletzt.“ Qui-Gon setzt sich auf. „Hast dumich hierher gebracht?“ Obi-Wan nickte langsam und andächtig. „Ich konnte euch dadrinnen doch nicht sterben lassen. Schon gar nicht, wo ich euch bis jetzt doch nurScherereien brachte.“ Qui-Gon befühlte seine Wunde und verzog das Gesicht. „Dumachtest mir keine Schwierigkeiten, Padawan. Wie ich dir bereits sagte. Tränen sind kein Zeichen von Schwäche. Wie auch plötzliche Übelkeit einen natürlichen Ursprung hat.“ Der Padawan musste beschämt grinsen. „Darf ich eure Wunde verbinden, Meister?“ Der große Jedi schaute ihn Stirn runzelnd an. „Es ist kein schöner Anblick und du solltest deinen Magen schonen.“ Obi-Wan spürte, wir er errötete. Das war mehr als Tadel oder Kritik, dass war die absolute Schande für den jungen Jedi. Qui-Gon lächelte. „Ich persönlich habe nichts dagegen. Sieh mal wie viel Bacta wir noch haben.“ Während Obi-Wan das Bacta suchte, zog Qui-Gon seine Tunika aus, um die Wunde besser versorgen zu können.

Ein Wind kam auf. Er schien noch kälter und eisiger zu sein, als der bei ihrer Ankunft. Es wurde düsterer. Der Abend brach an. Dem jungen Jedi war nicht wohl bei dem Gedanken, auf einem Sithplaneten zu übernachten, aber Qui-Gon brauchte Ruhe und Erholung. Unruhig wälzte sich der große Jedi hin und her. Das sanfte Mondlicht erhellte das schlafende Gesicht des Padawans. Qui-Gon konnte Obi-Wan in dieser Beziehung nur neidig sein, denn er fand keinen Schlaf. Sein Padawan konnte immer und überall schlafen, doch Qui-Gon hielten Furcht, Sorge und Verwirrung wach. Was war nur in diesem Grab geschehen? Weshalb war er verletzt worden? Oder hatte Obi-Wan doch Recht behalten und sie waren im falschen Tempel gewesen? Angestrengt versuchte der große Jedi sich zu erinnern.

Er war in den Tempel gegangen, den Schlangen und Skorpionen ausweichend und an den Grubenleichen vorbei. Tiefer in den Tempel. Es war immer finsterer geworden. Etwas berührte sein Bein, anschließend ein Schmerz im Arm. Seltsam war aber, dass er keine Gefahr oder ähnliches spürte. Qui-Gon schloss die Augen. Da war etwas Blaues vor seinen Augen gewesen. Für einen kurzen Augenblick dachte er, dass Fundament gefunden zu haben. Abermaliger Schmerz durchfuhr ihn. Als er die Augen wieder öffnete, war Obi-Wan über ihn gebeugt gewesen. Hatte der Padawan, tatsächlich sein Leben gerettet? Qui-Gon seufzte und schaute in den Sternenhimmel. Dieser Planet war so anders, als die anderen. Leise griff er nach seinem Comlink. Eine zierliche Frauenstimme meldete sich. Es war Tahl. Eine Jedi-Ritterin die auf Melida/Daan das Augenlicht verlor und seit diesem Vorfall im Tempel weilte. Qui-Gon schilderte ihr sein Erlebnis und seine Vermutungen. Eine kurze Pause entstand, bevor Tahl antwortete. „Ich habe mich umgehört Qui-Gon. Eure Informationen über Korriban und den Tempel waren nicht vollständig. Es befinden sich zwei Tempel in den Wäldern. Einer davon ist ein Grab der Sith. Darth Bane wollte die Unsterblichkeit erlangen. Sein Geist ruht als blauer Rauch in einem Gefäß. Wird dieses zerstört entkommt Darth Bane und wird wiedergeboren. Anfangs nur als Geist. Er benötigt einen Körper um zu überleben. Wenn die Zeit reif ist und er genügend Kraft gesammelt hat, ist er im Stande wieder ein Mensch zu sein.“ Qui-Gon erstarrte und schaltete das Comlink ab. Vorsichtig näherte er sich seinem Schüler. Der Junge regte sich im Schlaf. Der große Jedi betrachtete ihn amüsiert. „Sieh mal einer an, Padawan. Ich habe dich kritisiert und getadelt und nun stellt sich heraus, dass ich derjenige bin, der unaufmerksam und schwach war. Erstaunlich, du bist wohl doch stärker als ich dachte. Du wirst eines Tages ein großer Jedi sein. Doch noch bist du mein Schüler, mein Sohn, mein Stolz.“

Der Tag erwachte. Obi-Wan rieb sich die Augen. „Gehen wir noch mal in diesenTempel, Meister?“ Qui-Gon schaute ihn an. „Nein. Ich habe sogar das Gefühl, dasswir einmal zu oft darin waren. Ich muss gestehen, dass ich dir Unrecht tat. Was denTempel anging hattest du Recht. Ich vermute, dass die Sith ahnten, dass eines TagesJedi kommen würden und sie haben uns in einen Hinterhalt gelockt.“ Qui-Gon wartete bis Obi-Wan in ansah. Des Meisters Stimme wurde ernst. „Und wir sinddarauf reingefallen.“ Qui-Gon ignorierte Obi-Wans Gesicht. Er bemerkte, dass sich sein Schüler schnell wieder fasste. „Aber Meister“, fragte er unsicher. „Ihr sagtet doch zu mir, dass man nie von Vermutungen ausgehen soll.Selbst aber spracht ihr gerade eine aus.“ Qui-Gon hob die Augenbraue. „Ja das sagte ich zu dir, aber ich sagte auch, dass man das Unmögliche niemals ausschließen darf.“

Die Sonne glühte vom Himmel. Seit Stunden schon waren sie unterwegs. Die Stunden verrannen, abermals brach die Abenddämmerung auf Korriban herein. Erschöpft ließ Obi-Wan sich zu Boden gleiten. Qui-Gon jedoch erstarre. Blitzschnell aktivierte er sein Lichtschwert. Die grüne Klinge erwachte summend zum Leben. Erstaunt hob Obi-Wan den Kopf. Sein Meister hatte sich ihm zugewandt. Das Lichtschwert drohend erhoben.

Im Tempel auf Coruscant stand Tahl inmitten des Ratssaales und erzählte die Neuigkeiten. „Ja Meister Yoda, Qui-Gon und Obi-Wan sind in den falschen Tempel eingedrungen und haben Darth Bane wieder erweckt.“ Der dunkelhäutige Mace Windu lehnte sich nach vorn. „Woher wissen wir, ob an dem was Wahres daran ist. Es könnte sich auch um eine Abschreckung handeln.“ Yoda wandte sich Mace zu. „Ah, ichnicht so denken tun, Meister Mace. Darth Bane schon immer suchte das Relikt der Jedi. Warum nicht einfach von einem Jedi Besitz ergreifen. Führen lassen er sich tut. Er zuschlagen wird, wenn der Tempel gefunden ist.“ Tahl wandte sich an Yoda. „Dennoch besteht für Obi-Wan Gefahr. Ich denke nicht, dass er von der Sache wasweiß.“ Mace schaute Yoda eindringlich an. „Da muss ich zustimmen. Wir sollten Padawan Kenobi zurückbeordern.“ Yoda schloss die Augen. „Hm, den Jungen unterschätzen ihr tut. Großer Jedi er werden wird, doch der Gefahr aussetzten man darf ihn nicht. Ihr ihn ruft, Darth Bane sofort handeln er wird.“ Mace nickte langsam. „Wenn das so ist, bleibt uns keine andere Wahl.“ Mace wandte sich an Tahl. „Du wirst nur noch mit Obi-Wan Kontakt aufnehmen. Ich werde dich sogleich begeleiten. Ich habe persönlich noch ein paar Worte für den Jungen.“

Obi-Wan rutschte etwas nach hinten. Gebannt starrte er auf Qui-Gon. „Meister, washabt ihr vor? Warum zogt ihr eure Waffe? Meister?!“ Obi-Wan schloss die Augen. Unfähig sich zu rühren oder zu kämpfen. Er spürte, wie Qui-Gon sich ihm näherte. Alles was er spürte, war die absolute Kälte. Die Feindseligkeit seines Mentors. Der junge Jedi fühlte Qui-Gon jetzt noch näher. Die grüne Klinge sauste herab.

Tahl und Mace standen in Tahls Unterkunft. Enttäuscht wandte sie sich an Mace. „Ermeldet sich nicht. Das war jetzt schon der 3. Versuch. Glaubt ihr, was ich glaube mein Meister?“ Mace wurde nachdenklich. „Wenn ich dasglauben würde, was ihrglaubt Meisterin Tahl, dann haben wir nun zwei Jedi verloren. Yoda war so sehr von Kenobi überzeugt gewesen. Er war einer seiner liebsten Schüler.“ Tahl nickte betrübt.

Instinktiv griff Obi-Wan nach seinem Lichtschwert. Dies alles passierte in weniger, als ein paar Sekunden. Geschickt blockte er Qui-Gons Hieb ab. Der große Jedi deaktivierte schließlich sein Schwert und lächelte. „Ich hätte dich für aggressiver gehalten.So wie du mit deinen Rivalen immer umspringst. Ich glaube, dass dieser Test seineWirkung nicht verfehlt hat.“ Obi-Wan hängte sein Schwert wieder an den Gürtel. „Meister?“ Qui-Gon wurde wieder ernst. „Ich verspreche dir, dass ich so einen Test nie wieder wiederholen werde. Aber Korriban und seinen Bewohnern ist nicht zu trauen. Das nächste Mal wirst du dich sofort zur Wehr setzten.“ Obi-Wan nickte schnell. „Es tut mir Leid, Meister. Ich wollte und konnte nicht gegen euch kämpfen.“ Qui-Gon holte Luft um etwas, darauf zu erwidern, schwieg aber. Er hätte genauso gehandhabt. Wenn Obi-Wan ihn angreifen würde, dann könnte er selbst auch nur abwehren. Qui-Gon verlangte etwas von seinem Schüler, wo er selbst nicht einmal dazu im Stande wäre. Obi-Wan beäugte seinen Meister. „Wir haben nichts mehr zuessen. Ich werde gehen und etwas suchen.“ Qui-Gon nickte. „Aber sei vorsichtig.“ Der junge Jedi verschwand. Kaum war Obi-Wan verschwunden, hielt sich Qui-Gon den Kopf. Rasender Schmerz erfüllte seinen Schädel. Er sank auf die Knie. Eine stumpfe Stimme ertönte in seinem Kopf. „Ich muss dir danken, deinetwegen kann ichnun wieder leben. Wäre es nach deinem Schüler gegangen, hätte ich auf den nächsten warten müssen. Kluger Bursche. Hör auf, dich zu wehren. Ich werde deinen Willen brechen und dein braver Junge wird mich zu euren Tempel führen. Daran besteht gar kein Zweifel. Wenn ich dann im Tempel bin, wird der Padawan an sein Schicksalglauben müssen.“ Qui-Gon presste die Augen zu. „Nein, dass wirst du nicht tun. Erist dir überlegen.“ Ein kaltes Lachen, ertönte in seinem Kopf. „Das mag schon so seinJedi, doch wenn ich mich recht entsinne sagte er doch, dass er gegen euch nicht zu kämpfen vermag.“ Hinter dem großen Jedi, raschelte das Laub. Die Stimme verstummte. Qui-Gon war wieder er selbst. Sein Padawan hastete auf ihn zu. „Meister!Meister! Ich glaube ich habe ihn gefunden.“

„Gefunden was Padawan?“

„Na den Tempel. Kommt Meister und seht ihn euch an.“

Qui-Gon nickte zögernd und trabte hinter Obi-Wan her. „Ich glaube, du solltest es mir besser nicht zeigen.“ Doch Obi-Wan hörte ihn nicht. Er wurde auch nicht langsamer. Hinter einem Felsen gingen sie in Deckung. Der junge Jedi deutete nach vorne. „Warte Padawan! Du musst noch was wissen.“ Obi-Wan ging wieder in die Hocke und schaute Qui-Gon erwartungsvoll an. „Pass auf, Padawan. Du gehstin den Tempel, holst das Fundament und gehst so schnell wie möglich zumLandeplatz und kontaktierst unser Schiff, dass in der Umlaufbahn auf uns wartet.“ Obi-Wan öffnete den Mund um zu widersprechen, doch Qui-Gon schob ihn von sich. „Dutust genau das, was ich dir jetzt gesagt habe. Dann stirbt nur einer von uns. Klar!GEH!“ Qui-Gon Stimme war hart und eisig. Obi-Wan begann zu laufen.

Korriban war ein Planet der selbst von den Jedi gemieden wurde. Nie sprach wer von dieser Welt. Seit der Name wieder in Umlauf kam, seit dem ist Qui-Gon seltsam. Der Padawan biss die Zähne zusammen. Erneuter Schmerz holte ihn ein. Würde Qui-Gon tatsächlich sterben? Der Tempel kam immer näher und näher. Mit einem Satz sprang er gegen die Steintüre, die sich erstaunlicher Weise öffnete. Keine Tiere, keine Leichen, kein Gestank. Von der Decke kam sogar Licht. Die untergehende Sonne schenkte ihre letzten Strahlen und brachte Licht durch die Öffnung in der Decke. Mitten im Raum war ein steinerner Altar. Obi-Wan verlangsamte sein Tempo, damit sich sein Atem zur Ruhe bringen konnte. Der junge Jedi stutzte. All seine Erwartungen schwanden, als er eine alte Pergamentrolle an sich nahm. Eine seltsam bekannte Stimme ertönte aus dem Hintergrund. „Gut gemacht, Junge. Ich wusste, dass ich nur auf deinen Verstand vertrauen musste. So hast du mir genau das gezeigt, was ichschon seit 3000 Jahren suche.“ Obi-Wan wirbelte herum. Es war Qui-Gon. Seine Augen hatten sich blutrot gefärbt. Drohend schritt er auf Obi-Wan zu. „Gib mir dasPergament. Ich befehle es dir!“ Der junge Jedi schüttelte den Kopf. „Hol es dir doch. Wer immer du auch sein magst.“ Der Padawan verstaute die Rolle sorgfältig und aktivierte sein Lichtschwert. Qui-Gon lachte mit bedrohlicher Stimme. „Du Dummkopf. Ich bin Darth Bane, der größte Sith aller Zeiten. Du hast Glück, dass ich meinen eigenen Körper noch nicht wiedererlangt habe, sonst würde ich dich wie eine Ratte zerquetschen.“ Qui-Gon hob die Hand und vollführte einen kräftigen Machtstoß. Dem Padawan entglitt sein Schwert. Unsanft und hart flog er gegen die steinerne Wand. Obi-Wan fühlte sich benommen, müde, unfähig zu kämpfen. Wie betäubt blieb er am Boden liegen. Banes Stimme ertönte über ihm. „Du armseliger Narr. Gib mir die Schriftrolle und du wirst leben.“ Qui-Gons Hände zerrten ihn hoch. „Oder willst du sterben!!!“ Der junge Jedi fasste sich und starrte seinen Meister ins Gesicht. „Vielleicht. Sag meinem Meister, falls er noch irgendwo existiert, dass er mir verzeihen soll.“ Der Padawan spuckte in seines Meisters Antlitz und kickte ihm mit dem Fuß gegen das Schienbein. Bane alias Qui-Gon ließ ihn los. Obi-Wan entfernte sich mit einer Hechtrolle von seinem Rivalen. Mithilfe der Macht holte er sich sein Lichtschwert und rannte aus dem Tempel. Weg, er musste nur die Schriftrolle verstecken. Oder kam es Obi-Wan in den Sinn, sie zu zerstören. Schnell entrollte er das Pergament und begann zu lesen.

„ET LAQUINTA MURI TONA.

ET CHESSKON MURI ITE ANO BATALAH.“

Verdutzt sah er vom Blatte auf. Er war sich sicher den Vers schon mal gehört zu haben. Nur wo und wann? Ein leises Rascheln war hinter ihm hörbar. Zu spät registrierte der Padawan die drohende Gefahr. Seine Sinne waren von dem harten Aufprall gen die Wand noch gedämpft und unscharf gewesen. So hatte er nicht bemerkt, wie Qui-Gon aus dem Schatten hinter ihm trat. Obi-Wan wollte herumwirbeln, ausweichen, doch der rasante Schlag gegen den Hinterkopf war zu schnell und zu kräftig. Obi-Wan sank auf die Knie. Bane lachte. „Sei versichert,dass du mir nicht entkommen kannst.“ Der junge Jedi drückte ihm die Schriftrolle in die Hand. „Hier du kannst sie haben, es handelt sich wahrscheinlich um eine Fälschung. Vielleicht bist du aber auch nicht im Stande es zu lesen.“ Qui-Gon packte Obi-Wan am Kragen seiner Tunika. „So und du kannst es. Dann wirst du mir wohlbehilflich sein müssen.“ Qui-Gon schleppte den geschwächten Obi-Wan hinter sich her. Zu einer geheimen unterirdischen Höhle. An den Wänden tropfte das Wasser herab. Das Gestein war scharf und kalt, an manchen Stellen, hatten sich sogar schon Pfützen gebildet.

Der Padawan wurde unsanft in eine Ecke gestoßen. Qui-Gon lachte. „Bin gleich wieder da.Du wirst mir doch kein zweites Mal weglaufen wollen?“ Obi-Wan sah sich um. In der Mitte des Raumes war ein Altar. Zu seiner Rechten entdeckte er einen der unterirdischen Seen. Der junge Jedi hatte schon von ihnen gehört. Sie waren kalt, dunkel, tief und voller gefährlicher Steinsplitter. Qui-Gon kam zurück. Obi-Wan sah in voller Abscheu an. „Du hast ja sehr lange gebraucht?“ Qui-Gons rote Augen schauten ihn drohend an. „Sei versichert junger Jedi, dass dies deine letzten aufmüpfigenWorte waren.“ Der große Jedi führte ein letztes Mal einen Machtstoß gegen seinen Padawan, um ihn noch mehr zu schwächen. Obi-Wans Körper erschlaffte vollendens. Gegen die Kraft zweier Meister in einer Person, war er nicht gewappnet. Qui-Gon schmunzelte zufrieden und griff nach der Kette mit den Gewichten. Geschickt wickelte er sie um Obi-Wans Körper. Der junge Jedi hatte die Augen geschlossen und vernahm kaum, was mit ihm geschah. Einen Schlitz breit sah er, dass Qui-Gon eine andere Schriftrolle entrollte und unverständliche Laute murmelte. Verschwommen nahm er wahr, dass sich Qui-Gons Umrisse veränderten. Oder war es ein blauer Rauch der seines Meisters Körper verließ? Qui-Gon fiel zu Boden und blieb Regungslos liegen. Der bläuliche Rauch nahm Formen an. Ein großkloziger Fleischberg von einem Mann war erstanden. Er hatte ein wildes Aussehen, eine Glatze und einen muskelbepackten Körper. Darth Bane war nun vollendens wiedergeboren. Er schritt auf Obi-Wan zu. „Nun benötige ich eure Pergamentrolle nicht mehr, wie ich auch dich nicht mehr benötige.“ Bane näherte sich Obi-Wan. Dieser wollte sich aufraffen, doch seine Beine versagte jämmerlich. Bane schleifte ihn zum See. „Wir werden sehen wie lange du die Luft, ohne diesem Gerät“, Der Sith hielt Obi-Wans Atemgerät in der Hand. „anhalten kannst. Ich wünsche dir viel Vergnügen.“

Eine Stimme ertönte aus dem Hintergrund. „Wage es nicht, meinem Schüler ein Leidzuzufügen!“ Banewandte sich um. Qui-Gon stand hoch gewachsen vor ihm. Bane grinste und hielt Obi-Wan immer noch wie einen jungen Hund mit einer Hand über den See. „Willst du mich etwa daran hindern?“ Qui-Gon aktivierte sein Lichtschwert. Banes Grinsen wurde breiter. Er ließ Obi-Wan i das Wasser fallen und aktivierte selbst sein eigenes rotes Lichtschwert. Der Meister musste unweigerlich einen Kampf führen. Qui-Gons Schwertstreiche waren schnell und distanziert. Obi-Wan war schwach. Lange würde er die Luft nicht anhalten können. In den Augen winkeln sah Qui-Gon, dass der Junge kämpfend versuchte über Wasser zu bleiben. Er fühlte, wie schwer die Gewichte an der Kette waren und es Obi-Wan die letzte Kraft kostete. Verzweifelt trieb Qui-Gon Bane vor sich her. Sein Padawan wurde müder. Qui-Gon hörte den heftigen Atem von Obi-Wan, ein Laut drang zu ihm. „Meister.“ Es war ein müder, verzweifelter Schrei seines Schülers, der durch das schlucken von Wasser unterbrochen wurde. Qui-Gon musste zusehen, wie die letzen Spitzen von Obi-Wans Haaren unter der Wasseroberfläche verschwanden. Der große Jedi wirbelte herum. Ohne Rücksicht auf Verluste griff der Meister an. Er hatte Ehre und Stolz beiseite gelegt und war nur auf das, was jetzt kam, konzentriert. Zorn und Hass durchfluteten ihn. Der Jedi musste vorsichtig sein. Diesmal würde kein Obi-Wan mehr kommen und ihn retten. Diesmal war er auf sich gestellt. Der große Jedi vertraute der Macht und ließ sich von ihr leiten. Am Rande spürte er Bane, wie er näher kam. Qui-Gon blieb passiv. Seine geschlossenen Augenlieder zuckten leicht. Bane holte zum tödlichen Schlag aus. Qui-Gon wich in der letzten Sekunde aus und rammte sein Schwert in den Leib des Sith. Röchelnd und starr vor Erstaunen fiel der Sith zu Boden. Qui-Gon atmete schnell. Der Kampf hatte viel zu lange gedauert. Dem großen Jedi war nicht bewusst, wie viel Zeit vergangen war. Schnell steckte er sein Lichtschwert an den Gürtel und sprang kopfüber in den unterirdischen See. Er ignorierte die Kälte und das lähmende Gefühl der Angst zu spät zu kommen. Qui-Gon öffnete die Augen. Er konnte nichts erkennen. Die absolute Dunkelheit offenbarte sich ihm. Die Macht warnte ihn vor etwaigen Gefahren und machte einen winzigen Wärmepunkt ein paar Meter unter ihm aus. Qui-Gon wurde schneller. Der Druck machte sich bereits in seinen Ohren bemerkbar. Nun spürte er Obi-Wan so nah bei sich. Alles was er sich wünschte war, dass der Junge ihm verzieh und er ihn in die Arme nehmen konnte. Endlich ergriff er einen Teil von einer Tunika. Er drückte den leblosen Körper fest an sich und schwamm unter größter Anstrengung nach oben. Qui-Gons Muskeln schmerzten. Seine Lungen brannten, dennoch hielt er seinen Schüler fest. Er würde ihn nie mehr loslassen. Nicht nach allem, was passiert war. Nie mehr würde er einer Mission nach Korriban zustimmen. Endlich wurde es lichter vor Qui-Gons verschwommenen Blick. Keuchend und nach Luft ringend durchbrach er zusammen mit Obi-Wan die Wasseroberfläche. Er schleppte sich und seinen Schüler an Land. Obi-Wan hustete kurz auf, verstummte jedoch sofort wieder. Qui-Gon zerschnitt mit seinem Lichtschwert Obi-Wans Ketten. Matte, blau-graue Augen schauten fragend und verwirrt Qui-Gon an. „Wie, was?“ Der große Jedi bedachte ihm still zu sein. „Spar dir die Kraft. Du wirst sie noch brauchen.“ Obi-Wan setzte sich auf. Ihm war schwindelig. Benommen rappelte er sich auf. Qui-Gon schaute ihn besorgt an. „Ich hätte dich auch getragen, Padawan.“ Obi-Wan schüttelte den Kopf. „Nein, ich muss wieder an Stärke gewinnen, dass geht nur wenn man von seinem Körper genau das verlangt was, man will.“ Qui-Gon lächelte und stütze seinen Schüler im hinausgehen.

Als sie am Landeplatz ankamen, wartete bereits der Pilot nervös auf sie. „Na, da seid ihr ja endlich. Kommt schon. Wir wollen abheben. Beeilung.“ Qui-Gon hob eine Augenbraue und betrachte Obi-Wan von der Seite. Die letzten Meter wäre es auch schon egal. Kurzer Hand nahm Qui-Gon seinen Schüler in den Arm und hechtete los. Der Padawan wehrte sich mit leichter Gewalt, war aber doch froh, sich einfach hängen lassen zu können. Bis nach Coruscant war es eine weite lange Reise.

Drei Tage und zwei Nächte waren sie nun schon auf dem Schiff. In wenigen Stunden würden sie Coruscant erreichen. Obi-Wan hatte sich erholt und war so stark wie früher. Qui-Gon räusperte sich. „Padawan, ich möchte mich über meinen Zweifel, dir gegenüber entschuldigen. Ich habe eingesehen, dass ich derjenige war, der sich hatte verleiten lassen. Manchmal unterschätze ich dich noch immer Padawan und ich bin froh, mit dir die Reise gemeinsam bestritten zu haben.“ Obi-Wan lächelte verspielt. „Aber wir kehren ohne unser Relikt zurück, Meister.“ Qui-Gon sah ihn an. „So will ich das nicht sagen. Schließlich haben wir was Wertvolles gefunden.“ Obi-Wan griff nach der Schriftrolle die er im Gehen vom Boden auflas. Sorgfältig studierte er den Vers noch einmal. „Meister“, begann er vorsichtig. „Ich bin mir sicher, diesen Vers schon mal gehört zu haben, nur ist er mir entfallen.“ Qui-Gon nahm ihm die Schriftrolle ab. „Da bin ich mir sicher, dass du ihn schon mal gehört hast, Padawan. Yoda hat ihn dir sicher 100te von Malen heruntergebetet.“ Obi-Wan schaute ihn an und Qui-Gon fuhr lächelnd fort. „Die MACHT ist überall. Das Geheimnis ist es, ihr zu vertrauen.“

Ende