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Verschwörung auf Telti

von Obi-Fan-Nobi

Es war Nacht. Eisiger Wind blies durch den dunklen Wald auf Telti. Einem Planeten unweit von Coruscant entfernt.

Telti war bekannt für seine dunklen Machenschaften bei Einbruch der Nacht. Die Bewohner schließen sich nach Sonnenuntergang in ihre Häuser ein und warten bis zum Sonnenaufgang. Seit vielen Jahren ging das so. Die Schatten der Nacht wurden Legende und dennoch fürchteten die Leute ihre Rückkehr. Aus diesem Grund entsandte der Rat der Jedi ein Meister-Padawan Team, um den Bewohnern von Telti die Angst zu nehmen. Jedi-Meister Qui-Gon Jinn und sein Lehrling Obi-Wan Kenobi waren vor knapp drei Stunden auf Telti gelandet. Von außen betrachtet waren Teltis Bewohner eine friedliche Gesellschaft, doch Qui-Gon traute dem Frieden nicht.

Die Nacht des zweiten Tages brach verfrüht herein. Unruhig schritt Qui-Gon im Gästezimmer, das er sich mit Obi-Wan teilte, auf und ab. Er hatte seinen Padawan losgeschickt um die Ostseite des Dorfes zu kontrollieren. Der Junge hätte schon vor Stunden zurück sein müssen. Das lange Warten erdrückte Qui-Gon und schwächte seinen, ansonst so starken, Geist.

Eisige Kälte durchdrang den dunklen Wald von Telti. Seine klaren Bäche und Seen hatten sich bei Einbruch der Nacht getrübt. Rauschende Wasserfälle ergossen sich über messerscharfen Felsen in die getrübten Seen. Der sonst so stille Wald wurde nur vom heftigen Atem einer menschlichen Person durchdrungen. Erschöpft ließ sich Obi-Wan Kenobi ins feuchte Gras nieder. Schon vor Stunden, als es Abend wurde, wollte der junge Anwärter zur Herberge, wo sein Meister wartete, zurückkehren. Doch die Nacht überraschte ihn. Nun saß er schwer atmend am feuchten Waldboden.

Der junge Padawan wurde bei seinem Rückweg von jemand attackiert, dessen Gesicht er nicht sehen konnte. Der Schreck ließ in rückwärtsstolpern und zu Boden fallen. Sein aktiviertes Lichtschwert berührte eine Wasserpfütze und schaltete sich ab. Gezwungenermaßen ergriff er die Flucht in den Wald. Seine Lungen brannten und die Kälte schmerzte. Immer wieder tauchte der Schatten seines Verfolgers auf.

Qui-Gon aktivierte zum zigsten Male sein Comlink. Wie erwartet kam keine Antwort. Er musste warten bis zum Morgengrauen erst dann. Konnte er nach Obi-Wan suchen. Die Technik war nicht gerade auf dem neuesten Stand der Dinge auf Telti, doch die Bewohner wussten die Abschottung der Gebäude und Häuser in der Nacht durchaus zu schätzen. Ein leiser „Piep“ Ton durchdrang Qui-Gons Zimmer. Voller Erwartung griff er nach seinem Comlink. „Ja!“ entfuhr es ihm. Seine Stimme war mehr besorgt, als er erwartet hätte. Doch anstatt seinen Padawan zu hören, meldete sich Mace Windu. „Es tut mir leid, dich noch so spät stören zu müssen Qui-Gon. Wir haben angesichts der Gefahr auf Telti ein weiteres Team entsandt. Es wirdin den frühen Morgenstunden eintreffen.“ Qui-Gon versuchte seine Enttäuschtheit zu verbergen. „Habt Dank mein Meister. Dennoch möchte ich wissen, weshalb ein zweites Team notwendig ist, wo doch die Schrecken derNacht Legende sind.“ Eine kleine Pause entstand bevor Mace weiter sprach. „Anfangs hat es auch so ausgesehen, als wäre es eine Legende, doch es hat sich als Wahrheit entpuppt. Die Angst der Leute auf Telti ist kein Hirngespinst, Qui-Gon sei vorsichtig. Möge die Macht mit euch sein.“ Der große Jedi schaute zum Fenster hinaus in die dunkle weite Nacht, wo er ganz fern noch die Umrisse eines Waldes erkennen konnte.

Mittlerweile war Obi-Wan wieder auf den Beinen. Bislang hatte er noch keine Zeit aufgebracht den Comlinkruf zu beantworten. Sein Verfolger war zäh und ließ sich nicht abschütteln. Dem jungen Padawan war so eine Lebensform noch nie begegnet. Nur wenige Lebewesen in der Galaxis hatten die Kraft einen Jedi an seine Grenzen zu treiben. Er hatte sich während seiner Missionen mit Qui-Gon sehr viel Energie und Ausdauer antrainiert, doch nach stundenlanger Verfolgung mit nur wenigen Pausen war er an seinen Grenzen angelangt. Der jüngere Jedi hatte das Gefühl an Ort und Stelle zusammenbrechen zu müssen. Sein Verfolger musste sein Erlahmen bemerkt haben, denn er wurde schneller. Obi-Wan hatte eine starke Willenskraft die ihn weiterlaufen ließ, doch der Wald war dunkel und der Weg unsicher und steinig. Doch auch dieser Weg endete abrupt. Ein Wasserfall ergoss sich neben dem jungen Schüler. Obi-Wan war so in Gedanken gewesen nicht aufzugeben oder zusammenzubrechen, dass er das immer lauter währende Geräusch missachtet hatte. Leise knirschende Schritte waren hinter ihm zu hören. Obwohl er kaum noch Luft bekam drehte er sich mit einem Lächeln um. „Du kriegst mich niemals!“ Dann ließ er sich rücklings den Wasserfall hinabfallen, wo die Wassermengen ihn verschlangen.

Da war nichts als Nebel… Unendlich…

Qui-Gon saß meditierend im Schneidersitz am Boden und versuchte seinen Schüler mit Hilfe der Macht zu finden. Ein Geräusch ließ ihn aufmerksam werden. Es war ein Kratzen an der Hausmauer. Schnell löschte Qui-Gon das Licht und ging in Deckung. Seine Hand lag auf dem Griff seines Lichtschwertes. Eine hässliche Kreatur drückte seine Fratze gegen das Glas. Der große Jedi hatte schon viele Unwesen mit mehr oder weniger hässlichem Antlitz gesehen, doch dies war bisher die schrecklichste. Langsam erwachte der Morgen. Die ganze Nacht, so schien es Qui-Gon, hatte es den großen Jedi beobachtet, doch nun jagte es in den dunklen Wald davon. Die ersten Strahlen der Sonne fielen in das Dorf. Endlich wurde die Abschottung aufgehoben. Qui-Gon lief zur Türe hinaus, eine Stimme ließ ihn abbremsen. Es war der Bürgermeister des Dorfes. „Ah, Meister Jinn schon so früh auf den Beinen?“ Qui-Gon nickte nur kurz. „Darf ich fragen warum sie sich außerhalb des Gebäudes befinden?“ Der Bürgermeister lächelte. „Ich genieße Sonnenaufgänge ihr nicht.“ Der Bürgermeister deutete in Richtung Westen. Qui-Gon unterdrücke ein Grinsen, da die Sonne hinter dem Bürgermeister aufging, dieser aber in die Entgegengesetzte Richtung deutete. Ohne sich auf ein weiters Gespräch einzulassen, rannte Qui-Gon weiter.

Die ersten Sonnenstrahlen kitzelten auch Obi-Wan. Er lag am Ufer eines Sees. Das Rauschen des Wasserfalles war noch da. Seine Rippen taten ihm weh und er spürte ein Blutgerinnsel über seiner linken Augenbraue. Der junge Padawan raffte sich hoch und begutachtete seine nasse schlammige Tunika, dann setze er seinen Weg fort.

Qui-Gon hatte beinahe den Raumhafen erreicht, als er noch einmal zu seinem Comlink griff. Er war überrascht Obi-Wan am anderen Ende der Leitung zu hören. „Ja…“ Der Junge klang zweifellos erschöpft doch Qui-Gon spürte Erleichterung in sich aufflammen.„Padawan!!! Sag wo bist du? Wie geht es dir? Was ist passiert? Ich war in großer Sorge um dich.“ Obi-Wans matte Stimme ertönte wieder. „Das ist eine lange Geschichte, die ich dir später erkläre. Wo finde ich dich?“ Qui-Gon bemerkte das ein Transportschiff landete. „Ich bin im Raumhafen und erwarte drei Jedi die gleich eintreffen werden.“ Eine kurze Pause entstand, bevor sich Obi-Wan wieder meldete. „Drei Jedi? Das ist ungewöhnlich, wo Jedi entweder alleine oder als Team reisen. Wer ist der dritte Jedi?“ Qui-Gon musste über seinen eigenen Scherz lachen. „Du bist der dritte, denn auch dich erwarte ich im Raumhafen.“ Die Verbindung wurde unterbrochen und der große Jedi ging auf den Transporter zu.

Obi-Wan begann abermals zu laufen, doch jeder Atemzug schmerzte und machte dies unmöglich. Endlich war der Waldrand in Sicht. Erleichtert stolperte er ins Freie. Schon von weiten konnte er den Raumhafen sehen. Er ignorierte den Schmerz seines Brustkorbes und lief geradewegs durch die große Pforte des Raumhafens. Er sah Qui-Gons große Gestalt und zwei weitere Jedi. Wie Obi-Wan vermutet hatte war es ein Meister-Padawan Team, doch die Aussicht, wer gekommen war machte ihn alles andere als glücklich. Der Padawan lief zu seinem Meister und den anderen Jedi. Qui-Gon betrachtete ihn misstrauisch. Sein Blick blieb an seinem Schülers Wunde oberhalb der linken Augenbraue und an dessen nasser und schlammigen Tunika hängen. „Da bist du ja endlich, Padawan. Ich nehme an du kennst Adi Gallia und ihreSchülerin Siri noch von unserem letzten Abenteuer.“ Obi-Wan schaute von Adi zu Siri und nickte steif. Siri und er waren schon seit jeher Rivalen, doch in letzter Zeit gerieten sie immer wieder an einander. Siri musterte Obi-Wan wie Qui-Gon schon zuvor sehr genau. Als Qui-Gon und Adi sich wegdrehten um miteinander zu reden, öffnete Siri den Mund, doch Obi-Wan fuhr ihr dazwischen. „Sag einfach nichts. Nach so einer Nacht kann ich keinen Kommentar deinerseits brauchen.“ Siri fuhr sich durch ihr blondes Haar. „Ich wollte nur sagen, dass es mich freut dich wohlauf zu sehen. AlsMeister Qui-Gon uns alleine in Empfang nahm, machte ich mir ernsthafte Sorgen.“ Obi-Wan spürte wie er rot anlief. Mit so einer Geste hatte er nicht gerechnet, nicht bei Siri. Keiner der vier Jedi sagte ein Wort. Stillschweigend gingen sie in den oberen Stock, in das Gästezimmer von Qui-Gon und Obi-Wan. Das Zimmer war in einen größeren und in einen kleineren Wohnraum geteilt. Widerwillig erlaubte Obi-Wan Siri, dass sie sich das kleinere Zimmer teilten. Wieder im größeren Zimmer versammelt, begann Qui-Gon seines Schülers Wunden zu inspizieren. Dieser wehrte ab. Der große Jedi schaute ihn mahnend an. „Lass dir helfen, Padawan! Und erzähle uns endlich, was du durchgemacht hast!“ Frustriert begann Obi-Wan zu erzählen. Von dem Angriff, der stundenlangen Verfolgungsjagd und dem Sprung von der Spitze des Wasserfalles. All dies sprudelte nur so von ihm heraus. Als er endete bedachte er jeden einzelnen genau. Adi und Qui-Gon schienen tief in Gedanken zu sein doch Siri betrachtete ihn genau. Obi-Wan versuchte ihre Gedanken zu erraten, doch Qui-Gon unterbrach ihn. „Hab Dank Padawan. Du kannst dich jetzt frisch machen.“ Obi-Wan neigte leicht den Kopf und verschwand in Richtung Badezimmer, das auf dem Flur war. Qui-Gons Stimme ließ ihn jedoch kehrt machen. Als er den Gästeraum wieder betrat warf ihm sein Meister ein Med-Pak zu. „Vergiss nicht deine Wunde zu säubern.“ Der junge Jedi musste grinsen.

Der Tag neigte sich dem Ende zu. Bald würde die Sonne untergegangen sein. Adi und Qui-Gon waren im Speisesaal und unterhielten sich leise, während die beiden Padawane in ihrem Zimmer waren. Obi-Wan reinigte seine Waffe, um die Spuren der Nacht zu beiseitigen. Siri jedoch ging ungeduldig auf und ab. „Wir sollten uns in diesemWald noch einmal umsehen.“ Obi-Wan sah sie an. „Nein! Du weißt was unsereMeister sagten. Wir sollten sie nicht verärgern.“ Siri stampfte mit dem Fuß auf. „Darumgeht es aber nicht. Hier zu sitzen und zu warten bringt nichts. Das werden unsereMeister verstehen.“ Qui-Gons Schüler schüttelte den Kopf. „Siri“, begann er.„Du bistdie beste Jedi-Schülerin die mir je begegnet ist, aber ich habe so eine Kreatur gesehen. Glaub mir, sie hören nicht auf zu jagen. In ihren Augen bist du nicht mehr wert als eine Beute und ich habe keinen Zweifel daran, dass sie einen umbringen.“ Siri schritt auf Obi-Wan zu und entwendete ihm sein Lichtschwert. „Du warst verloren, weil du das nicht mehr verwenden konntest. Nun wären wir zu zweit und ich gebeimmer auf meine Waffe Acht.“ Obi-Wan verzog das Gesicht. „Oh bitte, glaubst du denn ich tat das mit Absicht. Klar, ich werfe mich angesichts der Gefahr immer zu Boden und tauche mein Lichtschwert in die nächste Pfütze, wo würde den sonst derganze Spaß bleiben.“ Siri stemmte die Hände in die Hüfte. „Hör auf meine gutgemeinten Sätze dumm wirken zu lassen. Kommst du jetzt mit oder nicht?“ Obi-Wan sah wie Siri sich mit seiner Waffe spielte. „Du hast keine Ahnung was in diesem Waldvorgeht, hab ich Recht?“ Siri nickte. „Du hast Recht, deshalb willich ja in diesen Wald und ich gehe noch vor der Abschottung. Ob du mitkommst odernicht liegt an dir.“ Sie kickte ihm seine Waffe zu und ging zum Fenster. Geschickt sprang sie auf das Fensterbrett, als sie wer zurückhielt. Obi-Wans Blick war ernst. „Du ziehst das also ohne Rücksicht auf Verluste durch?“ Obi-Wan sah an Siris eisernem Blick, dass er ihre Gedanken erraten hatte. Er lockerte seinen Griff und sprang ebenfalls zu ihr auf den Fenstersims. „Dann werde ich dich begleiten. Möge dieMacht den Zorn unserer Meister besänftigen.“ Siri musste lachen.„Oh, da wäre ichmir nicht so sicher. Komm, lass uns auf Monsterjagd gehen.“ Der junge Jedi schaute noch einmal zurück in das nun leere Zimmer. „Verzeih mir Qui-Gon.“ Dann sprang er ebenfalls hinunter.

Adi und Qui-Gon hatten sich in eine düstere Ecke zurückgezogen und sprachen leise miteinander. Adi erklärte Qui-Gon gerade ihre Vermutung als dieser ihr ein Zeichen gab still zu sein. Unauffällig deutete er auf den Bürgermeister, der die Gaststätte gerade zu verlassen schien. „Seltsam,“ begann Qui-Gon „Das letzte mal sah ich ihn heute morgen. Ich bin mir sicher das ich der erste war der nach draußen ging, als sie die Abschottung aufhoben. Er erklärte mir, dass er den Sonnenaufgang liebe, aber er starrte nach Westen und kehrte Osten den Rücken zu. Heute Morgen belustigte michsein Fehler noch. Jetzt aber mache ich mir Gedanken darüber.“ Adi folgte seinem Blick. „Behalten wir diese Möglichkeit noch für uns. Wir waren so und anders schon zu lange weg. Wir sollten unseren Padawanen einen Besuch abstatten findest dunicht?“ Qui-Gon lächelte schwach. „Ja, das sollten wir. Wer weiß, was die beidenschon wieder im Schilde führen.“ Die beiden Meister verließen den Speisesaal und kehrten in die leeren Zimmer zurück. Adi ging zu dem Zimmer ihrer beiden Schüler und klopfte leise. Da niemand antwortete trat sie ein. „Qui-Gon!!!“ Der große Jedi rannte zu seiner Begleiterin und erstarrte. Sie waren weg. Nur das Fenster blies der Wind auf und zu.

Die beiden Padawane kämpften sich durch das Gestrüpp. Siris eiserner Wille trieb sie voran. Obi-Wan hatte das Gefühl sie wollte unbedingt Bekanntschaft mit so einer Kreatur machen. Er tippte ihr auf die Schulter. „Die Sonne ist untergegangen, jedenfallsin diesem Wald. Es wird nun bald beginnen.“ Siri nickte. „Dann werden wir jasehen, ob sie kommen.“ Qui-Gons Schüler hatte keinen Zweifel daran, doch er wollte Siri nicht beunruhigen. Ihre Stimme hatte im Gasthof um einiges überzeugter geklungen als jetzt. Keiner der beiden hatte den Schatten der sie schon länger verfolgte bemerkt.

Qui-Gon und Adi sahen hinüber zum Wald, der bereits im Dunklen lag. Sie selbst genossen die letzten Strahlen der Sonne, während sie abermals gezwungen waren zu warten. Sie hatten keine Ahnung wo ihre Schüler waren. Nicht einmal die Macht vermochte es ihnen zu sagen.

Wie auf Kommando blieben die Beiden stehen. Zu spät nahmen sie die Erschütterung in der Macht wahr. Zu spät spürten sie den kalten Wind der ihnen die Nackenhaare zu Berge stehen ließ. Mehrere Kreaturen kreisten sie ein. Gleichzeitig zogen sie ihre Lichtschwerter. Obi-Wan und Siri standen nun Rücken an Rücken und drehten sich leicht. „Zufrieden?!“ zischte Obi-Wan. Siri biss die Zähne zusammen. „Ich hätte mit einer Kreatur gerechnet und nicht mit dem Rudel!“

„Daran hättest du vorher denken müssen!“

Die Kreaturen zogen ihren Kreis enger. Obi-Wan musste seine Muskeln zum Gehorsam zwingen und jeder Atemzug bereitete im Schmerzen. Er würde nicht lange kämpfen können, soviel war sicher.

Das erste Wesen setzte zum Sprung an, doch etwas an der Kreatur war seltsam. Obi-Wan Kniff die Augen zusammen. Ihre Bewegung war geschmeidig was für dieses bärenartige, wolfsähnliche Wesen verblüffend war. Von den Augenwinkeln sah er wie Siri zum Schlag ausholte. Kurzerhand blockte er den violetten Schwertstreich mit seiner eigenen eisblauen Klinge. „Siri nicht!!! Es sind Menschen, in Verkleidungen!“ Doch Siri ignorierte seinen Einwand und verwundete das erste Geschöpf schwer. Obi-Wan bemerkte, dass die Kreaturen oder was immer sie auch waren, anfingen ihn zu ignorieren. Ihr Ziel war nun Siri. Ohne an irgendwelchen Folgen zu denken hechtet der junge Padawan zu seiner Freundin und drängte sie ab. Gemeinsam ergriffen sie die Flucht. Der Schmerz in seiner Brust ließ Obi-Wan stehen bleiben. Siri wandte sich um. „Obi-Wan, los komm weiter, wir haben es gleich geschafft. Die Sonne schenkt dem Dorf noch ihre letzten Strahlen.“ Der junge Jedi kniete sich auf den Boden. „Nein Siri, du musst ohne mich zurückkehren. Letzte Nacht zog ich mir eine Rippenprellung oder ähnliches zu. Ich kann nicht mehr Atmen ohne, dass es wehtut.Du musst unsere Meister von unserer Entdeckung berichten.“ Siri stand da wie angewurzelt, unschlüssig was sie tun oder lassen sollte. „Wir können es noch immerschaffen Obi-Wan!“ Dieser schüttelte den Kopf. „Sie werden uns bald eingeholt haben. Ich versuche sie so lange wie möglich davon abzuhalten deine Spur zu verfolgen.“ Siri war wie gelähmt. Doch ihr Instinkt sagte ihr, sich von Obi-Wan zu trennen. „Halte durch Obi-Wan. Ich hole Hilfe!“ Mit diesen Worten hechtete Siri davon. Der junge Jedi begann zu husten und würgte Blut hervor. „Na super,“ brachte er keuchend hervor.„Also doch mehr als nur eine Rippenprellung.“ Obi-Wan rappelte sich ein letztes Mal auf und aktivierte sein Lichtschwert. Er würde diese Kreaturen daran hindern Siri zu verfolgen und wenn es das letzte wäre was er tat. Der Waldboden erbebte, von allen Seiten her kamen die Wesen. Obi-Wan gab sein Bestes und versuchte den Schmerz zu ignorieren, doch er steigerte sich ins unerträgliche. Immer wieder wichen die Kreaturen vor und zurück. Es war eine Taktik schoss es den Padawan durch den Kopf, als ihn jemand von hinten ansprang und zu Boden riss. In dem heillosen Durcheinander entglitt Obi-Wan sein Lichtschwert, danach fiel er in die endlose Dunkelheit.

Siri ran der Schweiß von der Stirn bis zum Hals. Auch für sie war es kein Problem über längere Entfernungen zu sprinten, doch die Erkenntnis, dass sie Obi-Wan angesichts der Gefahr hatte zurücklassen müssen lastete schwer auf ihren Schultern. Sie erkannte das noch immer offene Fenster. Sie sammelte ihre letzten Kraftreserven und die Macht um sich und stieß sich vom Boden ab. Doch wie erschöpft sie wirklich war stellte sich erst heraus, als Siri sich noch gerade am Fensterbrett festhalten konnte. Ein letztes Mal zwang sie ihre Muskeln zum Gehorsam und zog sich auf den Fenstersims. Ausgelaugt ließ sie sich zu Boden fallen. Adi und Qui-Gon eilten in das Zimmer ihrer Schüler und fanden Siri, die am Boden liegend um Luft rang. Adi rannte zu ihr. „Siri. Mädchen, was ist passiert? Wo ist Obi-Wan?“ Siri schaute traurig zu den Meistern auf. „Bitte verzeiht, dass wir ohne Erlaubnis weggerannt sind. Es war meine Idee. Obi-Wan folgte mir nur aus Loyalitätsgründen.“ Adi unterbrach sie barsch. „Darüber unterhalten wir uns später. Wo ist Obi-Wan?“ Siri senkte den Kopf. „Erkonnte nicht mithalten.“ Qui-Gon horchte auf und trat näher an Adi und dessen zerknirschten Padawan heran. „Wie darf ich das verstehen?!“ Siri sah Qui-Gon nun direkt an. „Wir begegneten den Kreaturen, die sich als verkleidete Menschen herausstellten. Als ich einen von ihnen schwer verwundete begriff Obi-Wan das ich das Ziel sein würde. Geschickt zerrte er mich aus dem Schlachtfeld. Gemeinsam ergriffen wir die Flucht. Aber er fiel zu Boden und sagte mir, dass er sich in der vorigen Nacht eine Rippenprellung oder ähnlicheszugezogen hätte. Ihm tat das Atmen sehr weh. Ich war gezwungen ihn zurückzulassen, um Hilfe zu holen.“Qui-Gon sah Adi an. „Die Sonne ist noch nicht verschwunden. Es könnte sich ausgehen, bleibt hier.“ Adi sah wie Qui-Gon auf demselben Wege wie Obi-Wan und Siri das Zimmer verließ. Der große Jedi rief die Macht um sich um den Lauf der Zeit zu verlangsamen, als er den Wald betrat. Schnell hatte er Siris Spuren entdeckt und folgte ihnen, in den immer dunkler werdenden Wald. Endlich erreichte er den Ort, den Siri ihm genannt hat. Der große Jedi sah schon von weitem Obi-Wans Lichtschwert das auf der Erde lag. Auch bemerkte er die verwischten Bluttropfen. Das Herz wurde ihm schwer. Qui-Gon war gezwungen zu Adi und Siri zurückzukehren, ehe ihn die Nacht einholte. Derweilen konnte er seinen Schüler nicht retten. Nicht alleine und nicht mit so wenigen Informationen.

Die Nacht kroch dahin und wollte nicht enden. Adi sah genervt zu Qui-Gon hoch. „Nun setzt euch doch endlich, oder versucht ein wenig Schlaf zu finden. Wir können jetzt nichts ausrichten. Obi-Wan wird seine Stärke unter Beweiß stellen müssen. Er ist stark, denkt nur an seine letzten Entführungen, oder euren Aufenthalt in der Todeszelle auf Telos. In all den Momenten, das sagtet ihr selbst, hat der Junge seine Stärke bewiesen. Er wird jetzt nicht minder stark sein. Xanatos hat ihn zweimal hart auf die Probe gestellt und er weiß, dass wir ihn nicht im Stich lassen. Das hilft auch.“ Qui-Gon nickte Adi dankbar zu, aber das schwächte seine Sorge nicht ab. Er sagte der anmutigen Jedi-Ritterin aber nicht, dass er Obi-Wan bereits verletzt dem Feind in die Arme viel. Missmutig ließ er sich in eine Ecke fallen und schloss die Augen. Am Rande seines Bewusstseins hörte er wie Adi ein paar scharfe Wörter zu Siri sagte. Wie würde er reagieren, wenn Obi-Wan wieder vor ihm stand. Es traf ihn insofern keine Schuld, wenn es tatsächlich Siris Idee war. Dennoch war er mitbeteiligt. Langsam graute der Morgen. Keiner der drei Verbliebenen hatte ein Auge zugemacht. Qui-Gon beobachtete Siri, die den Kopf in die Hände gestützt hatte. Er fühlte ihre innere Zerrissenheit und Besorgnis. Doch die Last die sie zu tragen schien, war selbst für Qui-Gon zu schwer. „Es war nicht deineSchuld was mit Obi-Wan passierte.“ Siri schaute in das sorgenvolle Gesicht Qui-Gons auf. „Doch Meister Qui-Gon. Ich hätte an seiner Seite bleiben sollen. Es ist ein schlechter Charakterzug eines Jedi einen verwundeten Freund dem Feind zu überlassen. Ein Jedi hätte niemals so gehandelt. Ihr hättet ihn nie an dem Feind ausgeliefert, aber ich tat dies.“ Qui-Gon sah in ihre glasigen Augen. „Siri, du bist eine strebende Schülerin aber noch kein Jedi und wenn es so gewesen wäre, wäre dein Handeln richtig gewesen. Manchmal ist es besserDinge einfach geschehen zu lassen. Doch du kannst die Situation nicht mit mir vergleichen. Deine Meisterin hätte wahrscheinlich so wie du gehandelt, aber ich hätte dies niemals tun können.“ Siri schaute ihn müde an. „Warum nicht? Wenn der Feind in der Überzahl ist und mein Handeln richtig war, warum würdet ihr es dennoch anders machen?“ Der große Jedi seufzte. „Obi-Wan ist mein Padawan, kein Meister verlässt seinen Schüler, wenn er verwundet ist und vom Feind verfolgt wird. Ich hätte ihn bis zu meinem Tode verteidigt.“ Siri sah Adi an, die sich die Augen wischte. „Nein Qui-Gon, ich wäre ebenfalls bei Obi-Wan geblieben und hätte ihn mit meinem Lebenbeschütz. Auch wenn es nicht meine Pflicht und Aufgabe wäre.“ Gemeinsam schritten sie hinunter. Ein gestresster Bürgermeister kam ihnen entgegen. Qui-Gon sprach ihn sofort an.„Wir haben ein paar Fragen an sie, die wir unvorzüglich stellen möchten.“ Der Bürgermeister beäugte ihn misstrauisch und deutete dann auf sein Büro. „Wenn die Herrschaften so freundlich wären.“ Qui-Gons Blick war hart und kalt, als der Bürgermeister die Türe hinter Siri schloss und zu seinem Schreibtisch hastete. „Was kann ich für euch tun, werte Jedi?“ Qui-Gon funkelte ihn giftig an. „Sie waren es doch, der die Jedi um Hilfe bat?“

„Ja, ich kontaktierte euren Rat.“

Qui-Gon stütze sich auf der Tischkante ab. „Warum verlassen sie jeden Abend kurz vor der Abschottung das Gebäude?“ Der Bürgermeister sah verwirrt aus. „Aber mein Herr, sie müssen da einem Irrtum unterliegen.“ Qui-Gon knallte mit der Faust auf den Tisch. „Halten sie mich nicht für blöd. Ich und meine Begleiterin haben sie gesehen. Eines Morgens standen sie vor der Türe, wo ich mir sicher war, dass ich der erste war der das Gebäude verließ, nachdem die Abschottung wieder aufgehoben wurde. Sie erzählten mir, dass sie sich den Sonnenaufgang ansehen wollten, doch sie sahen nach Westen!!! Und gestern Abend wurde mein Padawan von diesen Wesen im Wald entführt und nun wünsche ich eine angemessene Erklärung!!!!!!!!!“ Der Bürgermeister wurde verlegen. „Da sie mich nun aufgedeckt haben, sollen sie nun auch die Wahrheit erfahren. Schon lange vor eurer Ankunft bin ich diesen Wesen nachgeschlichen. Mit Erfolg. Es sind Plünderer, die wir einst von hier vertrieben haben. Ich nehme an, dass dies zu ihrem Racheakt gehört. Die Fratzen sollen die Leute verängstigen. Sie kommen nur in der Nacht, da ihre Tarnung sonst auffallen würde. Mehr kann ich euch nicht sagen. Noch nicht, aber vielleicht hilft euch das weiter.“ Er reichte Qui-Gon eine Karte, wo alle möglichen Verstecke im Wald aufgezeichnet waren. „Sie sind immer nur in einer Höhle, Meister Jinn und sie finden immer neue Verstecke.“ Qui-Gon verneigte sich und verließ das Büro.

Fernab des Dorfes in steinigen Höhen kam Obi-Wan zu sich. Seine Wunde war wieder aufgeplatzt und hatte erneut zu bluten begonnen. Der junge Jedi fühlte sich elend. Erst jetzt bemerkte er, dass reges Treiben um ihn herrschte. Menschliche Stimmen erfüllten die Gegend. Der Padawan wurde auf die Beine gezerrt. „Genug geschlafen du halbe Portion. Wird Zeit, dass du dich bewegst.“ Obi-Wan konnte sich kaum auf den Beinen halten. Wenn er bedachte, dass er nur wegen Siri in dieser Situation war. Er hasste ihre vorschnellen Entscheidungen, doch sie war bei Gott nicht dumm. Sie würde Qui-Gon und Adi die ganze Geschichte erzählen. Er wusste, dass Qui-Gon ihn nie im Stich lassen würde. Nun hieß es warten und das war nicht leicht. Obi-Wan hatte seine Entführer zwar schon als Menschen identifiziert, doch ihm war unklar welches Ziel sie verfolgten und warum sie ihn gefangen hielten und nicht umbrachten.

Qui-Gon studierte die Karte genau, die Verstecke lagen dicht beieinander, was den Jedi einen Vorteil verschaffte. Siri und Adi prägten sich die Karte genau ein, bevor sie sich trennten, jeder in eine andere Richtung. Der große Jedi hechtete von einem Versteck zum nächsten, in der Hoffnung Obi-Wan zu finden.

Es war Nachmittag als Qui-Gon mit seiner Begleiterin Adi Gallia zusammenstieß. „Was tut ihr hier Qui-Gon?“, fragte sie überrascht. Der große Jedi wollte eigentlich dieselbe Frage stellen, doch sie erstarb ihm auf den Lippen, als Siri um die Ecke bog. Verdutz blieb sie stehen. „Wolltenwir uns nicht vor der Herberge wiedertreffen?“ Adi sah ihre Schüler an. „Eigentlich ja, aber langsam kommt es mir vor alsob wir im Kreis gegangen wären. Denn hier haben wir uns alle vor ein paar Stunden getrennt. Qui-Gon diese Karte ist eine Fälschung, er hat uns reingelegt.“ Qui-Gon bedachte sie mit schweigsamem Blick. „Vielleicht, aber hier steht mehr auf dem Spiel.“ Qui-Gon bedachte Adi scharf, bevor er weiter sprach. „Wenn der Bürgermeister uns tatsächlich eine Fälschung gab, bedeutet das einerseits, dass er nicht will, dass Obi-Wan gefunden wird…“ Adi nahm seinen Gedankenfaden auf. „Und andererseits, dass die Jedi hier alles andere als Willkommen waren. Klingt wie eine Verschwörung.“ Siri meldete sich zaghaft. „Entschuldigt, aber ich glaube, dass hier noch mehr ist als nur das.“ Qui-Gon sah sie an. „Was denkst du Siri?“ Siri schaute abwechselnd zu Qui-Gon und Adi. „Na ja, es geht darum, dass Obi-Wan wohl schon immer das Ziel war.“ Adi sah Siri abschätzend an. „Wie kommst du darauf, Padawan.“

„Meisterin, Qui-Gon, diese Plünderer oder was immer sie auch sind. Obi-Wan hatte sicher nicht die Kraft sich gegen alle zu verteidigen. Ich hatte nicht Unmengen von Vorsprung, sie hätten mich locker eingeholt, wenn sie es gewollt hätten.“ Qui-Gon ließ sich zu Boden gleiten. „Also können wir davon ausgehen, dass alles geplant war. Die Schlussfolgerung lautet somit. Obi-Wans Entführung war nur ein Nebeneffekt der uns von einer richtigen Fährte ablenken sollte. Die Frage ist nur warum?“ Qui-Gon sah von Adi zu Siri und wieder zurück. Keiner der beiden hatte eine Antwort auf seine Frage. Es verstrichen wohl Minuten wo keiner ein Wort sagte, als ein „Piep“ Ton die Stille durchbrach. Qui-Gons Comlink leuchtete in einem matten grün auf. Hastig beantwortete er den Ruf. Stille, keine darauf folgende Antwort. Der große Jedi glaubte, dass es die Plünderer waren, die sich einen Spaß daraus machten. Sein Finger wanderte schon zum Abschalteknopf, als sich wer meldete. „Qui-Gon.“ Die Stimme war schwer und schleppend. „Padawan“, sagte der große Jedi erleichtert. „Wo bist du?“ Wieder folgte Stille. Qui-Gon vernahm hastiges Fußgetrampel, Obi-Wans Stimme wurde schneller. „Hier! Telos! Rechnung! Bürgermeister! Bruck!“ Obi-Wan verstummte. Männer schrieen durcheinander. Qui-Gon starrte seinen Comlink an, das abermals aufleuchtete. Diesmal war ein rotes Licht zu sehen. Eine holografische schwarz- weiße Welt tauchte auf. Adi und Siri starrten wie Qui-Gon auf das Bild. Obi-Wan lag auf dem Rücken und hielt sein Comlink mit gestreckter Hand von sich. Jemand kniete über ihm und schien ihn zu schlagen und würgen. Schnell drehte er die kleine Kamera in seiner Hand. Die drei verbliebenen Jedi prägte sich die Landschaft ein, als sie sich schnell bewegte. Anscheinend hatte Obi-Wan den Comlink von sich geschleudert. Noch besorgter betrachtet Qui-Gon das jetzige Panorama. Die Landschaft glich keinesfalls dieser, wo sie jetzt waren. Auch war er sich sicher, dass er Obi-Wan nicht mehr in dieser Ebene finden würde. Ihm war, als ob der Junge sich im Gebirge befinden würde, das fernab von hier lag. Adi unterbrach seinen Gedankenfluss. „Qui-Gon, dein Schüler ist in einer schlechten Verfassung. Wir sollte keine Zeit damit vergeuden, hier länger zu warten. Wir können davon ausgehen, dass er noch auf Telti ist.“ Siri schaute ihre Meisterin an. „Auch erwähnte er den Bürgermeister. Der auf unserer Liste so und anderes schon ganz oben steht. Doch was meinte er mit „Telos“, „Rechnung“? Und was hat Bruck damit zu tun?“ Siri sah zu Qui-Gon der fieberhaft überlegte. „Ich denke nicht, dass wir es mit Plünderern zu tun haben.“ Die Jedi-Meisterin schaute ihn an. „Darf ich dich nach einem Zusammenhang fragen?“ Qui-Gon erhob sich. „Damals bei unserer Mission auf Telos, gerieten wir meinem ehemaligen Padawan in die Hände. Xanatos ließ uns einsperren. Danach wurde das Urteil über uns gesprochen. Wie angenommen sollten wir sterben. Xanatos jedoch offenbarte uns, dass ein trauernder Vater anwesend war. Vox Chun, Brucks Vater. Xanatos erzählte ihm von Brucks Tod, was Obi-Wan zum Schuldigen machte.“ Adi machte ein bedrücktes Gesicht. „Das erklärt dann wohl vieles. Wir sollten uns sofort auf den Weg machen.“ Geschickt hechteten die drei Jedi durch den Wald, auf ein Gebirge zu, das wohl eine Tagesreise vom Dorf entfernt lag. Qui-Gon hoffte inständig den Weg in nur der Hälfte der Zeit zurückzulegen.

Obi-Wan ließ den Kopf hängen. Sein Gesicht schmerzte von den vielen Prügeln die er hatte einstecken müssen. Er befühlte seine Hände, die sie ihm grobschlächtig hinter dem Rücken zusammengebunden hatten. Jemand stieß ihn mit dem Fuß an. „Jetzt bist du nicht mehr so rebellisch, Jedi. Du hast einen großen Fehler gemacht, aber Vox hat uns zum Glück vorgewarnt. Sei froh, dass er dich lebend will, andernfalls wärst du schon tot.“ Obi-Wan hob den Kopf. „Was versucht ihr damit zu erreichen. Vox weiß, dass man einen Jedi nicht lange an der Nase herumführt.“ Der Fleischberg vor Obi-Wan grinste. „Vielleicht, aber bis jetzt lief alles nach Plan und der wird sich nicht ändern.“ Dann wandte er sich an den Rest der Gruppe. „Wir gehen weiter!“ Immer noch grinsend schulterte er den jungen Jedi, dessen Durchhalte vermögen sich dem Ende zuneigte. In Gedanken schrie er förmlich nach seinem Meister.

Der große Jedi sah das Gebirge zwar immer größer werden, doch immer noch waren sie zu weit entfernt. Immer wieder machten sie kleine Pausen. In einer diesen Pausen lehnte Qui-Gon an einem Baum und hielt die Augen geschlossen. Adi und Siri versuchten ihren Atem wieder zu normalisieren. Plötzlich riss Qui-Gon die Augen auf. „Obi-Wan!“ keuchte er und wandte sich an die anderen. „Ihr bleibt hier und erholt euch. Ich werde sie weiter verfolgen. Ich kann keine Pause mehr machen. Ich fühlte seinen Schmerz, ich muss weiter.“ Adi nickte. „Dann werden wir dich begleiten.“ Wieder hechteten sie weiter. Der große Jedi versuchte seine Erschöpftheit zu ignorieren, doch sie lastete schwer auf ihn.

Obi-Wan hatte es mittlerweile aufgegeben sich dem eisernen Griff seines Trägers zu entwinden. Direkt vor ihm baute sich ein Haus auf, wo nur eine Seite erkennbar war. Die Vorderseite des Hauses war reich verziert, der Rest verlor sich in dem Berg. Ein großer schlaksiger Mann schritt ihnen entgegen. Der Kommandant der Gruppe warf den jungen Jedi vor die Füße des Mannes. „Hier ist er! Nun zahlt.“ Vox grinste. „Noch nicht, euer Auftrag ist noch nicht ganz beendet.“ Der Kommandant verzog die Miene. „Was ihr mit ihm vorhabt ist euer Problem, meine Aufgabe war es, ihn zu euch zu bringen. Es war nicht einfach und ich habe einen meiner Männer verloren.“ Vox hielt ihm den Beutel mit Geld hin. „Von mir aus. Zieht ab und tötet die anderen.“ Der Kommandant grinste hämisch. „Wie ihr wünscht.“ Nun war der Padawan mit Vox alleine. Dieser zerrte ihn hoch und stieß ihn vor sich her in das Gebäude. Vox drückte ihn auf die Knie und pflanzte sich vor ihm auf. „Sieh an. Obi-Wan Kenobi. Wer hätte gedacht, dass wir uns wieder sehen. Seit Brucks Tod denke ich nur an denjenigen, der dafür verantwortlich ist.“ Obi-Wan ließ ein Grinsen vernehmen. All der Schmerz war ihm egal geworden, wie Qui-Gon immer sagte „Ich habe nicht einmal einen Gedanken an euch und euren abtrünnigen Sohn, der die Jedi verriet, verschwendet.“ Vox kam nahe an Obi-Wan heran. „Er war es der von euch und insbesondere von dir verraten wurde.“ Vox packte ihn am Kragen und hauchte ihm ins Gesicht. „Nun werde ich ihn rächen, indem du sterben wirst.“ Der kniende Obi-Wan schaute ihn grimmig an. „Eure Rache soll vielleicht meinen Tod bedeuten, doch mein Tod bedeutet auch den Euren.“

„Was soll das heißen Bürschchen.“

Obi-Wans Augen funkelten ihn noch böser an. „Mein Meister, wird dir ordentlich in den Hintern treten und dich langsam sterben lassen.“ Vox zog einen schwarzen Plastiksack aus der Tasche und stülpte ihn über Obi-Wans Kopf und verschnürte den Sack. „Nein Junge, du wirst langsam ersticken und ich werde dabei sein und dir beim Sterben zusehen!“

Am Fuß des Berges machten die Drei halt. Sie hatten die Wegstrecke tatsächlich in der Hälfte der Zeit absorbiert, als die als Kreaturen verkleideten Söldner erneut einen Angriff starteten. Siri wehrte ab und schlug immer wieder auf sie ein. Diesmal würde sie nicht weglaufen. Auch Adi und Qui-Gon schienen die Bewegung des jeweils anderen abschätzen zu können. Alle drei passten sich dem Rhythmus des anderen an. Ihre Bewegungen waren fließend und jeder Schlag traf sein Ziel. Zum Schluss war nur noch der Kommandant allein übrig. Hektisch ergriff er die Flucht. Qui-Gon fühlte wie der Zorn ihn packte und er die Hand hob. Ein Machtstoß kräftig genug um einen Baum umzureißen donnerte dem Kommandant hinterher und ließ ihn stürzen. Qui-Gon schlug sich zu ihm durch und zog ihn hoch. Gegen den nächsten Baum drückend fauchte er ihn an. „Wo ist mein Schüler?!“ Der Fleischberg wurde immer kleiner. „Er ist bei Vox Chun. Er hat uns viel Geld angeboten. Im Gegenzug müssten wir ihm nur einen Jedi namens Ken…Wan, weiß nicht mehr wie er hieß überbringen. Lasst mich los!“ Qui-Gon drückte ihn noch fester gegen den Baum. „Erzähl mir alles!“ Die Stimme des anderen Mannes begann zu zittern. „Wir wussten, dass es keine leichte Aufgabe war, die man uns da gestellt hatte. Vorrangig bestand unser Plan darin ihn zu schwächen, was uns auch gelungen ist. In der darauf folgenden Nacht kam er wieder, doch er hatte seine Freundin dabei. Sie verletzte meinen Freund so sehr das er bald darauf starb. Wir begruben ihn an der Stelle des Wasserfalles, wo er deinen Schüler zum Sprung zwang. Es lief alles perfekt. Nur dann musste dein Bengel dich kontaktieren. Er war selbst schuld daran und die Prügel taten ihm ganz gut.“ Qui-Gon aktivierte sein Lichtschwert. „Wo ist Vox?!“ Der fleischige Mann rollte mit den Augen. „In seinem Haus, oben am Berg.“ Qui-Gon trat einen Schritt zurück. „Ihr begleitet uns.“ Die drei Jedi trieben den Kommandanten vor sich her den Berg hinauf.

Obi-Wan drückte seine Handgelenke gegen die Stricke. Erfolg hatte er keinen dabei. Immer wieder sog er die gebrauchte Luft ein. Ihm wurde schwindelig. Vox Gelächter drang an seine Ohren. Sein Kopf schmerzte noch von den Prügeln und jeder Atemzug war für ihn eine Höllenqual. Immer wieder spürte er wie die Ohnmacht an ihm nagte. Er musste kämpfen, er durfte Vox nicht die Freude machen und aufgeben.

Adi und Siri hatten noch immer ihre Schwerter aktiviert und traktierten den Kommandanten damit weiterzugehen. Qui-Gon führte die Gruppe an. Als er das Haus erblickte, begann er abermals zu laufen. Die Macht warnte ihn und ließ ihn noch schneller laufen. Adi und Siri hatten Schwierigkeiten mit Qui-Gon mitzuhalten. Der große Jedi warf sich durch die Tür und blieb geschockt stehen.

Ein bisschen Abseits der Tür lag sein Schüler, dessen Arme noch immer auf den Rücken gebunden waren. Qui-Gon schloss für einen Moment die Augen. Vox hätte keinen qualvolleren Tod für seinen Anwärter aussuchen können. Entschlossen und voller Wut griff Qui-Gon Vox an. Er bedurfte nicht wie für gewöhnlich sein Lichtschwert. Nein, er griff Vox mit bloßen Händen wütend an.

Siri hechtete zu Obi-Wan und entfernte den Sack. Sie zitterte und war aufgewühlt, als sie den jungen Jedi betrachtete, aus dessen Nase und Wunde Blut rann. Blaue Flecken blühten auf seinem jungen Gesicht. Verwirrt schlug er die Augen auf. Siri? Du? Was machst du hier? sagte Obi-Wan zu Siri, diese verzog das Gesicht. „Also den Rekord dumme Fragen zu stellen, hast du gerade gebrochen. Wir sind hier um dich zu retten.“ Obi-Wan schaute sie einen flüchtigen Moment lang an, als sein Blick zu Qui-Gon wanderte. „Meister!“ Er wollte aufstehen, doch Siri die hinter ihm war, drückte ihn wieder zu Boden. „Du solltest dich schonen.“ Obi-Wans flehender Blick wanderte zu Adi, die gerade den Kommandanten laufen ließ.„Siri hat Recht, Obi-Wan. Du hast wirklich genug durchgemacht, um jetzt schon wieder kämpfen zu müssen.“ Der Padawan ließ den Kopf hängen. „Warum hilfst du ihm dann nicht?“ Adi betrachtete ihn forschend. „Dies ist nicht meine Rechnung. Qui-Gon würde es mir verübeln, wenn ich ihm jetzt helfe.“ Obi-Wan nickte und wandte sich an Siri die hinter ihm kniete. „Ähm, Siri könntest du mir mal helfen?“ Siri grinste, als ihr Obi-Wan seine immer noch gebundenen Handgelenkte hinstreckte. Schnell durchtrennte sie die Stricke mit einem geschickten Streich ihres Lichtschwertes. Der junge Jedi rieb sich die Handgelenkeund sah flehend zu Qui-Gon. Sein Meister war so verstrickt in den Zweikampf, dass er Obi-Wans Blick gar nicht bedachte. Siri tippte ihm vorsichtig auf die Schulter. „Es tut mir Leid, Obi-Wan. Es war alles meine Schul. Ich hätte dich nicht auffordern sollen mit mir zu kommen. Es war ein Fehler von mir dich im Wald alleine zu lassen.“, schluchzte Siri. Der junge Jedi entgegnete sanft. „ Nein Siri. Ich bin selbst schuld gewesen. Ich bin dir gefolgt, da ich es für richtig gehalten habe. Sei versichert, dass du das Richtige gemacht hast.“ Vox schrie plötzlich auf. Qui-Gon hatte pariert und Chun mitten ins Gesicht getreten. Schnell aktivierte Qui-Gon sein Lichtschwert und holte zum tödlichen Schlag aus. Obi-Wan wollte aufspringen, doch Adi und Siri hielten ihn am Boden. „Meister nicht!!!“ Ganz leise vernahm Qui-Gon Obi-Wans Schrei. Er bedachte das gezogene Lichtschwert. Er wäre bereit gewesen aus Hass und Zorn heraus zu töten. Bedrückt ließ er sein Lichtschwert sinken und Vox ergriff die Flucht.

Müde wandte er sich an Obi-Wan, dessen Anblick ihm einen weiteren Schock versetzte.

Seit ein paar Minuten schon warteten Adi und Siri vor dem Haus. Die Meisterin war der Meinung, dass Qui-Gon auch allein im Stand ist Obi-Wan zu verarzten. Immer wieder hörten sie Qui-Gons verärgerte Stimme. „Kannst du nicht mal einen Moment still sitzen. Wenn du die Zähne zusammenbeißen würdest wäre es gleich wieder vorbei.“ Siri schaute zu Adi und grinste. Ihre Meisterin sah sie tadelnd an.

Nun bereiteten sich die vier auf den Rückweg vor. Die beiden Meister gingen leise miteinander sprechend vor, während Siri neben Obi-Wan ging. „Sag hat es wirklich so wehgetan, dass du nicht still sitzen mochtest?“ Der Padawan sah sie an. „Ich habe mir eine Rippe gebrochen und zwei angeknackst und das tut weh. Danke der Nachfrage.“ Siri musste wieder lachen. „Der große Held der niemals Schwäche zeigt und immer Schlagfertigkeit beweißt ist wehleidig.“ Obi-Wan blieb stehen. „Ich bin nicht wehleidig! Nur sehr gefühlvoll.“ Nun waren auch Qui-Gon und Adi stehen geblieben und beobachteten ihre Schüler. Siri war um einen Kopf kleiner als Obi-Wan, doch der Unterschied störte sie nicht. „Sag ich doch, sehr schlagfertig. Das ist echt süß.“ Obi-Wan traute seinen Ohren nicht. Hatte Siri gerade gesagt? Noch bevor er bemerkte was Siri vorhatte, drückte sie ihm einen Kuss auf die Wange und rannte dann zu Adi, die sie strafend ansah.

Am Morgen des nächsten Tages erreichten sie das Dorf. Der große Jedi blieb stehen. „Du solltest dem Bürgermeister einen Besuch abstatten, Padawan.“ Obi-Wan nickte, zog seine Kapuze über den Kopf und klopfte an dessen Tür. „Herein!“ schnarrte eine Stimme. Obi-Wan trat verhüllt ein. „Wer sind sie?“ fauchte der Bürgermeister. Der junge Jedi zog die Kapuze zurück und ließ sein Erscheinen wirken.

„Du!!! Wie kommst du hierher? Ich meine Vox? Die Waldjäger?“ Schlagartig verstummte er, als Qui-Gon eintrat. „So verrät man sich. Sie gehen nun nach Telos und sagen Vox, dass ich was vergessen habe zu erwähnen. Obi-Wan Kenobi ist am Leben und wird es immer bleiben, solange er unter meinem Schutz steht.“

Die Stadt ordnete Neuwahlen an. Friede kehrte wieder zurück. Zufrieden kehrten die Jedi zum Raumhafen zurück und bestiegen das Schiff das sie zurück nach Coruscant bringen sollte. Qui-Gon stand neben Obi-Wan am Sichtfenster, als sie in den Hyperraum sprangen, schaute der Schüler zu Qui-Gon auf. „Ich wollte mich entschuldigen. Für alles. Ich habe nicht auf dich gehört und nun ist mir das alles sehr peinlich. All die Sorgen die ich dir bereitet habe, wären unnötig gewesen, hätte ich nur klüger gehandelt. All das was mir widerfuhr geschieht mir Recht.“ Qui-Gon lächelte. „Weißt du Obi-Wan, ich kann nicht abstreiten, dass du mir große Sorge bereitet hast, doch muss ich auch eines sagen. Du erinnerst mich an einen Schüler der einst genauso war wie du. Dieser Schüler hatte auch seine Begleiterin nicht alleine ziehen lassen wollen. Auch er folgte ihr und bekam Schwierigkeiten.“ Qui-Gon sah Adi unverwandt an, als er weiter sprach. „Warum sollte ich meinen Schüler zurechtweisen, wo ich doch denselben Fehler beging, als ich noch ein 14-jähriger Padawan war.“

Obi-Wan war erleichtert, dass nun alles vorbei war. Er bedachte Siri mit einem kühlen Blick. In Bezug auf Zuneigung würde er ihre Gedanken niemals lesen können. Ob Siri auch dasselbe von im dachte? Eines wusste er jedoch genau, dies war sicher nicht die letzte Mission der beiden Padawane. Qui-Gon unterbrach seinen Gedankenfluss. „Siri scheint dich zu mögen.“ Obi-Wan sah nun direkt zu Qui-Gon auf. „Nein, ihr Verhalten auf dem Gebirgspfad, war eher eine Geste der Entschuldigung.“ Qui-Gon betrachtete Obi-Wans kühlen Blick und musste Lächeln. Siri hatte, doch Recht gehabt, sein Schüler besaß das Talent zur Schlagfertigkeit.

Ende