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von LittleGreenTroll

Kapitel 1: Da ist kein Tod, da ist die Macht

"NEEEIIIIN!"
Sein Hals brannte nach diesem Verzweiflungsschrei. Er wollte nicht wahrhaben, was gerade passiert war. Sein Meister wurde niedergestreckt durch die Hände eines bösen, schleimigen Sith.
Obi-Wan atmete schwer. In seinen Augen Entschlossenheit. Die rote Farbe der Laser-Wände passte zu seinem flammenden Hass.
Wenn Blicke töten könnten, hätte der Sith schon lange tot sein müssen.
Plötzlich ein Summen. Die Wände verschwanden. Schnell stürzte sich Obi-Wan in die Schlacht gegen das tätowierte Monster der Unterwelt. Mit jedem kraftvollen Schlag seines blauen Lichtschwertes fühlte er mehr Hass in sich aufkommen. Hass gegen den Sith, er hasste sich selbst, weil er zu langsam war und weil er fürchtete, seinen Meister nicht mehr retten zu können. Aber diese Emotionen machten ihn ungeschickt und ließen ihn zu einem einfachen Ziel für den gut-trainierten Sith werden.
"Angst und Hass sind die Verbündeten der dunklen Seite der Macht", lehrte Qui-Gon einst seinen Schüler. Der lodernde Hass des Sith kombiniert mit Obi-Wans eigenen dunklen Gefühlen schien das Böse zu stärken und unbesiegbar zu machen.
Obi-Wan war müde, so müde und weit davon entfernt diesen niemals endenwollenden Kampf zu gewinnen. Schweißperlen fielen von seiner Stirn und brannten in seinen Augen. Vielleicht waren es aber auch die scheinbar brennenden Tränen, die sich in seinen normalerweise so strahlenden blauen Augen bildeten.
Seine Gedanken lenkten Kenobi ab. Das war alles, war der Sith brauchte.
Das Monster trieb den Jedi-Padawan gewaltsam mit harten Schlägen seines roten Lichtschwertes an den Abgrund der Schmelzgrube. Dann plötzlich, gab er dem Lehrling einen mächtigen Schups mit der Macht, den er nicht in der Lage war sich zu wiedersetzen. Obi-Wan stolperte und fiel in die bodenlose Grube, aber mit letzter Kraft konnte er etwas greifen und Halt gewinnen. Er fragte sich, wie lange er wohl im Stande wäre dort, in der Verfassung, so hängen zu bleiben. Tausende Gedanken schossen ihm durch seinen Kopf.
... "Meister, verzeiht mir, ich habe versagt!" ...
... "Ich sterbe!" ...
... "Wie wird meine Bestattung aussehen, ohne meinen Körper?"
...
Er hörte ein merkwürdiges Geräusch. Der kleine Vorsprung, an den er sich klammerte, löste sich und er fiel in das Nichts.

Kapitel 2: Die mysteriöse Macht

Er fiel.
Panik stieg in ihm auf. Alles um ihm herum war nur ein grauer Nebel. Am Anfang war alles, was er hören konnte das Flattern seiner Tunika, das durch die Geschwindigkeit des Falls verursacht wurde.
Aber dann ...
... "Obi-Wan, Zeit ins Bett zu gehen!" ...
... "Ein Padawan, du sein wirst!" ...
Was war das?
Er hörte Stimmen. Vielleicht waren es einfach nur Halluzinationen, aber sie hörten sich so echt, real an. Stimmen einer längst vergessenen Vergangenheit. Er hörte seinen Krippen-Meister, der ihn zu Bett rief, Yoda, der ihm sagte, dass er irgendwann ein Padawan sein würde, gefolgt von Brucks Hänseleien wegen Kenobis Ungeschicktheit. Dann begannen Farben und Formen vor seinen Augen zu tanzen. Diese Farben und Formen schärften sich, doch, nein, das konnte, durfte nicht sein!
Obi-Wan traute seinen Auge nicht, weil er nun sogar die "Besitzer" dieser Stimmen sehen konnte. Der Jedi rieb heftig seine Augen.
Er hatte den Eindruck, dass sein Leben - wie ein Film - vor seinen Augen ablief. Geschockt schloss er seine Augen.
Der Schüler nahm tiefe, beruhigende Atemzüge. Der zugige Wind brannte in seiner Lunge. Einatmen ... ausatmen ... einatmen ... ausatmen ...
Da sind keine Emotionen, da ist Frieden.
Doch urplötzlich, als ob jemand die Stoptaste gedrückt hatte, kam das Szenario zum Halt oder um genauer zu sein: Das Szenario fror ein. Seine Augen sprangen auf und er merkte, dass er nicht mehr fiel.
"Was zum Teufel geht hier vor?" Er war verwirrt. Die Macht sammelte sich um seinen Körper. Sein nervöser Verstand suchte vergebens nach einer plausiblen Antwort für all das. Der junge Mann versuchte seine Angst in der Macht zu ertränken und griff nach ihr. Dann erblickte er ein Bild, das vor ihm her schwebte. Es war eine Landschaft, die er nur zu gut kannte - es war Naboo. Das reiche Grün des Grases, die wilde Vegetation. Er bildete sich sogar ein, den Geruch dieser unberührten Natur wahrzunehmen. Eigentlich ... war er tatsächlich dazu fähig den Duft zu riechen. Aber ein Gestank des Bösen durchdrang den Duft der Unschuld.
Die Macht um Kenobi wurde immer und immer stärker und bevor Obi-Wan es überhaupt bemerkte wurde er in die Richtung des Bildes katapultiert und fand sich sitzend auf dem Gras wieder.
"Bin ich tot?" fragte er sich selber. Nun, er musste tot sein, einen solchen Sturz konnte keiner überleben - noch nicht einmal ein Jedi.
Jedi? Ein richtiger Jedi hätte seinen Meister retten können oder hätte es einem Sith nicht so einfach gemacht ihn zu töten!
Enttäuscht von sich selbst ließ er seinen Blick schweifen. Fängt das schon wieder an? Du hörst dich wie der dreizehnjährige Junge an, der voller Selbstzweifel ist! warnte er sich. Seine Augen erspähten eine schlanke Figur am Horizont, die sich Kenobi mit großem Tempo näherte. Zuerst erkannte der Jedi die Person nicht, die sich hinter der Figur verbarg, doch es war Jar-Jar Binks. Jetzt wusste Obi-Wan, dass er nicht tot war, denn falls er es doch war, befand er sich in der Hölle! Er wäre verdammt die Ewigkeit mit diesem jämmerlichen Gungan zu verbringen. Aber dieser Platz war viel zu kühl und viel zu schön um die Hölle zu sein.
Obi-Wan erhob sich von dem weichen und duftenden Grass und ging Jar-Jar entgegen. Er wollte Binks ein paar wichtige Fragen stellen, doch er war nie in der Lage eine einziges Wort zu sprechen, denn Jar-Jar unterbrach ihn schon beim Öffnen seines Mundes.
"Qui-Gon michse schicken. Duse von ihm erwartet werden. Duse in großes Dudu diesmal!" Mit diesen Worten verschwand der immer nervöse Gungan. Das war fast die gleiche Botschaft, die ihm Jar-Jar am Morgen vor dem Kampf gesagt hatte.
Moment einmal, das war harrgenau die gleiche Botschaft, selbst die Wörter waren identisch! An jenem Morgen war Obi-Wan aufgebrochen um zu meditieren, damit er im Stande war seine Konzentration zu finden, sich zu fokussieren. Doch er verlor sein Zeitgefühl und verspätete sich deswegen und verärgerte Qui-Gon Jinn.
Obi-Wan blickte sich um. Das war auch genau der selbe Platz, an dem er am jenem Morgen meditierte. Ein kühler Wind wehte über das Gras und er zog seine Robe enger um sich. Seine Robe? Er hatte sie nicht getragen während des Lichtschwert-Duells mit dem Sith. Sein Lichtschwert! Er schaute nach unten und war erleichtert, die Waffe von seinem Gürtel baumeln zu sehen. Aber eigentlich hätte es doch für immer ... verschwunden sein müssen, denn schließlich war es mit ihm in die Grube gefallen.
Er studierte seine Hände. Der Kratzer! Er verletze sich an der Handoberfläche, als er nach dem Vorsprung in der Schmelzgrube gegriffen hatte.
Das war kein Traum! Verwirrung war in seinem jugendlichen Gesicht zu sehen. Es war der Wille der Macht, dass er überlebte, so viel wusste er schon. Ich muss diesen schicksalhaften Tag wohl noch einmal durchleben! Obi-Wan hatte von diesem Phänomen schon gelesen, hielt es aber für Humbug. Freude und Erleichterung mischten sich mit seinen verstörten Gefühlen. Ihm wurde es erlaubt seine fatalen Fehler, die er sich während des Gefecht mit dem Sith leistete, zu beheben. Diesmal würde er gewinnen, diesmal würde sein Meister überleben, koste es Obi-Wans eigenes Leben!

Kapitel 3: Es gibt kein Rezept um zu überleben

Obi-Wans Versuche seine Gedanken zu organisieren waren vergebenes. Was würde er als erstes machen? Sollte er Qui-Gon alles erzählen oder nicht? Sollte Kenobi ihm wirklich sagen, dass sterben würde, gäbe es keine bedeutsame Änderung in der Kette der Ereignisse. Nur eine einzige Abweichung könnte bedeuten, dass sein Meister, Vater, leben würde. Aber diese Veränderung könnte auch den Tod einer anderen unschuldigen Person mit sich bringen.
Obi-Wan schüttelte sich bei diesem Hirngespinst. Sein Herz war zerrissen. Auf der einen Seite war er so glücklich, dass er am liebsten Luftsprünge machen würde, doch auf der anderen Seite wusste er nun, dass das Leben aller in seinen Händen liegen würde. Nur eine kleine Konzentrationsschwäche, eine Änderung seiner Deckung während ihrer Reise in den Palast, könnte einen Unschuldigen das Leben kosten. Seine neugewonnene Verantwortung drohte ihn aufzufressen. Schwermütig schaute er in den bewölkten Himmel. Der Himmel war ein Spiegel seiner Zukunft.
"Nein, ich werde Qui-Gon nichts sagen!" sprach er sich selbst zu. Er holte noch einmal tief Luft und ging zurück. Auf seinem Weg zurück in die "Vergangenheit" überlegte er sich, wie er auf Jinn reagieren sollte.... Er müsste distanziert sein.
Distanziert! In den letzten paar Wochen schien es, als ob sich Meister und Schüler immer weiter von einander entfernten. Mehr und mehr Streitereien und weniger Verständnis. Aber wie sollte Obi-Wan seinen Lehrer noch verstehen? Er versuchte es wirklich, aber...
Warum musste er sich zum Beispiel immer dem Jedi-Rat widersetzen? Solange wie er Qui-Gon kannte, verärgerte er mit seiner Sturheit immer wieder den Rat. Sein letzter grober Fehler war der Junge! Nun hatte sich Qui-Gon auch die letzte Chance verspielt einmal in diesem Rat zu sitzen. Obi-Wan musste zugeben, dass dies ein Meilenstein des schlechten Benehmens war, selbst für seinen Mentor.
Aber jetzt war nicht nur die Zukunft des Jungen ungewiss!
Als er den Wald erreichte, sah er seinen Lehrer auf ihn warten. Doch diesmal würde er die Standpauke seines Meisters genießen. Er würde nicht mit ihm streiten und debattieren. Er unterdrückte ein Lächeln, das ihn zu überwältigen drohte und ging direkt auf den Jedi-Meister zu.
"Distanziert!" rief er sich noch einmal in seine Gedanken.
"Padawan? Wo warst du? Ich denke, dass du nicht nur mir, sondern auch der Königin eine Erklärung schuldest. Also wie erklärst du deine Verspätung?" sagte Qui-Gon mit einer sehr strengen Stimme.
All seine guten Vorsätze waren verschwunden, als Qui-Gon seinen Mund öffnete. Der Lehrling versuchte jedes kleinstes Detail dieses "persönlichen Gesprächs" in sich aufzusaugen. Obi-Wan war sich nicht sicher, ob er jemals wieder mit seinem "Vater" so reden würde, vielleicht war dies das letzte Mal, dass Qui-Gon mit ihm privat sprach. Kenobi beobachtete, wie der Wind mit Qui-Gons tiefbrauner Robe spielte, prägte sich ganz genau Qui-Gons eisblaue Augen ein und sein langsam ergrauendes Haar, das wallend über seine Schulter hing.
Der älter Jedi bemerkte plötzlich, dass sein Protegé ihn anstarrte und, dass die Augen des jüngeren Mannes voller Tränen waren.
"Obi-Wan, was ist los?" fragte Jinn mit sanfter Stimme und legte eine Hand auf Obi-Wans Schulter. Qui-Gons Augen waren besorgt und hielten Blickkontakt mit dem Padawan. Kenobi wischte schnell seine Augen und verfluchte sich selber für seine Gefühlsduselei und seine Dummheit.
"Es ist nichts, mein Meister. Ich war nur meditieren und habe mein Zeitgefühl verloren." Er zögerte, unsicher ihm mehr zu erzählen.
"Ich möchte euch nur bitten vorsichtig zu sein, denn ich habe ein ganz mieses Gefühl bei der Sache.... Versprecht mir, dass ihr vorsichtig seid!" flehte Obi-Wan mit zitternder Stimme. Warum musste es nur so schwer sein? Schon wieder hörte er sich wie ein verängstigtes Kind an, das er einmal war.
"Ich verspreche dir vorsichtig zu sein!" sagte der Meister, als seine blauen Augen seinen Schüler besorgt betrachteten.
"Wir werden in fünfzehn Minuten aufbrechen. Du kennst den Plan. Mach dich bereit für Theed." Qui-Gon klopfte seinen Schüler auf die Schulter und ging zurück du den anderen.
"Ja ich kenne den Plan!" schimpfte Obi-Wan. Sie würden versuchen in den Palast zu gelangen und den Vizekönig der Handelsföderation gefangen zu nehmen, während die Gungans versuchen würden die Kampfdroiden abzulenken. Aber die wichtigste Aufgabe hatten die Piloten, die das Kontrollschiff der Föderation zerstören müssten. Nur so würden die Kampfdroiden, die den Vizekönig bewachten, ausgeschaltet werden. Nur so könnten die Gungans überleben. Aber leider war dort ein misskalkuliertes Problem in dem ganzen Wirrwarr - der Sith.
Der Plan hörte sich so einfach an, war aber schwierig zu erfüllen. Fünfzehn Minuten standen Obi-Wan noch zur Verfügung. Fünfzehn Minuten um den Kampfstil des Dunklen Lords zu analysieren. Diese Kreatur musste doch eine Schwäche haben. Sein Kampftechnik war herausragend und seine Kondition überragte die von Obi-Wan und Qui-Gon bei weitem. Aber das Monster war viel zu selbstsicher. Als er die Oberhand in dem letzten Duell gewann, wurde er hastig, er wurde sogar schlampig in seinen Bewegungen. Obi-Wan musste nur eines erreichen. Er durfte nicht von seinem Meister getrennt werden. Leichter gesagt als getan. Nun musste er sich aber wieder auf ein anderes Ziel konzentrieren. Er musste die Königin und ihre Dienerinnen beschützen. Erneute griff er nach der Macht und befreite sich von seinen aufwühlenden Gefühlen. Nur seine Entschlossenheit blieb zurück.
Der Kampf begann ...

Kapitel 4: Spagat zwischen Tod und Leben

Ja, das Gefecht begann. Aber es war eine facettenreiche Schlacht für Obi-Wan. Als erstes war dies eine Schlacht, die im tiefsten Innern von Obi-Wan ausgetragen wurde. Er musste seine Gefühle und Gedanken kontrollieren. Dann musste er die Handelsföderation bekriegen, damit der Planet Naboo wieder in Frieden leben könnte, doch dieser Zwist war schon fast unbedeutend für ihn. Denn der Kampf gegen die Kreatur der Unterwelt, den Sith, war der bedeutsamste für ihn, es war mehr nur als ein Gefecht für ihn. Es war seine erste Solo-Mission! Es war die Mission seinen Meister zu retten. Irgendwie fühlte er, dass hinter diesem Auftrag mehr steckte, als nur das Leben seines Mentors. Tausende von Leben schienen von Obi-Wans Erfolg abzuhängen.. Das Wort "Versagen" kreuzte seine Gedanken. Nein, er konnte, durfte nicht versagen, nicht jetzt. Er würde seinen Lehrer beschützen.
"So wie du Cerasi beschützt hast?" fragte er sich selber. Nur ein Teil einer Sekunde war Obi-Wan damals zu spät gewesen. Er konnte Cerasi nicht mehr vor dem Blasterfeuer retten. Da war eine schmerzvolle Parallele zwischen dem Tod von Cerasi und Qui-Gon, beide Male war er zu spät gewesen, beide Male war er unfähig gewesen einzugreifen.
Aber Qui-Gon war noch nicht tot und Obi-Wan war noch nicht bereit ihn kampflos aufzugeben. Er erlaubte seinem Meister einfach nicht zu sterben! Es gab einen inoffiziellen Code unter den Jedi-Lehrlingen. Lasse niemals deinen Meister sterben, selbst wenn es deinen eigenen Tod bedeuten würde
Der Fünfundzwanzigjährige probierte sich zu sammeln. Er musste an die Gegenwart denken und nicht an die Vergangenheit oder die Zukunft. Die Vergangenheit ist unveränderbar und die Zukunft immer in Bewegung. Aber die Gegenwart zu überleben ist die Voraussetzung die Zukunft zu erleben. Qui-Gon fühlte Obi-Wans Ablenkung über ihre geistige Verbindung und sendete ihm beruhigende Machtwellen und seinen berühmten Rat. *Halte deine Gedanken im Hier und Jetzt, wo sie hingehören* Sie würden durch die Kanalisation von Theed gehen. Nur wenn sie die Überraschung auf ihrer Seite hätten, würde die Schlacht siegreich sein. Die Gruppe lief in die Richtung der Öffnungen der Kanalisation. Der Padawan war Qui-Gon immer dicht auf den Fersen und würde ihm keine Chance geben ihn abzuschütteln. Aber da war noch eine andere unvorhersehbare Gefährdung - Anakin! Der Junge versuchte wirklich sein Bestes kein Hindernis zu sein, aber trotzdem war er immer noch ein Risikofaktor für Obi-Wans Mission.
Nun wenigstens war Jar-Jar nicht da. So musste der Schüler nur mit einem Problem anstelle von zwei Problemen zurechtkommen. Zum ersten Mal an diesem Tag hatte Kenobi einen positiven Gedanken.
Zu seiner linken holte ihn Königin Amidala, die einen purpur-roten Anzug trug, ein. Obwohl sie eine sehr schöne und junge Königin war, war sie sehr intelligent. Der junge Jedi musste zugeben, dass sie eine äußerst clevere Strategin darstellte. Er hätte sich niemals vorstellen können, dass die Regentin sich noch einmal zusammenreißen würde und einen Plan von diesem Kaliber hervorbringen könnte.
"Meister Jinn, wartet!" befahl sie außer Atem. Schweiß ließ ihre Nase und Stirn glänzen. "Dort drüben sind die Eingänge zu der Kanalisation", sagte sie mit einer leisen Stimme. Dann wand sie sich Qui-Gon und Anakin zu. Ihre warmen Augen vermittelten nicht ihren jugendlichen Geist, sondern Sorgen.
"Qui-Gon, wenn wir einmal in der Kanalisation sind, gibt es kein zurück mehr. Seid ihr euch sicher, dass ihr Anakin beschützen könnt? Und Anakin, bist du dir sicher, dass du mit uns kommen willst?"
Warum dachte jeder, dass nur Kinder Schutz brauchen würden. Anakin müsste nur auf Qui-Gon hören und dürfte Obi-Wan nicht in den Weg kommen um sicher zu sein. Der ehemalige Sklave und der Meister nickten schlicht mit den Köpfen.
Der Weg durch die Kanalisation war ereignislos und sehr ruhig. Keiner wagte es, die Stille zu brechen. Das einzige, was man hören konnte, waren die Schritte, die durch den langen dunklen Tunnel echoten. Sogar der Fluss, der neben ihnen herfloss war still.
Endlich erreichten sie den Ausgang. Langsam einer nach dem anderen schritten sie ins Tageslicht. Nach einem so langen Spaziergang in der Dunkelheit mussten sich die Augen an das helle Licht wieder gewöhnen. Nachdem Obi-Wan wieder richtig sehen konnte, folgte er Qui-Gon und Anakin, nur um zu sehen wie sich sein Mentor liebevoll vor den Jungen hinkniete und ihm etwas zuflüsterte. Obi-Wan spitze seine Ohren.
"Wenn wir in dem Palast sind, möchte ich, dass du dir einen sicheren Platz suchst, hast du mich verstanden?" Kenobi konnte sehen, dass Anakin enttäuscht war, aber er widersprach nicht. Sogar er schien zu spüren wie viel von dem Resultat dieser Mission abhing. Obi-Wan war beruhigt. Bis jetzt war alles wie beim letzten Mal, die Dialoge, die Strecke und die Bewegungen. Obi-Wan hoffte nur, dass alles so blieb, denn nun müssten sie den Hangar stürmen Königin Amidala gab das Signal, die Jedi zogen ihre Lichtschwerter und rannten auf die Halle zu. Es war ein Wettlauf mit dem Tod, weil sie nun ungedeckt über das Schlachtfeld rennen mussten.
Plötzlich sah er Anakin, der verzweifelt versuchte einen Kampfdroiden zu entkommen. Er wusste, dass Anakin nur Probleme bereiten würde. Warum konnte keiner auf den weisen Jedi-Padawan hören? Anis Augen wurden groß und sein Gesicht formte sich zu einer Maske aus Angst. Wo war nur Qui-Gon? Sagte er nicht, dass er den kleinen Jungen beschützen könnte? Obi-Wan kämpfte sich seinen Weg zu Anakin frei, doch er war nicht in der Lage sein Lichtschwert schnell genug zu ziehen. Der Roboter feuerte, Anakin schrie und Obi-Wan schmiss sich zwischen Anakin und den Blasterschuss. Nur eine Sekunde später erschoss Amidala den Kampfdroiden.
Schlechtes Timing.
Obi-Wan war getroffen, sein linker Arm fühlte sich taub an und blutete.
*Padawan, geht es dir gut?* fragte Qui-Gon augenblicklich über ihre mentale Verbindung.
*Ja, Meister, mir geht es gut. Ich glaube, dass es nur ein Streifschuss war* Warum jetzt? Warum war das Schicksal nur so grausam? Diese Verletzung würde ihn drosseln im Duell mit dem Sith. Er war völlig am Ende. Noch nicht einmal im Hangar und er war schon verwundet. Blut durchtränkte seine Tunika. Die rote Farbe erinnerte ihn an die Laser-Wände, das Laserschwert des dunklen Lords, sein eigener glühender Hass, seine Angst seinen Vater zu verlieren...
Er stand auf. Die ganze Truppe war besorgt um Kenobi, obwohl er besorgter war um seinen Meister. Er fühlte sich ein wenig erschöpft. Das war vermutlich der Schock getroffen zu sein. Obi-Wan kämpfte mit neuer Bestimmtheit und mit seiner Hilfe und die seines Meisters erreichten sie die Halle. Sein Lichtschwert war ein blauer Nebel. Er führte die Waffe kunstvoll und nicht wie ein Instrument zum Töten. Es regnete Blasterschüsse. Viele gefallene Kampfdroiden pflasterten Obi-Wans Weg in den Hangar. Die Tür öffnete sich mit einen Zischen und sie waren drinnen. Nun würde der schwierige Teil des Gefechts beginnen.

Kapitel 5: Der Raubvogel kreist über dir

Ein Netz aus blitzartigen roten Blasterschüssen spann sich durch die Luft. Das Getöse war fast nicht zu ertragen. Aber für Obi-Wan war alles still. Die Totenstille der Kanalisation kehrte zurück. Das einzige Geräusch, das er hörte, war das Pochen seines Herzens. Menschen um ihn herum öffneten ihren Mund, doch kein Ton kam heraus, Piloten rannten zu ihren Flugzeugen und starteten. Chaos brach aus. Nichtsdestotrotz agierte der Padawan wie eine Maschine, ohne zu denken, wehrte jeden Schuss ab, der in seine Richtung kam, zerstörte jeden Droiden, der nicht außer Reichweite war. Qui-Gon sah ihn sorgenvoll an, aber war damit beschäftigt Anakin anzuschreien, dass er eine sicheres Versteck finden sollte.
Kenobis Arm schmerzte und er verlor immer noch Blut, obwohl der Blutverlust nicht gefährlich war - noch nicht. Die Gefühllosigkeit, die er vorher spürte, wurde ersetzt durch einen weißen, brennenden Schmerz, der an seinem Arm zerrte.
Nicht der Schmerz bewirkte eine Verschlechterung seines Zustandes, sondern die Qualen, die er durch seinen Verstand erlitt. Er schimpfte mit sich selber. Warum war er nicht in der Lage seine blaue Klinge rechtzeitig zwischen sich und den Schuss zu bringen? Was hinderte ihn daran schnell genug zu reagieren? Der Jedi war immer noch im Stande dazu sich mit dem Sith ein Duell zu liefern, er wusste es, aber dachte sein Meister so wie er? Der allerletzte Roboter näherte sich der Gruppe. Captain Panaka kümmerte sorgfältig um ihn. Er war einfach unschlagbar mit seinem Blaster. Man sollte den dunkelhäutigen Sicherheitschef nicht unterschätzen.
Der Weg war endlich frei! Qui-Gon drehte sich ein letztes Mal zu Anakin, der Schutz in einem Cockpit gefunden hatte, um und befahl ihm dort zu bleiben.
Nun wurde Obi-Wan zu einem Puppenspieler. Die Schicksalsfäden lagen in seinen Händen. Und dieses Mal würde der richtige Faden durchtrennt werden, anstelle von Qui-Gons! Er wusste, was hinter der Schlacht schimmerte- es war mehr nur als das Leben seines geliebten Meisters. Der junge Mann vereinte sich mit der Macht.
... Einatmen ... Ausatmen ... den Schmerz willkommen heißen ... Einatmen ... Ausatmen ... den Schmerz in die Macht entlassen ... Einatmen ... Ausatmen ... Konzentrieren!
Er würde es schaffen.
NEIN!
Sie würden es schaffen zu überleben.
Da sind keine Emotionen, da ist Friede!
Langsam, Schritt für Schritt, rückte er zu seinem Meister vor. Für einen kleinen Moment mehr genoss er die Wärme, die ihm sein Umhang bot, und die beruhigende Präsenz seines Mentors, der ihm einen verdächtigenden Blick zuwarf. Sie kamen an der schicksalhaften Tür an. Sie öffnete sich in Zeitlupentempo. Obi-Wan war bereit, eine Hand ruhte auf seinem Lichtschwert. Aber der Sith war nicht da!
"Oh, oh! Das is gar nicht gut! Warum muss alles schief gehen?" dachte Kenobi, der nun außer sich war. Jetzt hatte der Sith alle Trümpfe in seinem Ärmel und nicht der verzweifelt Obi-Wan, der nahezu hyperventilierte.
Doch plötzlich hörten sie Schritte hinter sich und ein summendes Geräusch eines, ja, eines Lichtschwertes! Die Gruppe drehte sich um und erblickten die tätowierte Figur, die sie bedrohlich anstarrte.
"Wir übernehmen das!" sagte Qui-Gon, während er seine Augen auf diese Kreatur fixierte. Beide Jedi bereiteten sich auf den Kampf vor, zogen ihre Mäntel aus und entzündeten ihre Laserschwerter. Was für ein gewaltiges Lichtspiel sich vor den Augen der Zuschauer abspielte. Grün, blau, rot, obwohl das rote Schwert dem Bösen verfallen war. Der Blutdurst war dem Sith ins Gesicht geschrieben. Er sehnte sich förmlich nach dem Blut eines Jedi. *Padawan, fühlst du dich stark genug, um zu kämpfen?* wollte der Lehrer über ihre geistige Verbindung wissen. *Ja, Meister. Ich bin bereit mit euch dieses Duell bis ans Ende zu führen*
Und mit diesem Satz startete Obi-Wans Martyrium erneut. Angriff, gefolgt von Abwehr eines Schlages. Machtstöße und Schläge wurden ausgetauscht. Obi-Wan versuchte seine Müdigkeit nicht zu zeigen, aber er durchlebte diesen Kampf schon zum zweiten Mal ohne Ruhepause und das forderte jetzt seinen Preis. Er erschöpfte, seine Kraftreserven waren am Ende, doch er kämpfte beherzt weiter.
Sie waren nun auf den schmalen, aber langen Stegen, die zu den Reaktorschächten führten. Es war wirklich schwierig auf diesen engen Wegen zu manövrieren. Qui-Gon schienen nicht die Kräfte zu verlassen, das war ein gutes Zeichen. Ein harter Schlag ins Gesicht riss Obi-Wan aus seinen Gedanken und brachte ihn zurück in die Gegenwart. Blut floss aus seinen Mundwinkeln, aber er war nicht beeindruckt. Er kickte den Sith in die Rippen und stieß den hustenden Dunklen Lord zurück. Jinn sprang einen Salto über den abgelenkten Sith und nahm die Position hinter ihm ein. Das war gut, nun könnten sie ihn von vorne und von hinten attackieren. Doch urplötzlich schlug der Sith den älteren Jedi, der vom Steg fiel und hart auf seinem Rücken auf einem unteren Steg landete. Genug war genug. Obi-Wan schlug nun mit gewaltsameren Hieben auf den Sith ein um das Gefecht zu einem Ende zu bringen. Er trieb das Monster zu den Laser-Wänden.
Sein Gegner gewann wieder Boden unter den Füßen und fühlte sich stärker mit jedem erbarmungslosen Streich, den er ausführte. Auch sein Selbstbewusstsein wuchs mit jeder Sekunde, die verging. Dann touchierte das doppelklingige rote Lichtschwert den linken Arm des Jedi. Schmerz ... nur Qual. Das war kein weißer Schmerz mehr, sondern ein glühender, roter. Jedes furchtbares Ereignis in seinem Leben war irgendwie mit der Farbe Rot verknüpft. Obi-Wan fing seinen Atem und schaute ausdruckslos das gelbäugige Geschöpf an.
Er würde diesmal nicht so schnell seinem Hass und seiner Angst nachgeben. Er erhob seine Waffe und setze die Konfrontation fort. In seinen Augenwinkeln konnte er Qui-Gon erkennen, wie er versuchte Boden gutzumachen und wieder zu seinem jungen Padawan aufzuschließen. Aber der Lehrling konnte nicht auf ihn warten oder stoppen. Er wollte nicht warten oder stoppen, weil er den Sith so weit wie möglich von seinem Mentor fernhalten wollte. Er drosch noch härter auf den Lord ein und wehrte seine Hiebe mit noch mehr Kraft ab. Obi-Wan war es egal wie schmerzhaft es war. Qui-Gon versuchte seinen Schüler über ihr geistiges Band zu erreichen, wurde aber blockiert. Jinn wollte, dass sein Protegé langsamer kämpfte, damit er in der Lage sein würde seinem treuen Schüler zu helfen. Der Meister wurde allmählich nervös. Die Laser-Wände könnten eine tödliche Falle für seinen Schützling sein. Der Padawan beschleunigte im Gegenzug das Duell.
Hieb, Abwehr eines Hiebes, Faustschlag, Kick.
Mit einem enormen Tempo, dass nur diejenigen beherrschten, die vertraut mit der Macht waren, erreichten die beiden Duellanten die Laser-Wände sehr schnell.
Plötzlich hörten sie ein Summen und die Wände schlossen sich. Obi-Wan war gefangen! Seine Welt färbte sich ein weiteres Mal rot. Wie ein Raubtier kurz vor der Fütterung ging der Sith vor dem roten Hindernis auf und ab ...
Der Jedi kniete nieder und versuchte zu meditieren um seinen Fokus und seine Kraft wiederzuerlangen . Aber dann traf es ihn wie ein Schlag! Nun sah er alles so glasklar! Die Trennung von seinem Meister war genau das, was der Sith wollte. Er begriff, dass er ein blinder Narr gewesen war! Nur zusammen mit seinem Meister hatte er eine Chance diese Kreatur zu töten ... Aber wie sollte er jetzt noch seinem Schicksal entfliehen können? Er schien den Platz mit Qui-Gon getauscht zu haben. Sein Tod schien unvermeidbar zu sein ...

Kapitel 6: Leben ist nah und doch weit weg

Wie würde er weiter vorgehen? Er war sich nicht sicher. Er konnte nur hoffen, dass sein Meister schnell genug sein würde die beiden einzuholen. Schweiß floss von seinem Gesicht herab. Die salzige Flüssigkeit brannte in seinen blutenden Wunden. Obi-Wan fasste einen Entschluss. Wenn er sterben müsste, würde er es wie ein Jedi tragen! Akzeptanz zeichnete sich auf seinem Gesicht ab. Aber wenn er heute sterben müsste, würde er den finsteren Lord mit sich nehmen. Noch war er nicht geschlagen und diesmal müsste der Sith schon mehr als nur einen Machtstoß aufbringen, um ihn zu besiegen.
Ein kurzes Zischen und die Mauer zwischen den beiden verschwand. Seine Welt war nun nicht mehr rot und würde auch nie wieder rot werden. Er trieb den Sith gefährlich nahe and den Schacht. Qui-Gon sprintete hinter Obi-Wan her, er lief so schnell ihn seine Füße trugen, aber er war trotzdem zu langsam. Das Summen kehrte wieder und die Wände bewachten wieder den todbringende Schacht. Qui-Gon musste abrupt bremsen, damit er nicht in eine der Mauern lief. Seine Stiefel machten dabei ein hässliches Geräusch. Er war dazu verdammt das Publikum zu spielen.
Der Zwist sah mehr wie ein gut choreographierter Tanz, als eine schicksalhafte Schlacht aus. Das doppelklingige Schwert war nicht im Stande die Oberhand zu gewinnen, Obi-Wan war zu fokussiert. Die Macht leitete seine Bewegungen. Der Sith wurde immer ungeduldiger und damit entschwand seine Stärke, aber nichtsdestotrotz war er ein fürchterlicher Gegner für Obi-Wan. Kenobi sollte niemals die Gewalt der Dunklen Seite der Macht unterschätzen. Aber der Schüler, verstärkte nicht die Kraft der Dunklen Seite. Er kämpfte ohne störende Emotionen. Qui-Gon war fasziniert, er dachte wirklich, dass sein junger Schützling bereit dazu war seine Prüfungen zum Jedi-Ritter zu bestehen, aber dass er so bereit war, wusste er nicht - bis jetzt.
Obi-Wan blockte die Angriffe der roten Klinge mit Leichtigkeit ab und war sogar noch in der Lage aus der Reichweite des Sith zu bleiben. Der Sith wusste, dass er den Jedi-Abschaum nicht einfach so töten konnte. Er musste mit hinterhältigen Tricks spielen um den Padawan abzulenken. Der Sith fixierte seine dämonischen Augen auf den Jedi-Meister und lachte böswillig. Qui-Gon wurde sofort klar, dass das Monster etwas plante. Er versuchte Obi-Wan zu warnen, aber ihr Verbindung wurde aber immer noch auf Kenobis Seite blockiert. Die Lichtschwerter der Kämpfenden verfingen sich und der tätowierte Mann beugte sich zu dem Jedi vor und flüsterte: "Es ist egal, wie sehr du dich auch bemühst, es wird weder dich, noch deinen geliebten Meister vor dem sicheren Tod bewahren!"
Der Sith wusste, dass er einen wunden Punkt getroffen hatte, denn Obi-Wan begann zu kämpfen wie ein Besessener. Wenn der Sith herausfinden würde, wie tief er seinen Finger in Kenobis offene Wunde gebohrt hat, würde er stolz auf sich sein. Aber es machte sich auch so bezahlt; der junge Jedi verlor seinen Fokus und er konnte die Macht nicht mehr richtig fassen. Sie entglitt seiner Führung. Nun würde er kein Problem sein für einen gut trainierten Sith-Lord. Der Meister sollte auch keine Schwierigkeit mehr darstellen, nachdem er mit ansehen müsste, wie sein geliebter Schüler fiel.
Kenobi war ausgelaugt, konnte die Macht nicht mehr um sich herum sammeln und sein Geisteszustand ließ auch zu wünschen übrig. Er konnte sich nur noch auf seine verbleibenden Kraftreserven verlassen. Mit einem mächtigen Hieb, durchtrennte er das Lichtschwert seines Gegners und kickte die zu Boden gefallene Hälfte zur Seite, so dass sie außer Reichweite des Sith war. So weit so gut! Aber er war nicht in der Verfassung sich zu konzentrieren, seine Zentrum wieder zu gewinnen.
Der Bösewicht gab Obi-Wan - schon wieder - einen übermächtigen Machtstoß! Und schon wieder konnte Obi-Wan dem nichts entgegensetzten! Er stolperte in den Schacht. Sein Lichtschwert folgte ihm sofort, denn der lächelnde Sith stieß es ihm nach. Er war sich seiner Sache so sicher.
"NEEEIIIN!" schrie Qui-Gon Jinn; Obi-Wan war verschwunden. Aber nur von dem Standpunkt des Monsters aus betrachtet. Denn er hielt sich erneut an dem Vorsprung fest. Die düstere Kreatur feierte ihren Triumph und beobachtete einen bedauernswerten Jedi, der sich nichts sehnlichster wünschte als Rache. Abermals war der böse Lord schlampig genug seinen Auftrag nicht vollständig zu erfüllen. Kenobi sammelte all seine verbleibende Kräfte, katapultierte sich in die Luft, sprang einen Salto über den überraschten Sith, befahl die abgetrennte Hälfte des roten Lichtschwertes in seine rechte Hand und durchtrennte den Mann, der aus purer Bosheit bestand. Man konnte genau erkennen, dass der Sith ein "Wie?" mit dem Mund formte, bevor er in die bodenlose Grube fiel. So viel zu Überheblichkeit!
Aber dann verließen Obi-Wan seine Kräfte. Seine Knochen und Muskeln fühlten sich wie Pudding an und er brach bewusstlos auf dem kaltem Boden zusammen. Das Letzte, was er hörte, war das Geräusch der sich öffnenden Wände und sein Meister, der geschockt seinen Namen rief.

Kapitel 7: Der lange Weg zurück

Obi-Wan verlor sein Bewusstsein. Alles wurde dunkel. Er merkte nicht, dass sein Meister versuchte ihn wieder wach zu schütteln und ihn förmlich anflehte die Augen zu öffnen. Der junge Jedi war zu müde um das zu begreifen und entschwand in das - ihm willkommene - Nichts. Aber sogar in seinem Schlaf fand er keine Ruhe.
Das Gesicht des tätowierten Mannes hatte sich in Kenobis Hirn eingeprägt. Der wahnsinnige Blick des Sith, das permanente Starren würde Obi-Wan bis an sein Lebensende verfolgen. Der Padawan hasste es zu töten, aber dieses Ausgeburt des Bösen hatte es verdient zu sterben. Ein schmerzverzerrtes Stöhnen entwich Obi-Wans blutigen Lippen. Qui-Gon nahm seinen mutigen Sohn in die Arme, hob ihm vom kalten Boden auf und murmelte tröstende Worte in das Ohr des Jungen, obwohl dieser ihn nicht hören konnte. Der Meister wusste das, aber er musste etwas tun. Er beruhigte sich selber, indem er so tat, als ob es Obi-Wan gut ginge. Für ihn war es ein Schritt näher zur Beruhigung.
Er platzierte einen liebevollen Kuss auf die Stirn seines Padawans in dem Wissen, dass Kenobi es hassen würde. Der junge Mann dachte, dass er zu alt wäre für diese öffentliche "Zurschaustellung"...
"Du wirst niemals zu alt für einen Kuss sein, Sohnemann!" sagte Qui-Gon mit einem kleinen Lächeln auf seinen Lippen, das seine ängstliche Gesichtszüge wieder freundlicher aussehen ließ. Der Glanz in seinen blauen Augen kehrte wieder zurück, auch wenn es nur für ein paar kurze Momente war.
Es war ein langer Weg, bis er den Hangar erreichte. Er wusste gar nicht was für eine weite Strecke sie bei ihrem Kampf zurückgelegt hatten. Alle paar Minuten kontrollierte Jinn die Vitalzeichen seines Schützlings. Er konnte ihn nicht sterben lassen, jetzt nicht! Der Sieg über den Sith war Obi-Wans Chance um ein voller Jedi-Ritter zu werden. Der Meister konnte es kaum erwarten dem Rat von Obi-Wans tapferen Taten zu erzählen. Aber wüsste Qui-Gon doch nur die Hälfte von Obi-Wans Marter! Er konnte es nicht wissen ...
Blaue Augen studierten die schlafende Form in seinen Armen. Obi-Wan sah so blass aus. Das Beige seiner Tunika hatte den selben Farbton wie sein Teint. Und es schien als ob Kenobi Höllenqualen durchlitt. Obwohl seine Augen fest geschlossen waren, entglitten ihnen kleine Tränen.
Qui-Gons Blick schweifte über den marmorierten Grund des Hangars und blieb bei zwei braunen Gegenständen, die auf dem Boden lagen, hängen - ihre Roben! Ganz langsam hob er sie auf und wickelte sie um den schlafenden und zitternden Jedi in seinen Armen.
"Besser, oder?" fragte er Obi-Wan, als ob er eine Antwort erwartet hätte.
Plötzlich hörte Qui-Gon Jubelschreie und er wusste, dass die Schlacht um Naboo siegreich beendet wurde. Nun würden Friede und Gerechtigkeit zurückkehren. Schnell bewegte er sich auf den Thronsaal zu, wo eine verstörte Königin nach Heilern schrie, als sie den ramponierten Körper des Jedi-Padawan sah. Sofort kamen zwei Heiler angelaufen und kümmerten sich um den Verwundeten und um den sorgenvollen Meister. Qui-Gon brauchte auch dringend medizinische Versorgung seiner Verletzungen. Besonders die Blessur am Rücken, auf dem er gelandet war, nachdem der Sith ihn von dem Steg gestoßen hatte, schrie förmlich nach Hilfe.
Der Lehrer stritt sich schon lange nicht mehr mit den Heilern herum, da er wusste, dass er den Kürzeren ziehen würde ...

Obi-Wan war so heiß. Er entwickelte ein hohes Fieber. Die Wunde an seinem linken Arm hatte sich entzündet. Das Fieber kombiniert mit der Infektion war eine ernste Angelegenheit in Obi-Wans Zustand. Er hatte Alpträume. Er träumte von Menschen, die längst tot waren.
Da war Cerasi, die ihm sagte, dass er zurückbleiben sollte. Bruck und Xanatos versuchten ihn vom Gegenteil zu überzeugen und da war ... Tahl, die sagte, dass er zurückgehen sollte. Was passierte mit ihm? Doch dann erspähte er den Sith, der versuchte Obi-Wans Arm zu greifen um ihn zu sich hin zu ziehen. Aber der Jedi wich ihm aus, drehte sich um und begann zu laufen. Wo sollte er hin? Tahl sagte ihm, dass er zurück sollte. Aber wo war "zurück"? Obi-Wan lief, als ob ein Rancor hinter ihm her wäre nicht wissend, wo er war oder hinwollte.
*Padawan, wage es ja nicht zu sterben, komm zurück!* Er hörte den verzweifelten Ruf seines Meisters über ihr Band, wusste aber immer noch nicht, wo er genau hinsollte, denn seiner Meinung nach ging er niemals fort. Er folgte der Stimme seines Mentors. Zuerst schien sie weit weg zu sein, aber nun kam sie näher und näher ...
Er wachte schweißgebadet auf, und atmete schwer. Das war nur ein sehr lebendiger Traum, oder etwa nicht? Er nahm piepende Geräusche war. Tausende von Drähten kamen aus allen möglichen Körperöffnungen heraus oder waren an seinen Körper befestigt. Er drehte seinen Kopf und erblickte einen erleichterten Meister, der ihn anlächelte.
"Padawan, mach das nicht noch einmal mit deinem armen, alten Meister!" sagte Qui-Gon in einer heiteren Stimme. Dann wurde sein Ton leise.
"Ich dachte, dass ich dich verloren hätte, mein Junge!" Der Schützling war sprachlos. Seine Hand suchte die von Qui-Gon und drückte sie so fest es ging. Kenobi versprach mit einem verspielten Grinsen so ein Kunststück nie wieder auszuprobieren. Er war so unbeschreiblich glücklich. Er hatte seinen Meister gerettet und war sogar noch selber am Leben. Er hätte den ganzen Planeten von Naboo für dieses Geschenk umarmen können. Das Leben war so kostbar. Niemals zuvor genoss er einen einzelnen Moment wie diesen hier und jetzt. Er war mit sich selbst im Reinen. Er hatte seinen Seelenfrieden gefunden, zu guter letzt! Dann schleuderte die Tür auf und der Friede war vorbei, denn Anakin und Jar-Jar marschierten zu dem verletzen und nun auch noch genervten Obi-Wan. "Obi-Wan, ich muss dir eine echt aufregende Geschichte erzählen!" sagte Anakin mit seiner hohen Stimme aufgeregt. Obi-Wan war sich sicher, dass dieses Geräusch die Kopfschmerzen seines Lebens auslöste. Es hörte sich an, als ob Anakin durch ein Megaphon sprach, Kenobi konnte nur beten, dass Jar-Jar seinen Mund nicht öffnen würde, aber es war zu spät.
"NEEEIIIN" war der erste Gedanke, der Obi-Wan durch den Kopf schoss.
"Hallo, ichse michse wieder da! Ichse michse großer General bei den Gungans!" Falls der Jedi dachte, dass Anakins Stimme eine Folter für seinen Kopf war, dann war Jar-Jars Stimme sein Todesurteil. Er ließ seinen Schädel auf das Kissen fallen und hoffte, dass ihn das Nichts wieder zurückholen würde, aber dieser Wunsch war weit entfernt!

Kapitel 8: Das Märchen von einem Ritter

Obi-Wan war froh, dass er die Krankenstation schon nach wenigen Tagen verlassen konnte. Seine Genesung verlief sehr gut, obwohl sein Arm ihm immer noch Schmerzen bereitete. Der Heiler sagte ihm, dass eine Narbe zurückbliebe, die seinen Arm für immer zeichnen würde. Aber ihn kümmerte das nicht. Über die Jahre würde sie verblassen. Es war nur ein sichtbares Erkennungszeichen seines Abenteuers. Aber eine unsichtbare Narbe würde er für immer in seinem Herzen tragen. Niemals würde er vergessen, was ihm auf diesem besonderen Planeten widerfahren war.
Heute würden die Feierlichkeiten des Sieges abgehalten werden. Eine große Parade bestehend aus Menschen sowie Gungans würde durch die Straßen von Theed marschieren. Obi-Wan war geehrt ein Gast der Königin zu sein. Kanzler Palpatine, der gestern zusammen mit dem Jedi-Rat eintraf, würde der Königin während der Feier helfend zur Hand gehen. Zusammen würden sie den gefallenen Kriegern ihre letzte Ehre erweisen. Der Jedi-Rat war auf Naboo um Nachforschungen über den Sith anzustellen. Niemals hat man Meister Yoda jemals so besorgt gesehen ...
Heute würde außerdem Obi-Wan zum Ritter ernannt werden. Wie lange hatte er von diesem Tag geträumt? Und nun da er an seinem Ziel angelangt war, verspürte er Furcht. Er hatte Angst davor seine gesamte Vergangenheit hinter sich zu lassen, sich Veränderungen zu stellen, die der Titel des Ritters mit sich brachte, Angst davor seinen Vater zu verlieren. Es war schon ein groteskes Gefühl, das sich in ihm breit machte. Er war glücklich, ja sogar stolz und traurig zugleich.
Es wird ein hartes Leben sein. Ein Leben, das keinen Lohn oder Reue kennt. Ein Weg wird sich dir. Nun erkannte er die Bedeutung der weisen Worte seines Meisters nur zu gut.
"Obi-Wan, bist du fertig?" sagte Qui-Gon, der gerade in den Raum des jungen Mannes ging. Seine Augen strahlten wie Diamanten, sie waren voller Stolz und Liebe. Er legte eine Hand auf Obi-Wans Schulter.
"Ich sagte dir doch, dass du bereit wärst für die Prüfungen, oder etwa nicht? Ich habe das nicht aus einer Laune heraus gesagt", erzählte Qui-Gon aufrichtig.
"Nun, "PADAWAN" lass uns gehen. Ich bin mir sicher, dass du nicht zu dieser Zeremonie zu spät kommen möchtest", äußerte Qui-Gon voller Zuneigung und betonte das Wort "Padawan" besonders. Das war das letzte Mal, dass er Obi-Wan offiziell so nennen durfte. Aber er war sich sicher, dass "Padawan" Obi-Wans Spitzname bleiben würde. Ihre Straße wurde zu einer Sackgasse, ihre Reise war nun zu Ende und der Meister bedauerte es.
"Nein, "Meister". Ich möchte den Rat nicht länger als nötig warten lassen. Obwohl ... Wird sich nach meiner Ernennung zum Ritter nicht alles verändern? Ich meine, ihr werdet einen neuen Schüler, Anakin, annehmen und ich bin mir auch sicher, dass ihr nur Platz für einen Schüler in eurem Leben habt", bemerkte Obi-Wan leise mit trauriger Stimme.
"Nur in meinem Quartier im Tempel ist lediglich Platz für einen Schüler. Verstehst du, was ich dir erklären will? Ich werde dich nicht verstoßen, nur weil du ein Ritter geworden bist. Du kannst immer zu mir kommen, egal wann, Sohn!"
"Obwohl Anakin Probleme für zwei machen wird, Vater!", schoss Obi-Wan zurück, befreit von seiner Sorge.
"Sei vorsichtig mit dem, was du sagst Padawan, noch bist du kein Ritter!" drohte Qui-Gon.
"Obwohl ich eingestehen muss, dass der Rat seine Meinung über Anakin sehr schnell geändert hat!"
Nach der schicksalhaften Schlacht, wurde Anakins Los plötzlich klarer und lesbar für die Meister. Als ob irgendetwas in der Zwischenzeit passiert wäre, etwas wie ein klärendes Gewitter. Obi-Wan grinste seinen Meister an, weil er genau wusste, was passiert war. Aber er konnte nicht darüber sprechen, noch nicht, vielleicht niemals.
Langsam gingen sie ihren letzten Weg als Meister und Schützling. Zwölf Meister erwarteten das Team in einem wundervollen grünen Garten des Palastes.
"Padawan Kenobi, ein Ritter du wirst sein, Führung du nicht länger brauchst. Akzeptieren du dies tust?" fragte ein gewisser kleiner grüner Troll. Obi-Wans Mund war trocken und seine Antwort starb fast auf seinen zitternden Lippen.
"Ich akzeptiere, mein Meister." Dann überreichte Mace Winde Qui-Gon einen kleinen Dolch. Jinn nahm Obi-Wans Padawan-Zopf in seine Hand. Das rot-blonde Haar fühlte sich so weich an.
"Obi-Wan, da du deine Ritterschaft anerkennst, werde ich nun die physische Erinnerung an unser Trainings-Band durchtrennen. Der Meister, der Padawan und die Macht." Er schnitt die drei dünnen Strähnen, eine nach der anderen durch.
"Herzlichen Glückwunsch, Ritter Kenobi!" und er zog Obi-Wan in eine warme Umarmung.
"Danke Meis... Qui-Gon!"
Nachdem der letzte der zwölf Ratsmitglieder Obi-Wan gratuliert hatte, fühlte sich sein Arm wie Pudding an und er war sich sicher, dass er morgen einen Muskelkater haben würde.
Das war sein Traum, den er nun lebte.
"Nun Ritter Obi-Wan würdest du mir die Ehre erweisen mit mir zu den Feierlichkeiten zu gehen?"
"Natürlich Qui-Gon." Er konnte doch nicht die Möglichkeit verpassen Jar-Jar auf einem Kaadu reiten zu sehen. Anakin und die Königin erwarteten die beiden Jedi schon sehnsüchtigst. Amidala nickte mit ihren Kopf und die Parade begann. Ein Chor sang ein Lied im Hintergrund. Es war eine beruhigende Melodie. Die Parade verstrich ohne Zwischenfälle, bis Jar-Jar ankam! Er fiel verhedderte sich mit einem Fuß in dem Geschirr des Kaadus und fiel.
Aber dann kam ihm ein Gedanke. Die Lebensschuld! Er würde mit zum Tempel kommen!

Die Tür zu Obi-Wans Padawan-Tagen schloss sich und eine neue öffnete sich, aber er war sich sicher, dass er immer auf Qui-Gon bauen konnte. Es gab Zeiten, in denen er sich sein Padawan-Leben zurücksehnte. Und es gab Zeiten, in denen er froh war nicht mehr Qui-Gons Protegé zu sein, wegen Jar-Jar.

Ende